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Protest gegen Interview: Lanz-Petition geht vorzeitig zu Ende

Ihre Online-Petition erregte zwei Wochen lang die Nation: Maren Müller, Gründerin der Initiative "Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag", hat das vorzeitige Ende der Unterschriftensammlung angekündigt. Doch die Leipzigerin will das Thema weiterverfolgen. Online-Petition gegen Markus Lanz: Maren Müller verkündet Ende - SPIEGEL ONLINE
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#90 - 02.02.2014, 00:49 von Nevermeind

Zitat von benedetto089
(...) Wer die Sprache versteht kann sich ja mal das italienische Fernsehen zum Vergleich antun. (..)
Das ist auch ziemlich gut, RAI hat eine ganze Reihe Spartensender aehnlich wie die Oeffentlichen in Deutschland.

#91 - 02.02.2014, 01:39 von romanpg

Wer glaubt, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen durch Boykott eins auswischen zu können, der hat den größten Fehler des maroden Systems nicht erkannt, oder will ihn nicht erkennen. Es ist den "öffentlichen" vollkommen egal, wie viele Menschen ihr Programm schauen, da sie aufgrund der zwangsgebühren nicht auf die Einschaltquote zur Finanzierung angewiesen sind. Was glauben sie eigentlich, wie viele öffentlich-rechtliche Sender eine Quote von unter einem Prozent haben und trotzdem fröhlich weiter senden?

#92 - 02.02.2014, 03:18 von rotertraktor

Ich - Bild' Dir Deine Meinung

Der Werbespruch der Bild-Zeitung gilt als Mantra aller Meinungsmacher, allerdings mit dem kleinen Wörtchen "Ich" davor:

Ich, Friede Springer, bild Dir Deine Meinung.
Ich, Mathias Döpfner, bild Dir Deine Meinung.
Ich, Thomas Bellut (von Roland Koch auf den ZDF-Intendantenstuhl gehievt), bild Dir Deine Meinung.

Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, aber allen gemein ist die Selbstverständlichkeit, dass sie von oben herab ihrer Kundschaft ihre Meinung aufoktroyieren. Und nun wagen es mal ein paar Konsumenten-Rebellen, sich nicht mehr als mediale Mastgänse allen Müll in sich reinstopfen zu lassen, der ihnen von oben verordnet wird, und den sie sogar selber bezahlen müssen.

Da die großen deutschen Medienanstalten anscheinend selbst nicht in der Lage oder willens sind, ihre Arbeit zu reflektieren und zu analysieren, hat das Institut für empirische Medienforschung einige interessante Ergebnisse zusammengetragen. Zum Beispiel die Analyse für September 2013, einem Monat, der wegen der Bundestagswahl besonders wichtig war:

http://www.ifem.de/infomonitor/jahr-...2013-september

Die LINKE - 73 TV-Auftritte - BTW 8,6%
Grüne - 258 TV-Auftritte - BTW 8,4%
CSU - 109 TV-Auftritte - BTW 7,4%
FDP - 218 TV-Auftritte - BTW 4,8%

Aber auch in den folgenden (Nichtwahl-)Monaten sah es ähnlich aus. Die letzte veröffentlichte Analyse ist für Dezember 2013 und sieht so aus:

http://www.ifem.de/infomonitor/jahr-...-2013-dezember

Die LINKE - 31 TV-Auftritte - BTW 8,6%
Grüne - 94 TV-Auftritte - BTW 8,4%
CSU - 112 TV-Auftritte - BTW 7,4%
FDP - 101 TV-Auftritte - BTW 4,8%

Im Dezember hatte sogar die NPD mit 12 TV-Auftritten fast halb so viele wie die LINKE. Welche Rückschlüsse man daraus auf die politischen Präferenzen der deutschen TV-Intendanten ziehen könnte, das möchte ich hier nicht näher erörtern.

Fest steht jedoch, dass die LINKE in den deutschen Medien systematisch vernachlässigt, ignoriert, oder wenn sie denn mal erwähnt wird, dann wie bei Lanz runtergemacht wird.

Da hilft dann auch kein Umschalten mehr, wenn überall dieselben Tendenzen festzustellen sind. Wenn ich als TV-Konsument auf meiner Speisekarte nur noch zwischen Mist, Müll und Moppelkotze wählen darf, dann ist das keine echte Wahl, bzw. die Wahl fängt erst dann an, wenn man auch schon bei der Erstellung der Speisekarte mitbestimmen darf.

Genau das ist es, was mit der Petition gefordert wurde, aber genau das ist auch, was die selbstherrlichen "Meinungsmacher" partout nicht haben wollen und nun von ihren diensteifrigen Lohnabhängigen wie zb. Otti Fischer öffentlich zerreden lassen.

#93 - 02.02.2014, 04:08 von loddaxxl

taten statt worten

Das ZDF schaut doch niemand mehr
Die haben im zuschauerschnitt Leute mit 60

#94 - 02.02.2014, 14:54 von Steve Holmes

Zitat von solarfix
Wenn ich schon zwangsweise GEZ-Gebühren bezahle, dann will ich auch mitbestimmen, was mit meinem Geld passiert, bzw. welche Sendungen damit finanziert werden.
Sie haben da etwas grundsätzlich falsch verstanden. Der Zwangsbeitrag wird erhoben damit sie nicht mitbestimmen können und sich die Einschaltquote nicht auf die Einnahmen auswirken.

#95 - 02.02.2014, 15:44 von UweZ+

...

Zitat von davincione
" seitens 233 Tsd. "Pöbeln" - die sich offensichtlich nicht mal ein ureigenes Management leisten können - beeindrucken lassen soll" So ist es, denen fehlt ein eigenes Management, so dass sie auf eine solche unmoralische offene Ressource zurückgreifen müssen. Das ist ja wirklich pfui! Das ist, als ob man ohne Mercedes irgendwo vorfahren wollte, um etwaig Eindruck zu schinden. Das wäre ja nachgerade lächerlich...
JA - die Annahme, dass die Wahrnehmung unserer Mitbürger durch Öffentlichkeitsarbeit-Management (heutzutage: gewerbliche Agenturen) beliebig dominiert werden könne, ist in unserer schnuckligen Republik sehr weit verbreitet. Was angesichts der deutschen Nazi-Geschichte ja durchaus nachvollziehbar ist.

Diese Annahme ist aber augenscheinlich falsch, wie wir jetzt wissen.
Denn es ist OFFENSICHTLICH sehr leicht möglich, eine massenmedial-konzertiert organisierte Beeinflussung der bürgerlichen Meinungsbildung kollektiv zu durchbrechen.
Die hier genannte Online-Petition erreichte nachweislich ein weit höheres Wahrnehmungsniveau auf Seiten der Bevökerung, als das die Petition auslösende, TV-massenmedial verstärkte Kampagnen-Duo Lanz/Jörges
.
Das ist ein Schlag ins Gesicht der gewerblichen Kampagnen-Macher...!
Ihre Majestät, der/die Kampagnen-Auftraggeber dürfte(n) "not amused" sein. Verständlich, der/die haben schliesslich gelöhnt - und bekamen dann exakt das Gegenteil von dem geliefert, was ihnen zugesagt wurde.
That's not funny - stellt dies doch ein als unschlagbar übermächtig suggeriertes Geschäftsmodell in Frage. Und auf dem Strassenstrich gewerblicher "Öffentlichkeitsarbeit" geht's bekanntlich um richtig viel Kohle, die die schmierigen Kampagnen-Luden natürlich auch weiterhin einsacken wollen.

Zitat von davincione
..."Aber wenn das Fischermans-Friend-mäßig stimmt, bleibt mir nur zu sagen: schade Otti! Diese Delle in deinem Ansehen bei mir hätte nicht unbedingt sein müssen.
Auch meine Wenigkeit hat eine hohe Meinung von Ottfried Fischer.
Ich halte ihn für einen klugen Menschen (Otti Zitat: "Man muss sich selber treu bleiben, zumindest so lange man es sich leisten kann") mit einer ausgeprägten Neigung zur Rampensau, der seine Worte i.d.r. sehr treffsicher zu wählen weiss und der selbige normalerweise deshalb NICHT "über sein Management" mitteilen lassen muss.

Herr Fischer lies uns also nun über sein Management mitteilen, dass Online-Petitionen für ihn in die Kategorie "anonymisiert politische Kriegsführung" fallen und dass das ZDF genannten Moderator "nicht dem Pöbel vorwerfen" soll.
Da (i.) praktische gelebte Demokratie allerdings per Definition nicht anderes als "anonymisierte, politische Kriegsführung" (Kampf um Meinungshoheit) zwecks Eroberung von Stimmenmehrheiten darstellt.
Und da es (ii.) explizit dem Berufsbild eines TV-Moderators entspricht, sich ureigen von der Sendeanstalt dem anonymen (Zuschauer)Pöbel vorwerfen zu lassen.
Besteht (iii.) zwischen der "Forderung" Herrn Fischers und der Forderung der Online-Petition inhaltlich doch gar kein Unterschied...:-)

#96 - 02.02.2014, 16:11 von Nevermeind

Zitat von romanpg
(...)Was glauben sie eigentlich, wie viele öffentlich-rechtliche Sender eine Quote von unter einem Prozent haben und trotzdem fröhlich weiter senden?
Leute wie Sie merken anscheinend den Widerspruch nicht, der in solchen Saetzen steckt. Diese kleinen Quoten sind genau die Gruppen, die den Bildungs-, Kultur- und Informationsangeboten in den Haupt- und Spartensendern folgen, eben genau die Sendungen, die den stets eingeforderten Bildungsauftrag erfuellen. Die Masse schaut aber den Musikantenstadl, Pilcher und Sportueberragungen. Was jetzt also? Sollen die Oeffentlich-Rechtlichen wirklich nur noch Dokus und "anspruchsvolle Spielfilme", die Masse einfach komplett uebergehen und nur noch Nischen bedienen?

Wer gegen die Nischen protestiert mit dem Argument, den TV-Anstalten sei es egal, wie die Quoten sind, sollte sich dann aber auch nicht beschweren, wenn genau diese Nischen als erste verschwinden, wenn es dann mal so laeuft wie eingefordert.

#97 - 02.02.2014, 16:18 von Nevermeind

Zitat von Steve Holmes
Sie haben da etwas grundsätzlich falsch verstanden. Der Zwangsbeitrag wird erhoben damit sie nicht mitbestimmen können und sich die Einschaltquote nicht auf die Einnahmen auswirken.
An Ihrer Aussage ist etwas dran. Die Frage ist, wie man das bewertet. Ich finde das Angebot der Oeffentlich-Rechtlichen so wie es ist, gut, mehr als 10% interessiert mich zwar nicht, aber ich habe sowieso nicht die Zeit, mir alles anzuschauen, selbst von diesen 10%. Davon, dass jeder Depp "mitbestimmt", halte ich nichts, denn ich moechte auch weiter meine Dokus bei Phoenix und meine Krimis sehen und mir nicht von irgendwelchen Wutbuergern vorschreiben lassen, was gut oder schlecht sei. Der "Zwangsbeitrag" garantiert genau diese Pluralitaet, alles andere wuerde zu einem wie auch immer gearteten Einheitsformat fuehren, die Privaten machen es ja auf abschreckende Weise vor.

#98 - 02.02.2014, 16:43 von sinasina

Interessanter Beitrag

Zitat von rotertraktor
[...] Zum Beispiel die Analyse für September 2013, einem Monat, der wegen der Bundestagswahl besonders wichtig war: Die LINKE - 73 TV-Auftritte - BTW 8,6% Grüne - 258 TV-Auftritte - BTW 8,4% CSU - 109 TV-Auftritte - BTW 7,4% FDP - 218 TV-Auftritte - BTW 4,8% Aber auch in den folgenden (Nichtwahl-)Monaten sah es ähnlich aus. Die letzte veröffentlichte Analyse ist für Dezember 2013 und sieht so aus: Die LINKE - 31 TV-Auftritte - BTW 8,6% Grüne - 94 TV-Auftritte - BTW 8,4% CSU - 112 TV-Auftritte - BTW 7,4% FDP - 101 TV-Auftritte - BTW 4,8% Im Dezember hatte sogar die NPD mit 12 TV-Auftritten fast halb so viele wie die LINKE. [...]
Interessanter Beitrag

#99 - 02.02.2014, 16:44 von waltz

Geh doch rüber

Daß sich die Medien mehr über die Petition, als über Joffe'S unglaublichen, den Nationalsozialismus verharmlosenden, Keulenschlag echauffieren, läßt vermuten, sie sehen ihr Monopol als Fahrstuhlhoch/-runter-Halalimob mit Autoablaß bedroht.
"Schalt doch um", das klingt wie weiland "geh doch rüber". Joffe ist offenbar sakrosankt (wen es interessiert, der google mal nach dem ARD-Presseclub vom 15.1.06).
Gerade für einen Medienvertreter ist das inakzeptabel.

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