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In sieben Schritten

Warum Jeanne d'Arc für den Papst-Rücktritt verantwortlich ist

Warum Jeanne d'Arc für den Papst-Rücktritt verantwortlich ist
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Per Wikipedia durch die Weltgeschichte: Jeden Monat wühlt sich Danny Kringiel durch die uferlose Online-Enzyklopädie - und entdeckt auf einer absurden Zeitreise, dass absolut alles mit absolut allem zu tun hat.


Noch heute streiten Historiker über das genaue Datum, an dem im Jahr 1412 im nordfranzösischen Dörfchen Domrémy-la-Pucelle ein kleines Mädchen das Licht der Welt erblickte. Wäre ihrem Vater Jacques oder ihrer Mutter Isabelle bewusst gewesen, dass ihre Kleine noch Jahrhunderte später als die französische Nationalheldin schlechthin gefeiert werden würde, hätten sie Tag, Monat und Jahr vielleicht vorsorglich in eine Granittafel oder etwas ähnlich Witterungsbeständiges meißeln lassen. Doch so ging der genaue Geburtstag von Jeanne Darc verloren, die später von den Franzosen so verehrt werden sollte, dass man ihr den Adelstitel "d'Arc" andichtete.

Zunächst aber war Jeanne nur ein gewöhnliches, kleines, gottesfürchtiges Mädchen. Ganz besonders gottesfürchtig sogar, um genau zu sein: Mit 13 soll sie zum ersten Mal religiöse Visionen gehabt haben - von der heiligen Katharina, Erzengel Michael und der heiligen Margareta. Die Heiligenerscheinungen wiederholten sich, und ihre Besucher bedachten sie mit einer heiligen Mission: Sie solle Frankreich von den Engländern befreien und dem Thronerben des Königs von Frankreich zur Krone verhelfen.

Und so kam es, dass...




...die inzwischen zur jungen Frau herangewachsene Jeanne im Februar 1429 bei König Karl VII. von Frankreich vorsprach, um ihm ihre Hilfe anzubieten. Die hatte der Regent mehr als nötig: Die Engländer hatten den Norden Frankreichs besetzt und belagerten das taktisch wichtige Orléans, von wo sie auch den Süden des Landes erobern wollten. Doch Karl VII. griff nicht ein, sondern vertrieb sich die Zeit lieber an seinem Hof in Chinon mit opulenten Festmahlen und seinen zahlreichen Mätressen. Entsprechend düster sahen seine zukünftigen Karriereoptionen aus: Am Hof bereitete man sich bereits darauf vor, den Herrscher ins Exil zu schicken.

Doch Karl, beeindruckt von dem Eifer und der Zuversicht Jeanne Darcs, erlaubte der jungen Frau, einen Gegenschlag gegen die Engländer vor Orléans zu leiten - und wendete damit das Blatt. Ihr Enthusiasmus färbte so stark auf die Moral der französischen Truppen ab, dass es tatsächlich gelang, die Engländer zurückzutreiben. Mit einer Reihe strategischer Siege für ihren König Karl VII. gelang es ihr, seine Herrschaft zu sichern und auszuweiten.

So ergab es sich, dass...




...Karl der VII. seine Karriere nicht im Exil oder auf dem Scheiterhaufen der Engländer beenden musste, sondern weiter als König Frankreichs regieren konnte. Während seiner Regentschaft bescherte er seinem Volk nicht nur die Beendigung des Hundertjährigen Krieges und die Einführung eines hocheffizienten Steuersystems - sondern auch die erste Gendarmerie der Welt, die er im Jahr 1445 gründete.

Allerdings verstand man darunter damals noch nicht Polizisten im heutigen Sinne, sondern wörtlich "gens d'armes" - "Menschen der Waffen": Es handelte sich um eine besonders schwerbewaffnete Rittertruppe, die etwa 1500 Mitglieder stark war.

Die Gendarmerie sollte jedoch kein rein französisches Phänomen bleiben, und eine Schlüsselrolle dabei spielte niemand Geringeres als...




...der französische Kaiser Napoleon Bonaparte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts weitete er den Einflussbereich Frankreichs durch zahlreiche Eroberungen auf große Teile Mitteleuropas aus. Den von Frankreich besetzten Gebieten wurden dabei auch positive Neuerungen aus dem Land der Invasoren zuteil. Dazu gehörten etwa ein modernes Zivilrecht oder auch die französische Gendarmerie.

Daher kam es beispielsweise...





...im Laufe des 19. Jahrhunderts auch zur Gründung einer Gendarmerie in Bayern. Allerdings verstand man hierunter nun keineswegs mehr wie zur Zeit Karls des VII. schwerbewaffnete Hundertschaften von Rittern, sondern militärisch organisierte Polizeieinheiten. Die Gendarmerie war also eine Art bayerische Landespolizei, allerdings war sie dem Kommando des Kriegsministeriums unterstellt.

Die Tätigkeit als Gendarm war zweifellos prestigeträchtig, doch sie brachte auch Nachteile mit sich, wie etwa...




...um 1900 ein frommer Bayer namens Joseph Alois Ratzinger feststellen musste. Ratzinger war Gendarmeriemeister, und als solcher wechselten seine Einsatzorte oft, so dass es ihn an verschiedene bayerische Ortschaften verschlug. An einem dieser Orte, im oberbayerischen Marktl, lernte er die nicht minder fromme Maria Peintner kennen und lieben.

Das gottesfürchtige Paar heiratete und bekam drei Kinder: Maria, Georg und...




...Joseph Alois Ratzinger Junior, der als jüngstes der drei Geschwister am 16. April 1927, einem Karsamstag, zur Welt kam. Schon als Kind wurde Joseph Ministrant, später schickten ihn seine Eltern auf ein katholisches Internat, das erzbischöfliche Studienseminar St. Michael, wo er sein Abitur machte. Schon als Jugendlicher erklärte Ratzinger, dass er später Priester werden wolle.

Und tatsächlich: Nach einem Studium der katholischen Religion wurde Ratzinger zunächst Berater des Kölner Erzbischofs, später selbst Erzbischof von München und schließlich 2005 als Nachfolger von Papst Johannes Paul II. das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Im Gedächtnis bleiben wird er aber wohl dafür, dass er am 11. Februar 2013 als zweiter Papst überhaupt aus freien Stücken seinen Rücktritt vom Petrusamt erklärte - und damit eine Sensation auslöste, die es seit 700 Jahren in der Geschichte der katholischen Kirche nicht mehr gegeben hatte.

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