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Pflegemangel: Chirurgen warnen vor mehr Komplikationen nach OPs

imago/ allOver-MEV In Deutschland versorgt ein Pfleger oft 13 Patienten, in anderen Ländern sind es nur zwischen sechs und acht. Das hat Folgen.
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#1 - Heute, 16:33 von dreamrohr2

Man gewinnt den Eindruck, dass die Einsparungen der Pfleger auf Kosten der Patienten dahingehend ausgelegt ist, als man der Meinung ist, man hat genügend Alte Menschen die ein horrendes Geld in der Pflege kosten und die Rentenkassen eh nicht mehr hergeben, daher muss es eben irgendwo einen Schwund geben, damit man die Finanzen irgendwie in den Griff kriegt.
Eine Schande, angesichts der Abermilliarden an Beiträgen für das Gesundheitssystem. Es wird ausgebeutet von der Pharmaindustrie und teils auch von den Krankenkassen, welche in Palazzos ihre Angestellten walten lässt. Für eine ordentliche Gesundheitspolitik ist genügend Geld vorhanden, aber man verschwendet es indem man den Wolf als Schäfer in der Schäfchenherde gewähren lässt...Wucherpreise für Medikamente und täglich neue "Patente" von teils alten Medikamenten, welche nur neu benannt werden... nur weil man eine zufällig andere Erkenntnis auf mögliche Behandlung anderer Gebrächlichkeiten durch Vergabe an den Patienten gefunden hat.

#2 - Heute, 16:43 von Nordstadtbewohner

Finanzierungrundlage des Gesundheitssystems erneuern.

Natürlich könnten mehr Pflegekräfte angestellt werden, um damit den Betreuungsschlüssel zu verbessern. Die Frage ist nur, wie das allerdings finanziert werden soll. Ein großes Problem der gesetzlichen Krankenkassen ist das Missverhältnis zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern. Den Beitragszahlern steht eine stetig steigende Anzahl an Leistungsempfängern gegenüber. Das führt dann zu solchen Auswüchsen. Um mehr Pflegekräfte anzustellen, müsste die beitragsfreie Mitversicherung abgeschafft werden.

#3 - Heute, 17:04 von telos

Wer selbst.....

in der Pflege gearbeitet hat, aus Erfahrung weiß, was es heißt bei Fehlzeiten von Kollegen/innen sehr oft einspringen zu müssen, sich während der ganzen Schicht nur noch gehetzt fühlt, kann nachempfinden, weshalb so viele ihren Beruf aufgegeben haben. Und ich möchte nicht wissen, wieviele Pfleger/innen innerlich schon gekündigt haben, es aber nicht fertigbringen, endgültig auszusteigen wegen fehlender Alternativen oder auch finanzieller Abhängigkeit. Die Krankenhäuser verdienen ihr Geld mit Diagnosestellung und Operationen, Pflege ist zeitaufwendig und daher teuer. Rentabilität und die schwarzen Zahlen stehen im Vordergrund- nicht aber die Menschen. Mit kranken und betagten Menschen auch noch reichlich viel Kohle scheffeln, solange sie noch leben. Jeder, der in diesem irrsinnigen Gesundheitswesen noch tätig ist trägt dazu bei, dass diese Mißstände weiter Bestand haben. Ist es daher erstrebenswert, alt und hilfebedürftig zu werden?

#4 - Heute, 17:25 von steffen.ganzmann

Vorbild Schweiz

Man könnte natürlich auch - wie in der Schweiz schon lange üblich -, Pflegekräfte nach ihrem Können bezahlen. Warum muss eine Schwester, die ständig nur Betten rumschiebt, Essen verteilt und Steckpfannen leert , genauso viel verdienen, wie eine Schwester, die ihrem Arzt in der Notaufnahme den Rücken freihält (mit grossem Dank an alle meine Schwestern dort, insbesondere Joceline und die kleine Kaschka), die Verbände erneuert und dabei auch die Wundheilung registriert oder Blutkonserven anhängt (ja, in der Schweiz darf das eine so hoch ausgebildete Pflegekraft durchaus, nur der erste Verband, die erste Opiat-, Antibioticum- und Blutgabe sind obligate Aufgaben des behandelnden Arztes, ansonsten sieht man die Wunde nur nach Wunsch)?

Als Funktionsoberarzt zum Beispiel bekommt auch man ja zurecht mehr Geld als sein sich noch in der Fachausbildung befindender Kollege, da man ohne Aufsicht arbeiten/operieren darf, aber eben weniger als ein "Planstellen"-Oberarzt ...

#5 - Heute, 17:35 von sam07

Es geht immer nur ums Geld

Wir haben kein Gesundheitswesen mehr, sondern eine Gesundheitsindustrie. Wir haben keine Patienten mehr, sonder Kunden. Wir haben keine Ärzte und Pfleger mehr, sondern Dienstleistungspersonal. Usw. Wenn im sozialen Bereich nicht mehr das Soziale, sondern nur noch der Gewinn zählt - wozu die "Reformen" und Privatisierungen erheblich beigetragen haben - dann hat der Staat bei seiner primären Aufgabe, für das Wohl und die Sicherheit des Volkes zu arbeiten, versagt. Da alles gewinnorientiert arbeiten muss (wer kassiert übrigens die Gewinne?), bleibt das Personal als wichtigster Kostenfaktor auf der Strecke. Das liegt nicht an der Gesundheitsindustrie, sondern am System.

#6 - Heute, 18:10 von Lars65

Pflegemangel / Ärztemangel / Problemlösung

In Deutschen Krankenhäusern herrscht beides: Pflege- und Ärztemangel. Das liegt schlicht an den viel zu niedrigen Pauschalen, die die Krankenkassen für einen Krankheitsfall zahlen und an der viel zu zeitraubenden Bürokratie, die notwendig ist, um diese Pauschalen auch zu kriegen. Die Lösung wäre also schlicht: bessere Honorierung der Krankheitsfälle (und damit der im Krankenhaus Arbeitenden) und massive Reduktion der Bürokratie (in diesem Fall der sogenannten Codierung). Aber woher das Geld nehmen? Natürlich von den Krankenkassen. Da arbeiten 160 000 Mitarbeiter: astreine Arbeitszeiten, kein Druck, Frühpensionierung, Dienstwagen etc.. In Frankreich reichen 4000 Mitarbeiter für die Krankenkassen.

#7 - Heute, 19:24 von wernerz

Höchste Zeit für gravierende Verbesserungen!

Zitat von telos
in der Pflege gearbeitet hat, aus Erfahrung weiß, was es heißt bei Fehlzeiten von Kollegen/innen sehr oft einspringen zu müssen, sich während der ganzen Schicht nur noch gehetzt fühlt, kann nachempfinden, weshalb so viele ihren Beruf aufgegeben haben. Und ich möchte nicht wissen, wieviele Pfleger/innen innerlich schon gekündigt haben, es aber nicht fertigbringen, endgültig auszusteigen wegen fehlender Alternativen oder auch finanzieller Abhängigkeit. Die Krankenhäuser verdienen ihr Geld mit Diagnosestellung und Operationen, Pflege ist zeitaufwendig und daher teuer. Rentabilität und die schwarzen Zahlen stehen im Vordergrund- nicht aber die Menschen. Mit kranken und betagten Menschen auch noch reichlich viel Kohle scheffeln, solange sie noch leben. Jeder, der in diesem irrsinnigen Gesundheitswesen noch tätig ist trägt dazu bei, dass diese Mißstände weiter Bestand haben. Ist es daher erstrebenswert, alt und hilfebedürftig zu werden?
Wie Sie richtig feststellen, führt heute leider auch hier sträflicherweise ein Realitätsdenken zu einer im Grunde unmenschlichen Verhaltensweise. Wenn man als Krankenhaus-Patient die aufopferungsvollen Bemühungen des pflegenden Personals, trotz des erkennenbaren Pflegenotstandes, sieht, muss man die Einstellung der Politik, gleich welcher Couleur, als Schande empfinden. Ganz zuletzt kann hier das fadenscheinige Argument einer nicht finanzierbaren Verbesserung herangezogen werden.