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Gesundheit

Heilpraktiker in der Kritik: "Den gegenwärtigen Irrsinn nicht länger hinnehmen"

Getty Images Eine Gruppe von Ärzten und Wissenschaftlern fordert, die Regelungen für Heilpraktiker zu überarbeiten. Einer ihrer Vorschläge: Den unseriösen Beruf gleich ganz abschaffen.
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#1 - 21.08.2017, 16:59 von isi-dor

Die Erfolgsquote von Heilpraktikern liegt beim Heilen exakt bei derjenigen von Gesundbetern und Teufelsaustreibern. Diese Tätigkeit kann ersatzlos abgeschafft werden, ohne Schaden für die Gesellschaft.

#2 - 21.08.2017, 17:03 von bluejuly

Sehr gut

Das ist schon längst überfällig. Jeder Handwerker muss eine strengere Ausbildung ablegen als Heilpraktiker, die dann ihren 6-Monats-Kurs gerne als gleichwertig zu einem jahrelangen Medizinstudium ausschmücken und Patienten täuschen. Jeder der dumm genug ist zu einem Quacksalber zu gehen und seinen Krebs mit Kräutertabletten und Psychologie behandelt haben möchte kann das gerne weiterhin machen, die staatliche Anerkennung für Heilpraktiker mit allen zugehörigen Rechten und der Signalwirkung für Patienten gehört aber entweder massiv angepasst oder ganz abgeschafft.

#3 - 21.08.2017, 17:06 von ClausB

Eine Forderung,

"Eine Gruppe von Ärzten und Wissenschaftlern fordert, die Regelungen für Heilpraktiker zu überarbeiten. Einer ihrer Vorschläge: Den unseriösen Beruf gleich ganz abschaffen."
über die man ohne Zweifel mal diskutieren könnte.
Obwohl: Wenn einer glaubt, es hilft, dann soll er die"Therapie" eines Heilpraktikers aus eigener Tasche bezahlen und den gesetzlichen Krankenkassen sollte nicht (mehr) erlaubt sein, diese Kosten ( oder einen Teil ) zu erstatten.

#4 - 21.08.2017, 17:14 von TomHP

Von Steinen und Glashäusern

Ich bin selber Heilpraktiker und sehe die Problematik dieses Berufes. Es gibt hier wie in allen anderen Berufen schlechte und gute Praktiker. Alle über einen Kamm zu scheren halte ich weder für korrekt noch hilfreich. Sinnvoll ist die Diskussion über gute Qualität und seriöse Heilkunde sicherlich. Allerdings habe ich persönlich und viele meiner Patienten mehrfach Erfahrung mit schlechten und schlecht ausgebildeten Ärzten machen müssen. Sollen wir deshalb jetzt womöglich auch den Arztberuf abschaffen? TF

#5 - 21.08.2017, 17:22 von t_mcmillan

Habe gestern mit einer Person gesprochen, die "Sommer" unerträglich findet, wegen Heuschnupfen. Unlängst wurde die Person mit Eigenurin (gespritzt) behandelt, und hat zur Zeit Ruhe, obwohl eine einschlägigen Pollen gerade unterwegs sind. Auch wenn's "Gesundbeterei" sein sollte: Wenn die richtige Kombination von "Heiler" und Patient zusammenkommt, kann eine Heilpraktikerbehandlung viel bewirken. Ich selbst bin allerdings "immun" dagegen. Die klassische Medizin konnte der Heuschnupfen-Person übrigens in den vergangenen 30 Jahren nicht helfen.

#6 - 21.08.2017, 17:25 von furanku

Guter Vorschlag, wird alleine bloß nichts bringen

Es gibt derzeit (und leider wohl auch auf absehbare Zeit) einen Bedarf an "alternativen" (sprich esoterischen) Behandlungsmethoden. Auch über die Wirkungslosigkeit und Unsinnigkeit der Prinzipien der Homöopathie wird seit Jahrzehnten aufgeklärt: Erfolg nicht feststellbar. Da werden offensichtlich unlogische aber nun mal vorhandene Bedürfnisse eines nicht unerheblichen Teils der Bevölkerung bedient, andererseits spielen auch finanzielle Interessen eine Rolle.

Das wird man wohl niemals ganz abstellen können (und sollte man vielleicht auch nicht, schließlich ist der Mensch frei auch Unsinn anzustellen), nur sollte man es auf ein vertretbares Niveau herunterbringen. Dazu wird eine Abschaffung des "staatlich anerkannten Heilpraktikers" nicht ausreichen, da muss man in den Schulen, bei den Krankenkassen, in der Ärzteausbildung, ... etwas ändern.

Alleine wäre es nur eine Pseudomaßnahme, wie die Junkies vom Bahnhof zu vertreiben: Dann gehen sie eben in den Stadtpark.

Nicht dass mich jemand falsch versteht: Es wäre immerhin ein Schritt in die richtige Richtung, der aber eben alleine nichts bringt.

#7 - 21.08.2017, 17:30 von th.scholz

Besitzstandswahrung der Schulmediziner

Homöopathen nehmen sich Zeit, die die Schulmediziner nicht haben, weil sie mit der Zeit, die sie sich für Patienten nehmen, kein Geld verdienen, sondern verlieren. Allein schon damit heilen die Homöpathen die alltäglichen und chronischen Krankheiten oft besser, billiger und mit weniger Nebenwirkungen. Wenn die Ärzte den Missstand beseitigen würden, statt nur auf Besitzstandswahrung zu setzen, könnten sie vielleicht auch, was Homöopathen können.

#8 - 21.08.2017, 17:31 von fat_bob_ger

Ich kann der Forderung nur zustimmen

Jeder Elektriker oder Automechaniker, der am Bremssystem herumbasteln will, muss eine Prüfung ablegen, die seine Fachkompetenz bestätigt. Eine Arzthelferin mit Ausbildung darf deutlich weniger gesundheitsfördernde Tätigkeiten ohne Aufsicht ausüben, als jemand der vorgibt mit Globuli ein austherapiertes Lungenkarzinom in den Griff zu bekommen (können). Ohne jegliche medizinische Kenntnis wird am lebenden Objekt herumexperimentiert. Oftmals werden Todkranke auch noch finanziell ausgesaugt, indem man ihnen Hoffnung suggeriert.

Allerdings muss man auch anmerken, dass die heutige Massenmedizin den Menschen vernachlässigt, ihn oft nicht "mitnimmt" und erst so Nachfrage nach "Heilern" geschaffen wird. Auch Ärzte therapieren manchmal recht planlos herum und stellen Fehldiagnosen, wie z. B. bei einem Kollegen: "psychosomatische Schmerzzustände bei einem Lehrer", weil sie den innen durchgeeiterten Wirbelkörper im Lumbalbereich auf dem CT nicht erkennen konnten. "Psychosomatische ...." das scheint mir bei manchen Ärzten so ein Auffangtatbestand zu sein, wenn sie nicht mehr weiter wissen.

Auch ein Arzt kann den sogenannten "Placebo Effekt" für sich nutzen, indem er Patienten ein Gefühl der Sicherheit und Kompetenz vermittelt.

#9 - 21.08.2017, 17:33 von OskarMaria

Bevor man den Beruf Heilpraktiker abschafft,

wäre es sinnvoll, den Beruf des Mediziners aus seiner elitären Ecke heraus zu holen. Damit meine ich, jenen unsäglichen Numerus Clausus, den es in diesem Fach seit Jahrzehnten gibt, endlich abzuschaffen und das Studium allgemein zu öffnen.

Durch diese künstliche und auch nicht sachgerechte Verknappung an Ausbildungsplätzen fehlt es an Wettbewerb im Gesundheitssystem.

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