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SAP-Firmensitz Walldorf: Die Rundum-sorglos-Stadt

Tanja Kernweiss/ DER SPIEGEL Geld? Pah, kein Problem. Walldorf lebt von SAP - und das verdammt gut. Der Softwarekonzern prägt das Leben in einer der reichsten Gemeinden Deutschlands. Doch wie krisensicher ist das Schlaraffenland wirklich? Und wie lebenswert?
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#1 - 20.04.2017, 17:34 von xyce

Rundum Sorglos?

Nun, mit Sicherheit steht hier genügend Geld zur Verfügung, was z.B. aus Sicht der Familien mit Kindern in diese Bereiche gesteckt wird. Wo sonst gibt es für praktisch alle Ferienzeiten ausreichend Betreuungsangebote zum sehr fairen Preis, ausreichend Kitaplätze mit zt. sehr variablen Zeiten, ein modernes Hallenbad, viele sehr gut gepflegte Spielplätze usw.
Beim Thema "Rundum Sorglos" für Bürger wird allerdings manchmal auch übers Ziel hinausgeschossen.
Wer den Schwerpunkt der Kindererziehung und Bildung in Richtung Familie legen möchte, statt eine permanente Fremdbetreuung /-erziehung zu bevorzugen, hat es hier teilweise richtig schwer.
Oftmals bekommt man vorgehalten "Schau mal, das alles und das zu dem Preis, da würden sich andere die Finger nach lecken...". Faktisch wohl richtig, in der Auswirkung teilweise fatal.
Alles wird auf die Walldorfer SAP-Standardfamilie mit 2 Kindern ausgelegt, wo Papa und Mama Vollzeit bei SAP arbeiten, und die Kinder daher Allzeit fremdbetreubar sein sollten.
So kommt es dann, daß bspw. ein Ganztagesbetrieb in den Grundschulen zum defacto Standard erhoben wird, wer Regelschule möchte oder benötigt muss je nach Konstellation evtl. längere Schulwege zurücklegen.
In der Folge verhält es sich ähnlich mit vielen Dingen in Walldorf. Vieles was andernorts dringend herbeigesehnt wird, ist hier einfach vorhanden. Man muss sich aber im klaren sein, daß man hier auf einer Insel lebt, die man mittlerweile Wohntechnisch aber auch teuer bezahlt. Man sollte dabei aber nie vergessen, daß wenn man die Insel jemals verläßt, die Welt dort draußen anders tickt.

#2 - 20.04.2017, 18:18 von goethestrasse

ungleiche Verteilung der Gewerbesteuer..

siehe auch Eschborn bei Frankfurt. Habe auch kein Patentrezept, aber so kann es nicht gut gehen .

#3 - 20.04.2017, 21:05 von loskochos

Welches...

Problem hat denn der Autor mit Walldorf,SAP,seinen Mitarbeitern und den Menschen die dort Leben? In jedem 2. Satz findet sich irgendeine Spitze,ein frotzelndes Wort...etwa Neid auf den Verdienstdurchschnitt?

#4 - 21.04.2017, 09:57 von tuscreen

SAP ist wie Windows -- alle benutzen es, jeder flucht drüber. Ist wirtschaftlich für das dahinter stehende Unternehmen sicher lohnend, aber kann man wirklich stolz drauf sein, für eine Firma zu arbeiten, deren Produkt als unausweichliche Plage im Leben (so wie die Masern, schlechtes Wetter etc. ....) wahrgenommen wird?

Andererseits -- Geld stinkt ja bekanntlich nicht.

Microsoft hat das selbe Problem.

#5 - 21.04.2017, 18:06 von mueller1

Ist mir auch negativ aufgefallen

Zitat von loskochos
Welches ... Problem hat denn der Autor mit Walldorf,SAP,seinen Mitarbeitern und den Menschen die dort Leben? In jedem 2. Satz findet sich irgendeine Spitze,ein frotzelndes Wort...etwa Neid auf den Verdienstdurchschnitt?
Nach Lesen des Artikels musste ich aus diesem Grund als Erstes den Wikipedia-Artikel über die Autorin nachschlagen. Offenbar ist sie weit in der Welt herumgekommen und hat eine recht beachtliche Karriere hingelegt. Mir scheint aber, dass sie selten aus Großstädten herausgekommen ist und den Blick über den eigenen Tellerrand verlernt hat - soviel zur Filterblase unserer Journalisten-Elite.
Jedenfalls zeigt der Text eine ziemlich hochnäsige Haltung gegenüber der "badischen Provinz" - ein stilistischer Fauxpas, welchen mir ein Deutschlehrer als Wiederholung nicht durchgehen ließe. Die Schreiberin scheint recht wenig Ahnung von der "Metropol-Region Rhein-Neckar" zu haben. 2 DAX-Konzerne - neben SAP die BASF - haben hier ihren Sitz, Firmen wie Vögele, Daimler (pardon, natürlich Benz), und Deere (Lanz) sind hier mit großen Standorten vertreten, Mannheim und Heidelberg haben recht ordentliche Unis, der Rhein-Main-Flughafen ist weniger als eine Auto-Stunde entfernt. Insgesamt ist die Region wirtschaftlich recht erfolgreich ohne komplett von einer industriellen Monokultur abhängig zu sein. Aber es kann ja nicht sein was nicht sein darf. Deshalb wird künstlich ein imaginäres Problem kreiiert, indem die Perspektive auf Walldorf verengt wird. Natürlich würde Walldorf in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wenn es SAP irgendwann einmal schlechter gehen sollte - die Region würde damit eher zu fertig werden als andere Gegenden, die überwiegend nur von einer Branche wie Finanzen, Verwaltung, Stahl, Automobil- oder Schiffbau leben. Mag auch "Rhein-Neckar" nicht unbedingt der Nabel der Welt sein, man kann dort ebenso wie über diesen Arktiel gelassen hinwegsehen.

#6 - 21.04.2017, 18:36 von mueller1

Mein Kommentar enthält grobe 2 Fehler

Zitat von mueller1
"Die Schreiberin scheint recht wenig Ahnung von der "Metropol-Region Rhein-Neckar" zu haben. 2 DAX-Konzerne - neben SAP die BASF - haben hier ihren Sitz ... "
Da muss ich mich korrigieren, hätte etwas länger googlen sollen: Die Autorin kennt sich wohl doch in der Kurpfalz aus, zumindest hat sie in Walldorf ihr Abi abgelegt. Zudem haben nicht 2, sondern 3 DAX-Konzerne ihren Sitz in "Rhein-Neckar": Außer SAP und BASF natürlich noch Heidelberger Cement.
Die groben Fehler bitte ich zu entschuldigen und möchte mich nächstes mal beim Kommentieren mehr zu bemühen.

#7 - 21.04.2017, 20:47 von keule³²

Walldorf gings schon vor der SAP sehr gut. Schnellpresse und so... da stritten sich Wiesloch und Walldorf immer wer wie viel von der Gewerbesteuer bekam. Zum Schluss lag Walldorf vorne, wobei seit Jahren morgens immer weniger Autos aufm Parkplatz stehen

#8 - 22.04.2017, 11:32 von mocodelpavo

Selbst Dietmar Hopp...

Zitat von loskochos
Problem hat denn der Autor mit Walldorf,SAP,seinen Mitarbeitern und den Menschen die dort Leben? In jedem 2. Satz findet sich irgendeine Spitze,ein frotzelndes Wort...etwa Neid auf den Verdienstdurchschnitt?
...sieht den sozialen Frieden in Gefahr, weil die Reichen zu wenig besteuert werden und wird zitiert mit "Die Leute werden immer verzweifelter, und wer verzweifelt ist, ist unberechenbar."

Ist Dietmar Hopp etwa auch nur neidisch auf den Verdienstdurchschnitt?

Neid ist immer das Totschlagargument gegen Kritik an mangelnder sozialer Gerechtigkeit. Lassen Sie sich doch mal was anderes einfallen.

#9 - 22.04.2017, 11:38 von mocodelpavo

Woran könnte das liegen?

Zitat von mueller1
Die Schreiberin scheint recht wenig Ahnung von der "Metropol-Region Rhein-Neckar" zu haben. 2 DAX-Konzerne - neben SAP die BASF - haben hier ihren Sitz [...] Insgesamt ist die Region wirtschaftlich recht erfolgreich ohne komplett von einer industriellen Monokultur abhängig zu sein. Aber es kann ja nicht sein was nicht sein darf.
Nun ja, ich denke dafür ist eher der niedrigstmögliche Gewerbesteuersatz verantwortlich und weniger die vermeintliche Genialität der kurpfälzischen Provinzler.
Ich lebe selbst als Zugereister in der Gegend und bin immer wieder erschüttert, wie arrogant die "Eingeborenen" sind, weil sie ja in der wirtschaftlich erfolgreichsten Region leben. Ohne allerdings selbst irgendeinen wirtschaftlichen oder intellektuellen Wertschöpfungsbeitrag zu leisten (außer der Wertsteigerung ihrer ererbten Immobilien zuzusehen).