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Die besten Easter-Eggs

Ei im Player? Ungeheuer!

Schon mal auf einer CD nach Eiern gesucht? Es könnte sich lohnen: Als sogenannte Easter-Eggs werden Geheimbotschaften und absurde Gimmicks auf DVDs, Websites oder MP3-Playern versteckt - und sogar Scanner zum Singen gebracht. einestages verrät, wo sie die kuriosesten Exemplare finden.

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Mittwoch, 27.03.2013   17:09 Uhr

Ostereier! Überall Ostereier! Sie verstecken sich bevorzugt in Wohnzimmern. Und dort gern im Plattenregal, in der DVD-Sammlung oder in Videospielen. Hin und wieder sind sie auch am Arbeitsplatz zu finden. Im Büro, im Forschungslabor und natürlich im Internet. Und die wenigsten wissen davon.

Gemeint sind nicht die bunt eingewickelten Schoko-Eier, die Eltern am Ostersonntag für ihre Kinder im Garten verstecken. Vielmehr handelt es sich um geheime Nachrichten, nicht dokumentierte Funktionen oder Spielereien, die manche Hersteller elektronischer Medien auf ihren CDs, Games oder Blu-rays verbergen. Hin und wieder gibt es sogar elektronische Geräte, wie zum Beispiel den ersten iPod, in dem eines dieser kleinen Geheimnisse schlummert. Und das Schönste ist: Man kann sie das ganze Jahr über suchen. Auch als Erwachsener.

Als "Easter Egg" (vom englischen "Osterei") wurde ein solches Geheimnis erstmals 1979 bezeichnet. In jenem Jahr erschien das Videospiel "Adventure" für den Atari 2600. Entwickelt wurde es von dem US-Amerikaner Warren Robinett. Damals war es noch gang und gäbe, dass die Entwickler von Spielen nicht genannt wurden. Das sah Robinett gar nicht ein. Warum sollte er all die Arbeit in ein Game stecken, wenn sein Name dann nirgendwo auftauchte? So baute er ein geheimes Zimmer in das Labyrinth der Spielwelt ein. Wer es fand, fand dort Robinetts Namen an der virtuellen Wand.

Mittlerweile ist am Ende nahezu jeden Spiels ein ellenlanger Abspann zu sehen, der alle an seiner Entstehung Beteiligten auflistet. Geheime Räume und schwer zu erreichende Spielabschnitte, an denen sich lustige Botschaften verbergen, sind in Videospielen trotzdem noch immer weit verbreitet. Ganz gleich, ob in einem Ego-Shooter wie "Halo", in einem bunten Jump'n'Run wie "Super Mario" oder der Videospielserie "Grand Theft Auto": Jedes Mal, wenn ein neues Spiel auf den Markt kommt, beginnt unter den Spielern ein Wettlauf darum, wer als Erstes ein darin verborgenes Easter Egg findet und im Internet dokumentiert.

Easter-Egg-Verbot für Microsoft-Mitarbeiter

Aber auch die Käufer von Tonträgern erleben hin und wieder eine Überraschung. Bereits die Beatles schenkten ihren Fans auf dem 1969 erschienen Album "Abbey Road" einen Song, der nicht auf der Plattenhülle stand: "Her Majesty" begann 14 Sekunden nach "The End", dem offiziell letzten Song des Albums. Als sich dann Anfang der neunziger Jahre die CD durchgesetzt hatte, versteckten immer mehr Bands einen Song am Ende ihrer Alben. Auch diese waren in der Regel erst nach einer längeren Pause zu hören - vorausgesetzt, man hatte den CD-Player nicht bereits vorher ausgeschaltet.

Am meisten zu entdecken gibt es heute jedoch in den Menüs von DVDs und Blu-rays. Wer mit der Fernbedienung sämtliche Menüs eines Films absucht, wird nicht selten fündig. Es gilt, unsichtbare Menüpunkte aufzuspüren, die Hintergrundinformationen zum Film freilegen, Zusammenschnitte von Patzern während der Dreharbeiten oder sogar speziell für die DVD produzierte Szenen. Besonders ergiebig sind die DVDs von "Lost" oder "Die Simpsons", deren Fans sich über jedes neue Detail aus dem Serienkosmos freuen. Aber auch die Animationsfilme der Pixar-Studios, die "Star Wars"- und "Der Herr der Ringe"-Filme sowie zahllose weitere Veröffentlichungen stecken voller kleiner Geheimnisse.

Die kurzen Gastauftritte von Regisseuren wie Alfred Hitchcock oder Peter Jackson in ihren Filmen werden ebenfalls hin und wieder als Easter Eggs bezeichnet. Genauso wie verborgene Hinweise in alten Gemälden und der Literatur. Darüber, was ein wirkliches Easter Egg ist und was ein bloßes Zitat oder eine Hommage, wird unter Ostereisammlern bisweilen heftig gestritten. Als Faustregel hat sich jedoch durchgesetzt: Wird auf der Verpackung oder in einer Gebrauchsanweisung explizit auf seine Existenz hingewiesen, ist es kein Easter Egg.

Mittlerweile ist es den Angestellten großer Software-Firmen wie Microsoft leider verboten, Easter Eggs in ihren Computerprogrammen unterzubringen. Zu groß wäre die Gefahr, dass auf diesem Weg Viren oder andere Schadsoftware in den Umlauf gelangt. Aber keine Sorge: Die Ostereier, die einestages für Sie gesammelt hat, sind allesamt vollkommen ungefährlich.

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