Olympische Momente
Mark Spitz, Medaillensammler
18 Jahre alt ist der Schwimmer Mark Spitz, als er zum ersten Mal untergeht. Vor den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko verkündet er selbstbewusst, er werde fünf Goldmedaillen holen. Am Ende werden es zwei mit der Staffel. In den Einzelwettbewerben versagen dem Athleten die Nerven. Besonders dramatisch ist seine Niederlage im 200-Meter-Delphin-Finale: Spitz wird mit fünf Sekunden Rückstand Letzter - obwohl er eigentlich den Weltrekord hält.Bei den Olympischen Spielen 1972 in München vier Jahre später hat sich Spitz verändert. Zwar ist er immer noch von sich überzeugt und nennt sich in Anspielung an das amerikanische Schachgenie den "Bobby Fischer in Badehose". Aber er ist älter geworden und hat offenbar auch seine Nerven besser unter Kontrolle: Im 200-Meter-Delphin-Finale holt er sich souverän seine erste Goldmedaille. In neuer Weltrekordzeit.
Es ist der Auftakt einer unfassbaren Siegesserie. Spitz, den seine Kollegin Debbie Meyer den "begnadetsten Schwimmer der Geschichte" nennt, gewinnt sechs weitere Goldmedaillen - und legt bei jedem dieser Rennen einen neuen Weltrekord vor. Dabei wäre Spitz über die 100 Meter Freistil beinahe gar nicht angetreten - aus Angst, nur Zweiter zu werden. "Wenn ich sechsmal antrete und sechsmal gewinne, bin ich der Held. Wenn ich siebenmal antrete und sechsmal gewinne, werden sie mich einen Versager nennen." Doch Spitz schwimmt und siegt mit einer halben Länge vor seinem Landsmann Jerry Heidenreich.
Nie hatte ein Einzelner bei Olympischen Spielen derart dominiert. Das Poster mit dem lächelnden Spitz und seinen sieben Goldmedaillen wurde zur Ikone und in München zum Verkaufsschlager. Zum Markenzeichen wurde aber der dunkle Schnurrbart. Auf die Frage, warum er den Schnauzer denn nicht rasiere, antwortete Spitz: "Er verhindert, dass Wasser in meinen Mund läuft."
Zur Einstimmung auf die Olympischen Spiele hat einestages zehn unvergessliche Momente der vergangenen Jahrzehnte gesammelt. Morgen: der schlimme Fall der Läuferin Mary Decker.

