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Gesundheit

Lebenskrise: Vom Schwergewicht zum Gleichgewicht

Getty Images/EyeEm Weg von höher, schneller, weiter: Michael Klotzbier, Ex-160-Kilo-Mann, begräbt seine Mission, unter 100 Kilo zu wiegen. Warum? Weil er als "Botschafter der Dicken" gegen die Stigmatisierung von Übergewichtigen kämpft.
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#1 - 11.02.2019, 12:29 von der_anonyme_schreiber

Als "Insider"

Als jemand, der selbst auch kontinuierlich diesen "Kampf" austrägt, in ähnlichen Gewichtsklassen wie der Autor, kann ich sagen, dass das abnehmen technisch natürlich auf dem Speiseplan, mit der Kalorienzufuhr und dem Kalorienverbrauch, aber langfristig ausschließlich im Kopf entschieden wird.
Wenn es nicht gelingt, das "Belohnungssystem" zu durchbrechen, d.h. sich NICHT mit Essen zu Belohnen ( oder auch zu bestrafen) dem wird kein dauerhafter Erfolg beschieden sein.
Und da sind natürlich "Einmalbelohnungen" wie "den bestimmten Triathlon machen" oder "den Marathon durchhalten" absolut Kontraproduktiv, der Rückfall ist vorgezeichnet.
Mir hilft es, mich selbst darauf dressiert zu haben, bewusst zu essen, d.h. mich beim Essen 2 Dinge zu fragen: Habe ich Hunger und warum will ich jetzt das essen? Und: Ist es wirklich das, was ich da in der Hand habe, was ich jetzt will? Die "außerplanmässigen Fütterungen" gilt es abzuschaffen.
Es ist praktisch unmöglich , das Thema rein durch Sport zu lösen.

#2 - 11.02.2019, 12:32 von RobertW

Guter Artikel, mieser Anreisser

Es ist wirklich Schade, nein eigentlich wirklich ärgerlich, wie die Überschriften und Anreisser mittlerweile häufig einen Ton für einen Artikel vorgeben, den dieser nicht Halten kann oder wie in diesem Fall: will.

"Ex-160-Kilo-Mann, begräbt seine Mission, unter 100 Kilo zu wiegen. Warum? Weil er als "Botschafter der Dicken" gegen die Stigmatisierung von Übergewichtigen kämpft."

Nein das ist nicht das "warum"! Das hört sich nach einem vorgeschobenen Grund an, im Artikel wird aber deutlich das die wirklichen Gründe reflektiert und vor allem ganz andere sind!

#3 - 11.02.2019, 12:33 von jufo

Respekt für diese Offenheit

... und alles Gute, Zufriedenheit und Wohlbefinden.

#4 - 11.02.2019, 12:45 von benedetto089

Von einem Bierchen hier und einem Törtchen da nimmt man nicht in kurzer Zeit 10 kg zu, vor allem wenn man regelmässig Sport macht. Ich habe schon oft, auch im persönlichen Umfeld gesehen, wie dicke Menschen sich hinsichtlich des Essens selbst betrügen. Da wird dann ein 600 kcal „Snack“ überhaupt nicht als vollwertiges Essen gesehen, der Liter Cola wird beim Kaloriezählen nicht mitgerechnet usw. Es kann nicht jeder eine superschlanken Sportskanone sein und ja, es mag auch vereinzelt kerngesunde und sportliche dicke Menschen geben aber allmählich nervt mich die Body-Positivity-Bewegung. Da wird teilweise extremes Übergewicht, das in ganz vielen Fällen einfach von Faulheit und Undiszipliniertheit kommt als was tolles dargestellt und jedem der mal eine kritische Bemerkung zur Ernährung, Disziplin oder auch Gesundheitsrisiken macht wird sofort Diskriminierung unterstellt.

#5 - 11.02.2019, 12:50 von der_anonyme_schreiber

ach ja...

Was ich vorher vergessen hatte: Übergewicht ist nicht primär ein soziales Stigma, zumindest habe ich das nie so empfunden, sondern schlicht und ergreifend außerordentlich schädlich.
D.h. ich nehme nicht ab, um sozial akzeptiert zu werden, sondern um gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen.
Vielleicht ist das auch ein Denkfehler: Ich nehme ab und bin dann der Held und bei allen beliebt... an so einer Erwartung scheitert man dann zwangsläufig auch.

#6 - 11.02.2019, 12:52 von stedaros

jeder

Dicke ist ein Botschafter der Dicken, wie auch jeder Dünne ein Botschafter der Dünnen ist.
Mir erschließt sich nicht, was er damit vorhat. Will er Seelsorger werden. Welche Botschaft will er vermitteln?
Dass man auch als Dicker gut leben kann? Das ist nicht neu. Und inzwischen sind sie in der Überzahl. Also was?

#7 - 11.02.2019, 13:06 von bunterepublik

Bilanz

Respektable Leistung und schade, dass er nicht durchgehalten hat. Es gibt viele subjektiv nachvollziehbare Entschuldigungen für einen Rückfall. Abnehmen ist eine Qual, die größere Qual ist aber das "Dünnbleiben"; die Rahmenumstände müssen stimmen. Auch mich quält es täglich und ich weiss nicht, wie lange durchgehalten werden kann.
Wenn man gerne und viel isst, kann man den Teufelskreis nur durchbrechen, jede Kalorie zu zählen und sich ein Tageslimit zu setzen, sich halbwegs gesund zu ernähren und Sport zu machen. Nur dann purzeln die Pfunde. Ich habe auch vor 2 Jahren über 30 Kilo abgenommen (jetzt 80 Kilo) und würde vollkommen den Überblick über meine Kalorienzufuhr verlieren, wenn ich nicht weiter tagtäglich die Nahrungsaufnahme dokumentieren und die Kalorien zählen würde. Denn ich habe immer noch - nach jedem Essen - grundsätzlich Appetit, auch wenn die Mahlzeit 1000 Kalorien hatte. Ich fühle mich subjektiv erst richtig satt, wenn ich 1.500 Kalorien je Mahlzeit zu mir genommen habe. Und ich habe grundsätzlich immer noch Lust auf Süßes. Und wenn ich keine Kalorien zähle, nehme ich einfach viel zu viel Nahrung auf, selbst wenn ich meine, mich gezügelt zu haben. Soviel Sport kann man gar nicht treiben, um die Kalorien zu verbrennen, die man aufgenommen hat. Ich weiss, normal ist das irgendwie nicht, mag sich auch komisch für manche anhören, aber was soll ich tun. Entweder wieder zunehmen, oder Buch führen. Ich habe mich für letzteres entschieden und hoffe es durchzuhalten. Aber dazu braucht man nicht nur die Zeit, sondern darf letztlich nicht außer Haus essen gehen (keine Kantine, keine Restaurants etc.); und wer hat dazu schon immer Lust oder den Nerv, gerade in schwierigen Lebensumständen? Nur Aufgeben ist keine Alternative; der Herr muss sich innerlich sammeln und wieder abnehmen!

#8 - 11.02.2019, 13:18 von MADmanOne

Ehrlichkeit

Ich finde es absolut entscheidend das man ehrlich zu sich selbst ist, der letzte Mensch den man belügen sollte ist man selbst. Und über teilweise kommt das im Artikel auch so rüber. Aber was die Diziplin angeht würde ich eher sagen "Nicht jeder Dicke ist krank, faul oder undiszipliniert". Viele aber leider schon. Denn "ein Bierchen hier" und ein "Törtchen da" ist eben nun mal eine Disziplinschwäche, da gibt es nichts dran zu rütteln. Das es dafür möglicherweise Gründe gibt und Lebensschicksale einen aus der Bahn werfen können ist ein anderes Thema, aber Disziplin bedeutet eben ohne ständige Ausnahmen an einer Sache dauerhaft festzuhalten und kann nicht mal eben umgedeutet werden wenn es unbequem wird und man nicht gut drauf ist. Da sollte man so ehrlich zu sich selbst sein und sich eingestehen das man vielleicht doch nicht so diszipliniert ist wie man gerne wäre. Dadurch ist man auch nicht weniger wert als mit mehr Disziplin, hat aber deutlich bessere Chancen auf eine positive Veränderung.

#9 - 11.02.2019, 13:26 von acitapple

Ich kann es echt nicht fassen. Klingt wie ein Ex-Raucher, der Jahre durchgehalten aber doch wieder mit dem Rauchen angefangen hat. Alle Mühen und Kämpfe ignoriert und wieder zurückgefallen. Wo bleibt das genannte Kindervorbild ? Und von welcher Stigmatisierung redet er ? Dicke, hab selbst ein paar Pfunde zuviel und weiß es daher, gelten als faul und undiszipliniert weil sie es eben tatsächlich sind. Hat er doch selbst beschrieben, ließ die Zügel schleifen, hat sich was „gegönnt“ und schwupps, all die Arbeit dahin.

Die einzige Botschaft aus der ganzen Story heißt „schönreden“. Wie toll man sich doch fühlt beim Abnehmen und wenn das Ziel erreicht ist. Offenbar fühlt man sich mit ekligen Törtchen doch noch besser. Selbst die Angst vor einem Tumor bewirkt kein Umdenken. Sehr traurig, dabei habe ich stets mit ihm mitgefiebert. Das Ziel sollte nicht der dämliche Marathon sein, sondern ein gesundes, langes Leben. Wer darauf keinen Wert legt soll eben rauchen und essen und die Rentenkasse entlasten. Sorry, ich bin echt fassungslos…

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