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einestages

Meghan Markle heiratet Prinz Harry

"Ich gebe ihnen mehr als 50 Prozent"

Es ging nicht immer gut aus, wenn Amerikanerinnen in den europäischen Hochadel einheirateten. Im Fall von Meghan Markle ist Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert optimistisch - und gibt Tipps fürs Eheglück.

Getty Images/ Gamma-Rapho
Von und
Dienstag, 15.05.2018   09:39 Uhr

Zur Person

einestages: Herr Seelmann-Eggebert, US-Bürgerinnen gingen in der Vergangenheit schon öfter Ehen mit Adeligen aus aller Welt ein. Wie verrückt sind Amerikaner eigentlich nach Royals?

Seelmann-Eggebert: Offenbar sehr. Früher kannten die großen US-Magazine vor allem ein Thema: Hollywood. Als es die großen "Fürsten" dort nicht mehr gab, orientierten sie sich nach Europa und entdeckten den Adel für sich. Insbesondere amerikanische Präsidenten schmücken sich nach wie vor sehr gern mit Royals - Donald Trump wartet noch immer sehnsüchtig darauf, nach London eingeladen zu werden.

einestages: Hat diese Sehnsucht auch damit zu tun, dass die USA selbst keine Königshäuser besitzen?

Seelmann-Eggebert: Da geht es den Amerikanern wie den Deutschen. Wir haben unsere Obrigkeit 1918 eingebüßt, was auch gut so war. Aber: Glanz und Gloria sind wir damit auch losgeworden. Deshalb borgen wir uns immer wieder gern den fremden Glamour. Genauso stelle ich mir das bei den Amerikanern vor: Man braucht keine alten Könige, aber erfreut sich trotzdem gern dran.

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American Royalty: Diese Amerikanerinnen fanden einen Prinzen

einestages: Früher war die Ehe zwischen Blaublütern und Bürgerlichen tabu. Als Erbprinz Albert von Monaco die Amerikanerin Alice Heine heiraten wollte, streikte Fürst Charles III. - die Hochzeit wurde erst nach dessen Tod 1889 gefeiert.

Seelmann-Eggebert: Und 1936 schrie ganz England auf, als König Edward VIII. die Amerikanerin Wallis Simpson zur Königin machen wollte, eine zweifach geschiedene Frau! Unisono entschied das gesamte Commonwealth: Nein, das geht nicht. Die Engländer haben es Edward nie verziehen, dass ausgerechnet er, Everybody's Darling, das Land in diese Lage brachte. Der König musste abdanken, um seine Wallis zu heiraten.

einestages: Heute ist es Standard, dass Prinzen sich Bürgerliche zur Frau nehmen.

Seelmann-Eggebert: Eine Revolution hat die Königshäuser in Europa erfasst. Spanien, die Niederlande, Norwegen, Großbritannien: Wo Sie hinschauen, wird auswärtig und unter dem eigenen Stand geheiratet. Einzig Philippe von Belgien hat 2013 eine Aristokratin geehelicht, die Gräfin Mathilde.

einestages: Wie kam es zu dieser Revolution?

Seelmann-Eggebert: Die Königshäuser haben sich den heutigen Zeiten angepasst. In Norwegen etwa sperrte sich König Olav V. jahrelang gegen die Ehe seines Sohnes Harald mit der aus bürgerlichen Verhältnissen stammenden Sonja. Er gab erst nach, als Harald damit drohte, auf die Krone zu verzichten. Enkel Haakon hat noch einen draufgesetzt und die alleinerziehende Mette-Marit geheiratet.

einestages: Zurück zu den nicht immer glücklichen US-Prinzessinnen. Hollywood-Diva Rita Hayworth war nur vier Jahre lang mit ihrem Aga Khan verheiratet, auch Grace Kellys Ehe mit Fürst Rainier war schwierig. Woran hat's gehapert?

Seelmann-Eggebert: Das Prinzen- und Prinzessinnen-Dasein ist kein wirkliches Vergnügen. Es wird viel von einem erwartet, man ist ständig unterwegs, muss alle Jahre wieder die Schirmherrschaft beim Nähwettbewerb übernehmen. Das liegt nicht jedem. Wenn überhaupt, wäre ich gern der jüngere Bruder des Prinzen: Mit vielen Rechten und wenigen Pflichten. Möglich, dass die Amerikanerinnen sich schwerer tun mit der Monarchie. Diesem starren, hierarchischen System, das sie aus ihrem Land nicht kennen.

einestages: Grace Kelly litt stark darunter, ihre Schauspielkarriere an den Nagel gehängt zu haben. Auch Meghan Markle hat sich zu diesem Schritt entschlossen. Wird sie das bereuen?

Seelmann-Eggebert: Es gibt keine andere Möglichkeit, diesen Job erkennt die Krone nicht an. Aber: Markle hat ja schon gezeigt, dass sie auch anders kann: Im Auftrag der Vereinten Nationen engagiert sie sich für Gleichberechtigung und die Stärkung von Frauenrechten. Das wäre ein Thema, mit dem sie in Großbritannien sicherlich nicht aneckt.

DPA

Das glückliche Paar: Prinz Harry und Meghan Markle nach Bekanntgabe ihrer Verlobung

einestages: Sie haben als Berichterstatter schon so viele königliche Hochzeiten miterlebt und Ehen enden sehen. Gibt es eine Erfolgsformel für royales Eheglück?

Seelmann-Eggebert: Der Prinz darf seine Frau nicht alleine lassen, wie dies Charles damals mit Diana getan hat. Nähe spielt eine große Rolle. Auf der anderen Seite sollte die Prinzessin ihren Partner nicht ausstechen. Und akzeptieren, dass sie stets drei Schritte hinter dem Monarchen geht.

einestages: An welchem Vorbild sollte sich Markle orientieren?

Seelmann-Eggebert: Nehmen Sie Prinzessin Anne, das ist eine handfeste Prinzessin. Die scheut sich nicht, nach Afrika zu fahren, um Aidskranke und hungernde Kinder zu besuchen.

einestages: Megan Markle hat Internationale Beziehungen studiert, genau wie die Amerikanerin Sarah Butler, die 2000 Prinzessin Zeid von Jordanien wurde. Eine gute Vorbereitung für die royale Ehe?

Seelmann-Eggebert: Ein Studium kann nur von Vorteil sein (lacht). Aber es hilft nicht dabei, dass man sich an einen gewissen Lebensstil gewöhnen muss. Das kann man nicht wegdiskutieren.

einestages: Welche war für Sie bislang die schönste Adelshochzeit?

Seelmann-Eggebert: Am spektakulärsten war natürlich die von Diana und Charles 1981. Ich war damals ARD-Korrespondent in London - selbst die linkesten Redaktionen im Haus interessierten sich nur noch dafür. Berührt hat mich auch die Hochzeit von Viktoria von Schweden. Sie heiratete 2010 ihren Fitnesstrainer, was im Vorfeld zu viel Geläster geführt hatte. Doch dann hielt der eine so poetische Rede, wundervoll. Und beachtlich war auch der Hochzeitskuss-Rekord von Máxima und Willem-Alexander: 5.25 Sekunden.

einestages : Welche Chancen räumen Sie der Ehe von Meghan und Harry ein?

Seelmann-Eggebert: Als ich Meghan das erste Mal im Fernsehen sah, so als Star einer Soap-Opera, da war ich skeptisch, das muss ich zugeben. Aber dann kam ihr starker Auftritt vor den Vereinten Nationen 2015. Und ich dachte: Schön, das kann was werden. Harry ist zwar selbst ein bisschen ein Tunichtgut, aber er hat sich sehr um Meghan gekümmert, sie gut im Königshaus eingeführt.

einestages: Verraten Sie uns zum Schluss Ihre persönliche Prognose?

Seelmann-Eggebert: Ich gebe ihnen mehr als 50 Prozent.

insgesamt 1 Beitrag
Volker franz 16.05.2018
1. Meine Meinung
Ich bin kein Psychologe. Trotzdem sage ich voraus: Es wird Probleme geben. Ich erinnere mich an Silvia Sommerlath und andere "Buergerliche" (Die daenische aus Tasmanien) wo es passte! Jeder mag Harry und "the [...]
Ich bin kein Psychologe. Trotzdem sage ich voraus: Es wird Probleme geben. Ich erinnere mich an Silvia Sommerlath und andere "Buergerliche" (Die daenische aus Tasmanien) wo es passte! Jeder mag Harry und "the miracle", ich bin skeptisch.

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