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einestages

Polnischer Geheimagent Karski

"Als würde ich mich durch eine Masse aus Tod und Verwesung kämpfen"

1942 schleuste sich der polnische Agent Jan Karski in ein Transitgetto für die NS-Todesfabriken ein. Verstört kehrte er zurück - und zerbrach daran, dass sein Bericht das Morden nicht stoppte.

USHMM/ Carol Harrison
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Mittwoch, 16.05.2018   11:03 Uhr

Nachdem er sich ins Getto geschlichen und wieder herausgekommen war, wurde dem polnischen Untergrundoffizier Jan Karski speiübel. Tagelang musste er sich übergeben, überwältigt von dem, was er in Izbica Lubelska in der Nähe des ostpolnischen Lublin gesehen hatte.

Und immer, wenn er später daran zurückdachte, stellte sich diese Übelkeit wieder ein. Als wäre sie das einzig mögliche Gefühl, mit dem man auf den Horror reagieren konnte.

Jan Karski erfüllte einen Auftrag, als er im Spätsommer 1942 durch das Tor des Durchgangsgettos Izbica schritt, von dem aus die Nazis Tausende Juden in die Vernichtungslager Sobibor und Belzec deportierten. Er war ein Kurier und treuer Offizier, der den Alliierten und der polnischen Exilregierung in London berichten sollte, was die Nazis mit den Juden machten.

Bald wurde daraus mehr als ein Auftrag, eine Lebensaufgabe. Er habe alles getan, schrieb er später, um "zu argumentieren, zu überzeugen, zu beweisen" und "die Wahrheit hinauszuschreien".

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Holocaust: Heimlich bei den Mördern

Bereits Ende August 1942 hatte Karski heimlich das Warschauer Getto besucht und mit verzweifelten Funktionären der jüdischen Gemeinde gesprochen. Im Sommer 1942 tüftelten Judenvertreter dann den Plan aus, wie er unauffällig nach Izbica gelangen sollte. Karski tauschte die Uniform mit einem ukrainischen Wärter, der sich an diesem Tag krankmeldete. Ein zweiter Ukrainer geleitete ihn durchs Tor, vorbei an den deutschen Aufsehern und weg von den anderen Ukrainern, damit ihn niemand verriet.

Beiläufig erklärte er Karski, wie die Ukrainer Geschäfte mit den Juden machten: Wer jemanden freihaben wollte, bezahlte den Wärtern viel Geld, damit sie den Todgeweihten hinausschleusten. Retten? Für diese Frage habe der Ukrainer ihn verächtlich angesehen, berichtete Karski 1944 in seiner Autobiografie "Story of a Secret State" ("Mein Bericht an die Welt"). Denn darum ging es nicht. Nur ums Geld.

Die Zocker und Verräter, aber auch die Furchtlosen und Großherzigen - Karski lernte in seiner Zeit bei der polnischen Heimatarmee Armia Krajowa die unterschiedlichsten Charaktere kennen. Er selbst wurde 1914 in Lodz als Jan Kozielewski geboren und blieb auch nach dem Krieg bei seinem Tarnnamen. In Lemberg, heute Lwiw in der Ukraine, studierte er Jura und Diplomatie, machte Station im polnischen Außenministerium und in den Konsulaten in London und Warschau.

Flucht vor der Gestapo

1939 wurde er bei Kriegsausbruch zum Militär eingezogen. Sein Leben liest sich stellenweise wie ein Agententhriller, etwa als er in sowjetische Hände geriet und sich in der Uniform eines einfachen Soldaten scheinbar auf einen Gefangenentausch mit den Deutschen einließ - nur um sich auf der Weiterfahrt in ein Häftlingslager aus dem Güterwaggon fallen zu lassen.

Eher zufällig wurde er danach zum Untergrundoffizier. Zurück in Warschau traf er auf einen alten Bekannten, der ihn für die Heimatarmee anwarb. Karski sprach neben Polnisch auch Englisch, Deutsch und Französisch. So avancierte er schnell zum Kurier, der quer durchs kriegsgeschüttelte Europa reiste, um der polnischen Exilregierung erst in Paris, dann in London zu berichten, wie es in Polen aussah.

Einmal schnappte ihn die Gestapo, als er auf dem Weg in die Slowakei die Gebirgskette der Hohen Tatra überquerte. SS-Männer folterten ihn solange, bis er sich aus Verzweiflung eines Nachts die Pulsadern aufschnitt. Er kam ins Krankenhaus, in dem viele Ärzte und Krankenschwestern dem polnischen Untergrund angehörten. Als er wieder gesund war, sprang er mit ihrer Hilfe aus dem Fenster und versteckte sich bei Soldaten der Heimatarmee.

Angst und Wahnsinn

"Wir gingen durch einen Hain schwächlich aussehender Bäume", schreibt Karski in seinen Erinnerungen über seinen wohl eindrücklichsten Auftrag im Getto Izbica. "Und dann tauchte direkt vor uns das schreiende, schluchzende Todeslager auf." Neue Häftlinge wurden an jenem Tag erwartet, doch was passierte mit denen, die bereits da waren? Karski erstarrte, als er sie sah:

Sie (die Juden) fuchtelten mit den Händen, schrien, zankten, fluchten und bespuckten einander. Hunger, Durst, Angst und Erschöpfung hatten sie alle in den Wahnsinn getrieben. Man hatte mir gesagt, dass es üblich war, sie im Lager drei oder vier Tage lang ohne einen Tropfen Wasser oder Nahrung zu lassen.

So beschreibt Karski es in seinem "Bericht an die Welt", der später zum Bestseller wurde. Die Menschen wurden in Waggons am Rande des Lagers getrieben. Schüsse knallten ringsum in die Menge, bis die Wagen zum Bersten voll waren und man nur noch hineinkam, indem man seinen Vordermännern auf Kopf und Schultern stieg. Normalerweise durften höchstens hundert Personen stehend in einem Waggon mitfahren. Die Nazis erhöhten wohl auf mindestens 130 und mehr.

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Um zu seinem endgültigen Aussichtspunkt zu gelangen, musste Karski seinem ukrainischen Kontaktmann quer durch das hoffnungslos überfüllte Lager folgen. Der Begleiter wand sich geübt zwischen den Körpern hindurch, aber Karski kam an seine Grenzen, wie er später schrieb:

Ich musste mich einen Fuß nach dem anderen durch die Menge schieben und dabei über menschliche Gliedmaßen steigen. Es war, als würde ich mich durch eine Masse aus schierem Tod und Verwesung kämpfen.

Alleingelassene Kleinkinder krabbelten seinen Beschreibungen zufolge verängstigt über den Boden, greise Männer saßen apathisch und bewegungslos da.

Verstört und ungeschickt stieß ich immer wieder mit jemandem zusammen oder trat auf eine der Gestalten, die dann wie ein Tier reagierten, meist mit einem Stöhnen oder Aufjaulen.

Die Waggons in Izbica waren mit Ätzkalk ausgekleidet, eine dicke Schicht weißen Pulvers überzog die Böden. Eine perfide Taktik, deren Sinn sich Karski schnell erschloss. Wenn Wasser auf den Kalk trifft, entsteht extreme Hitze. Feuchtes Menschenfleisch hat dabei keine Chance - es verbrennt, an Ort und Stelle. So wurde den Juden das Fleisch lebendig von den Knochen gefressen.

Warum tut die Welt nichts?

Noch während er vor Ort um Fassung rang, muss in Karski die Frage gereift sein: Warum tut die Welt nichts, um das hier zu beenden? Den Massenmord an den Juden zu stoppen, sollte das nicht das oberste Ziel der Alliierten sein?

Karski war einer der wenigen, die den Holocaust bezeugten und sich mit ihren Erkenntnissen an die internationale Gemeinschaft wandten: Widerstandskämpfer Witold Pilecki ließ sich von der Heimatarmee für zweieinhalb Jahre in Auschwitz einschleusen, um darüber zu berichten. Entmutigt, als die Alliierten nichts unternahmen, floh er schließlich aus der Hölle des Konzentrationslagers.

Der deutsche Industrielle und Nazigegner Eduard Schulte hatte sich in der Schweiz mit einem jüdischen Kontaktmann getroffen und ihm brisante Informationen über die geplante Vernichtung der Juden übermittelt. Diese wurden von Gerhart Riegner, Funktionär des Jüdischen Weltkongresses in Genf, im August 1942 in die USA weitergeleitet. All dies führte jedoch nicht dazu, dass die Alliierten Auschwitz und andere Lager angriffen oder bombardierten.

Pilecki, Schulte, Riegner und schließlich auch Karski - sie alle verbitterten darüber, dass man ihnen nicht glaubte. Dem unerschrockenen Pilecki wurde gar nach dem Krieg im kommunistischen Polen der Prozess gemacht, weil er gegen die neuen Machthaber agitierte und der Heimatarmee gedient hatte und nicht der ebenfalls im Land vertretenen kommunistischen Volksarmee.

Die Tränen eines mutigen Mahners

"Denken Sie, ich lüge?", soll Karski den sprachlosen US-Verfassungsrichter Felix Frankfurter auf einer Reise in die USA gefragt haben. "Ich habe nicht gesagt, dass Sie lügen", sei Frankfurters Antwort gewesen. "Ich habe gesagt, ich kann es nicht glauben."

Karski hatte in Izbica genug gesehen. Er verließ das Lager, wechselte seine Uniform und übergab sich in der Küche seines Kontaktmannes vor Schock und Ekel, bis er nur noch Blut und Galle spuckte. Dann fiel er in einen tiefen Schlaf.

Mit seinem Bericht reiste er schließlich über Spanien bis nach England, wo er der polnischen Exilregierung, aber auch zahlreichen britischen Parlamentariern erzählte, was er erlebt hatte. Am 23. Juli 1943 hörte ihn US-Präsident Franklin D. Roosevelt in Washington an. Doch Roosevelt fragte vor allem nach der polnischen Untergrundbewegung - das Schicksal der Juden war für ihn zweitrangig.

Karski kehrte kurz nach London zurück, wurde in der Zwischenzeit von den Nazis enttarnt und ließ sich in den USA nieder. Dort promovierte er und veröffentlichte 1944 den "Bericht an die Welt". Danach geriet er in Vergessenheit - bis der französische Filmemacher Claude Lanzmann ihn für die Dokumentation "Shoah" ausfindig machte und so lange bearbeitete, bis Karski bereit war, zu erzählen.

Am Ende weinte er, der furchtlose Ex-Agent, vor der Kamera, aus Entsetzen darüber, nicht mehr erreicht zu haben. 15 Jahre nach Lanzmanns Welterfolg von 1985 starb Karski hochbetagt in Washington.

insgesamt 13 Beiträge
Michael Blay 16.05.2018
1. Ds ist ein Teil der Katastrophe,
daß das Schicksal der Juden in Deutschland keinen Machtträger in England oder den USA interessierte. Es gab viele private Institution dort die versuchten Einfluss zu nehmen, um z.B. die britische Seeblockade für den Transport [...]
daß das Schicksal der Juden in Deutschland keinen Machtträger in England oder den USA interessierte. Es gab viele private Institution dort die versuchten Einfluss zu nehmen, um z.B. die britische Seeblockade für den Transport von Kindernahrung in das deutsche Reich zu öffnen, um die schlechte Versorgungslage der deutschen Juden zu lindern, ohne Erfolg. Geschweige denn die Erhöhung der Einreisequoten in die USA. Dort hatte man zuviel Angst, das die deutschen Juden den Kommunismus bringen würden. Roosevelt selbst lehnte seine Unterstützung eines Gesetzesentwurfs ab, wengisten mehr Flüchtlingskinder aus Deutschland aufzunehmen (Juni 1939). Auch wenn das Entsetzen teiweise groß war über die Behandlung der Juden in Deutschland, das weitere Schicksal interessierte leider niemanden.
Jens Kramer 16.05.2018
2. Wieso waren Ukrainer
Wieso waren Ukrainer als KZ-Wachleute für die Nazis tätig? Die Ukraine war doch auch von den Nazis überfallen worden.
Wieso waren Ukrainer als KZ-Wachleute für die Nazis tätig? Die Ukraine war doch auch von den Nazis überfallen worden.
Thomas Schröter 16.05.2018
3. Ob sich die Situation tatsächlich verbessert hat?
Sicher gebührt Karski alle Hochachtung aber letztlich muß seine Geschichte als Mahnung dienen vor der Eigenart der Menschen Blickverstellungen nicht überwinden zu können/ zu wollen und sich die Realität schön zu reden. [...]
Sicher gebührt Karski alle Hochachtung aber letztlich muß seine Geschichte als Mahnung dienen vor der Eigenart der Menschen Blickverstellungen nicht überwinden zu können/ zu wollen und sich die Realität schön zu reden. Bisher durfte die Frage im SPON-Forum nicht gestellt werden inwieweit diese Zustände tatsächlich überwunden wurden und sich nicht etwa hinter schönen Fassaden verbergen. Was passiert denn eigentlich in unseren Psychiatrien, Hospizen und Orten in denen Menschen aus welchen Gründen auch immer oft bis zum Ableben weggesperrt werden? Wer unter den älteren hat dort nicht schon fürchterliche Dinge erlebt oder von anderen mitgeteilt bekommen? Was ist mit den vielen Menschen die infolge Drogenmißbrauch oder anderen ungünstigen Verhaltensweisen erkranken und vor sich hin siechen. In einer seiner Vorlesungen erklärte der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup noch in den Neunzigern, das unser Rentensystem vom Prinzip des Nettobeitragszahlers getragen wird und da entscheidend den Rauchern, also jenen die einzahlen und Dank Drogenkonsum im Schnitt vorzeitig ableben und somit als Leistungsempfänger ausfallen. Erst im letzten Wintersemester erklärte ein bekannter und angesehener Pädagogikprofessor in der Einführungsvolesung an einer hessischen technischen Universität, daß das faschistische System aus seiner SIcht sehr wohl überdauert hat und intakt fortbesteht.
erwin fortelka 16.05.2018
4. Zu diesem Thema
......hat es viele Dokumentationen, auch Spielfilme, gegeben. Die Wirklichkeit konnten sie natürlich nicht darstellen, sie ist auch nicht darstellbar. Bedrückend und verwerflich ist, dass im Nachkriegsdeutschland dieser Teil der [...]
......hat es viele Dokumentationen, auch Spielfilme, gegeben. Die Wirklichkeit konnten sie natürlich nicht darstellen, sie ist auch nicht darstellbar. Bedrückend und verwerflich ist, dass im Nachkriegsdeutschland dieser Teil der deutschen Geschichte niemals ehrlich und konsequent juristisch aufgearbeitet wurde. Zu viele der Mörder waren unter uns und konnten im Nachkriegsdeutschland (auch im neuen Staats- und Justizapparat) glänzende Karrieren machen. Einige wenige wurden (zu spät mit über 90 Jahren) in jüngster Zeit noch verurteilt, und das ist auch richtig so, hier musste schließlich ein Jahrtausendverbrechen gesühnt werden. Und besonders schlimm ist: Es gibt sie noch und in jüngster Zeit wieder: Die politischen Leugner unbd Relativierer. Bleibt wieder der Satz von Bertolt Brecht: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch." Erwin Fortelka (Klarname)
Oliver Meyer 17.05.2018
5. Wut macht blind
Wenn man obigen Artikel liest überkommen einen Entsetzen, Bestürzung und Wut. In einem solchen Gefühls-Zustand jedoch ist die rationale Betrachtung einer Sache extrem eingeschränkt, man wird sozusagen blind. Man kann jedoch [...]
Wenn man obigen Artikel liest überkommen einen Entsetzen, Bestürzung und Wut. In einem solchen Gefühls-Zustand jedoch ist die rationale Betrachtung einer Sache extrem eingeschränkt, man wird sozusagen blind. Man kann jedoch den Artikel auch sachlich und frei von Emotionen zu betrachten versuchen. Wie ein Agenten-Thriller, so sei das Leben des Protagonisten gewesen. Kreuz und quer bewegte er sich mitten im Krieg durch Europa, mal war er Soldat, dann Agent, dann („eher zufällig“) Unteroffizier, er überstand einen Fall vom Güterwaggon, einen Sprung aus dem Krankenhaus-Fenster, das Aufschneiden der Pulsadern, Folter der SS, schlich sich unbemerkt in ein Nazi-Todeslager hinein und wieder hinaus usw. Die Lebenserfahrung sagt einem, daß Menschen, die ihr Leben als Agenten-Thriller darstellen, dazu neigen, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Betrachten wir den Text mal genauer. Karski sagt, der Gang durch das Gedränge in dem Ghetto sei ganz schlimm gewesen, es kam ihm vor, als würde er sich durch eine Masse von Tod und Verwesung kämpfen. Im Kopf des Lesers entsteht das entsetzliche Bild von Leichenbergen und bleibt hängen. Tatsächlich hat Karski aber nicht wirklich behauptet durch verwesende Leichen gegangen zu sein sondern lediglich durch qualvolles Gedränge lebender Menschen. Dann will er die Deportationszüge inspiziert haben. Er will erkannt haben, daß diese chemisch so präpariert waren, daß den Menschen bei lebendigem Leibe das Fleisch von den Knochen gefressen würde. Er behauptet nicht, solche unvorstellbaren Morde wirklich gesehen zu haben aber im Kopf des Lesers entsteht dieses Bild und wird zur Tatsache. Bevor die Menschen in den Vernichtungszug gezwängt wurden, waren seien sie außerdem bereits alle wahnsinnig vor Durst gewesen, sie schrien, zankten und bespuckten einander weil sie drei bis vier Tage lang (so habe man ihm gesagt) nichts zu trinken bekommen hatten. Wenn man 3-4 Tage nichts trinkt kann man dann eigentlich noch schreien und zanken? Kann man sich dann noch bespucken? Und wenn die Menschen im Zug bereits so unfaßbar grausam getötet wurden, wer wurde dann am Ziel (dem Vernichtungslager) eigentlich noch getötet? War die Fahrt dahin dann nicht völlig überflüssig? Darf man eine solche Frage überhaupt denken? Karski war verbittert, daß man ihm nicht glauben wollte. Auch Felix Frankfurter, selber Jude, Richter am obersten Gerichtshof der USA und Berater des Präsidenten, wollte ihm nicht glauben. Die Frage für uns jedoch ist: darf man an solchen Geschichten auch zweifeln, darf man sie auch nicht glauben? Oder besteht für uns nicht vielmehr die moralische Pflicht zum Glauben? Karski, so steht es in dem Artikel, ist einer der Wenigen, die den Holocaust bezeugten, nur was hat er denn, bei genauer Betrachtung seiner Schilderungen, eigentlich wirklich davon gesehen? Eigentlich hat er nichts weiter gesehen als ein überfülltes Ghetto. Darf man einen der wenigen Zeugen des Holocausts so hinterfragen oder ist es nicht besser in diesem Fall zu glauben. So wie ein Christ auch hinnimmt, was in der Bibel steht, auch wenn ihm manches davon seltsam oder falsch vorkommt.

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