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Nachwuchsmangel: Wie das Handwerk um Azubis kämpft

DPA Das Handwerk boomt, aber jedes Jahr bleiben Tausende Lehrstellen unbesetzt, auch, weil das Image vieler Ausbildungen mies ist. Die Branche will das ändern - mit ungewöhnlichen Maßnahmen.
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#1 - 10.01.2018, 11:40 von tope1212

Es muss sich auch was ändern

Und zwar bei den Unternehmen.

Meiner Meinung sind die Standards der Unternehmen zu hoch gesetzt. Es kann nicht angehen, dass Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss keine Ausbildung mehr machen können.

#2 - 10.01.2018, 11:41 von MütterchenMüh

Augen auf bei der Berufswahl

Imagepflege wird es nicht bringen.

Und die jungen Leute sind nicht doof. Die wissen genau wo der Hammer im Handwerk hängt.

Handwerk ist letztendlich in vielen Fällen "harte Arbeit".
Ergo , das Risiko den Beruf nicht bis zum Renteneintritt ausüben zu können ist groß - Verarmungsrisiko wegen Hartz 4 entsprechend gewiß.
Wer will es den jungen Leuten verübeln, so etwas nicht zu wollen.

#3 - 10.01.2018, 11:44 von rainerwäscher

Lehren und lernen

Viele Lehrlinge werden von ihren Lehrherren gar nicht richtig ausgebildet. Sie lernen nichts, sondern werden als billige Arbeitskräfte missbraucht und das bei einem Hungerlohn mit dem sie bei ihren Eltern wohnen bleiben müssen.

#4 - 10.01.2018, 11:50 von Olaf

Ich denke, das ist der richtige Ansatz. Klar machen, dass eine Ausbildung keine Sackgasse ist, sondern auch einfach ein Zwischenschritt sein kann auf dem Weg zu höheren Qualifikationen.

#5 - 10.01.2018, 11:50 von dividendensammler

Naja...

...wenn ich darüber nachdenke wie es bei mir war.
Ich habe viele Jahre Jura studiert. Irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr. Ich war Mitte/Ende 20 als ich mich um einen Ausbildungsplatz im Handwerk beworben habe. Zeitraum etwa 2009-2011. 2 Jahre wurde ich immer abgelehnt, zu alt, zu hoch qualifiziert, "Was sollen Sie von den jüngeren lernen" etc...Also die Betriebe versauen es sich schlichtweg selbst. Die sollen die Leute einstellen und ausbilden, die halbwegs passen und auch Lust haben. Wenn dann immernoch Lehrstellen unbesetzt bleiben - selbst Schuld.
Im Zuge dessen, musste ich das Studium durchziehen und ich verdiene sehr gutes Geld als Jurist. Die Erfahrung die ich aber machen musste, waren so demotiverend - wie sollen junge Menschen damit umgehen, wenn selbst erwachsene Leute solche Niederlagen schwer hinnehmen können.
Ich wette, wenn ich jetzt einen Selbsttest starten würde und mich mit dem Argument bewerbe, dass ich nochmal umschulen möchte, werde ich abgelehnt, da ich immernoch zu alt und zu überqualifiziert bin.
Also alles selbstgemachtes Leid.

#6 - 10.01.2018, 11:53 von dr.könig

Das Handwerk ist selbst Schuld.

Wenn man jahrelang AZUBI ' S nur als Kostenfaktor sieht,
der auch noch dauernd Berufschulbesuch hat,
und noch schlecht bezahlt, dann hat man einen
Fachkräftemangel. Vom Himmel gefallen ist das nicht .
Ich warte auf eine Initiative des Handwerks für mehr Ausbildung,
bessere Bezahlung, Imagepflege und mehr Respekt gegenüber den jungen Leuten..
Der Innungsmeister muss in die Schulen und aktiv werben.

#7 - 10.01.2018, 11:53 von Guerilla_77

...

Wozu brauchtein Tischler ein Abitur?
Nur mal so als Frage.

Und meine erfahrung ist eher das Abiturienten, denen die auf eine Ausbildung angewiesen sind, die Plätze(einige, nicht alle, weil inkompatibel) eher "wegschnappen" ohne in dem Beruf bleiben zu wollen.
Zwischenstopps für die Karriere als Architekt(macht man halt vorher Bauzeichner/Technischer Zeichner...), Ingenieur oder ähnlichem.
Für das Unternehmen durchaus win-win, Azubis mit Abitur die sowieso nicht bleiben wollen/werden.

Nur hat man dann halt auch keine Arbeitskräfte damit geschaffen(zumindest nicht in dem Bereich)...

#8 - 10.01.2018, 11:55 von Woosens

Ich lerne als Versicherungskaufmann recht viele Azubis im Handwerk kennen. Die haben weder in der Ausbildung noch in den ersten Jahren danach wirklich Geld. Weiterbildung ist ein Muss und da geraten viele in eine Falle, werden ggf. zu bequem o.ä. und sind erst einmal zufrieden. Absicherung, Vermögensaufbau, Altersvorsorge - alles rote Tücher. Familie gründen? Schwierig. Da haben die schon in ganz großen Buchstaben "Armut" über dem Kopf schweben. Alleine eine Familie zu ernähren ist fast unmöglich von 1500-1800€ netto. Wer den Absprung nicht schafft hat es schwer. Da muss dringend was dran getan werden! Auch die ganze Schwarzarbeit in diesem Sektor - ich hab mehrere Dachdecker die offiziell nur 450€ verdienen und ganz normal einen Tausender obendrauf verdienen - schwarz. Was das für Auswirkungen auf Ansprüche etc. hat sieht dann auch keiner. Auf der anderen Seite habe ich auch die Inhaber zum Teil als Kunden, da sieht die Welt ganz anders aus. Ich würde niemals in die Richtung gehen und es auch keinem empfehlen

#9 - 10.01.2018, 11:56 von marcnu,

Lehrstellen bleiben meistens unbesetzt, weil das Gehalt zu gering ist.

Während der Lehre und aus danach kann sich kaum jemand eine Wohnung leisten. Das muss auch erwähnt werden.

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