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einestages

Augenblick mal!

Was wächst denn da?

Was für ein Bart! Das Kinn bewachsen, die Koteletten handgroß, das Haupthaar voll. Aber warum wächst es so ungleichmäßig? Und bewegen sich die Stoppeln etwa?? Jeden Monat präsentiert einestages ein verblüffendes Foto - und erzählt die Geschichte dahinter.

CORBIS
Dienstag, 02.10.2012   18:14 Uhr

Was war denn da los? Der erste Gedanke: Geh zum Friseur! Das Haar wuchert ins Gesicht, es wächst beinahe ins linke Auge, es hängt wirr vom Kinn, es bedeckt die Ohren. Da muss doch mal einer mit der Schere bei! Der zweite Gedanke: Vielleicht trug man das früher so?

Natürlich nicht. Es sei denn, man war Imker wie Earl Kellogg. Der wollte 1954 an einem dieser in den USA so beliebten Bartwettbewerbe teilnehmen, der in seinem Fall anlässlich der Hundertjahrfeier des Floyd Countys in Charles City, Iowa, stattfand. Kellogg hatte allerdings ein Problem: Er hatte keinen Bart. Nur Bienen.

Also schmierte er sich Honig ums Maul und lockte so die Bewohner seiner 54 Bienenstöcke an. Die Immen flogen sofort auf Kellogg und tummelten sich an dessen Kinn, Wangen und um seine Stirn. Ob die perfekte Choreografie in Bartform für den Sieg reichte oder die Wertungsrichter die Flucht ergriffen, ist nicht bekannt.

insgesamt 1 Beitrag
Ernst Woll 04.10.2012
1.
Ein sehr eindrucksvolles Bild. Sobald man erkennt, dass es Bienen und keine Haare sind, bekommt man Gänsehaut, weil fast jedermann Angst vor Bienenstichen hat. Allerdings weiß der Imker, dass Bienen nur stechen, wenn sie sich [...]
Ein sehr eindrucksvolles Bild. Sobald man erkennt, dass es Bienen und keine Haare sind, bekommt man Gänsehaut, weil fast jedermann Angst vor Bienenstichen hat. Allerdings weiß der Imker, dass Bienen nur stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Nach dem Stich stirbt die Biene in der Gewissheit, dass sie ihr Volk gerettet hat. Earl Kellogg hat Mut bewiesen, denn wenn er eine Biene auch nur unsanft bedrängt oder gar gedrückt hätte, wären unweigerlich Stiche gefolgt. In der Regel löst auch die Bedrohung nur einer Biene oft eine Kettenreaktion aus, weil bei diesen Insekten eine ausgesprochene gegenseitige Hilfe gibt. Diese Haarpracht dürfte kein Modetrend werden!

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