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Nachwuchsmangel: Wie das Handwerk um Azubis kämpft

DPA Das Handwerk boomt, aber jedes Jahr bleiben Tausende Lehrstellen unbesetzt, auch, weil das Image vieler Ausbildungen mies ist. Die Branche will das ändern - mit ungewöhnlichen Maßnahmen.
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#10 - 10.01.2018, 11:58 von Balot

Wo sind denn die richtigen Ausbildungsplätze???

Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht,dass viele Betriebe die angeblich Auszubildene suchen in Wahrheit gar keine einstellen.Diese Betriebe wollen nur gut dastehen bei der Innung,Handwerkskammer und in der Öffentlichkeit als"Wir-bilden-aus"Betrieb.Anders kann ich mir das Gejammere der Handwerksbetrieben und die Erfahrung die mein auszubildungssuchender Sohn(guten Realschulabschluss) gemacht hat nämlich nicht erklären.

#11 - 10.01.2018, 11:59 von Hagbard

Zitat von rainerwäscher
Viele Lehrlinge werden von ihren Lehrherren gar nicht richtig ausgebildet. Sie lernen nichts, sondern werden als billige Arbeitskräfte missbraucht und das bei einem Hungerlohn mit dem sie bei ihren Eltern wohnen bleiben müssen.
Dass die Ausbildungsqualität nicht überall gleich ist, ist richtig.

Allerdings war die Ausbildungsvergütung nie als Lohn gedacht, von dem man leben können muss. Und wenn jemand trotzdem während der Ausbildung seinen eigenen Haushalt führen muss oder will gibt es zum einen die Ausbildungsbeihilfe und zum Anderen: Fragen Sie mal Studenten, mit wie viel die z.T. über die Runden kommen müssen.

#12 - 10.01.2018, 12:00 von gruenerwaldgeist

Neue Wege

braucht es halt auch bei der gezielten Ansprache der Jugendlichen, damit sie sich zeitgemäß über Berufe informieren können.

Spannend in diesem Zusammenhang finde ich dieses Projekt: www.jobguzz.de, das privat und kostenlos von einem Entwickler mit dessen Tochter betrieben wird. Hier können sich Erwachsene als "Jobgurus" eintragen, um dann Jugendliche per Livechat über das "echte", ungeschminkte Berufsleben zu informieren. Coole Idee. Die klassische Berufsberatung ist einfach viel zu dröge.

#13 - 10.01.2018, 12:01 von Sibylle1969

Wieviel man während der Ausbildung verdient, ist eigentlich zweitrangig. Viel wichtiger ist aber, was man danach in diesem Beruf verdienen kann. Im Internet kann man relativ leicht einen Überblick bekommen, wenn man googelt „wieviel verdient ein(e) ...“. Wichtig wäre es auch, Menschen in fortgeschrittenerem Alter noch eine betriebliche Berufsausbildung zu ermöglichen. ZB die Mutter, die nach der Familienphase im ursprünglichen Beruf mit Anfang 40 keinen Anschluss mehr findet, oder der 50jährige, der aus gesundheitlichen Gründen etwas anderes machen will, oder oder oder. Denn bis zur Rente sind es noch 15-25 Jahre, da lohnt sich das durchaus noch. In diesem Fall ist es allerdings klar, dass der- oder diejenige nicht mit dem Lehrlingsgehalt auskommen kann. Da muss es Lösungen geben, zB könnte das Jobcenter den Lohn während der Ausbildung aufstocken.

#14 - 10.01.2018, 12:01 von Hagbard

Zitat von tope1212
Und zwar bei den Unternehmen. Meiner Meinung sind die Standards der Unternehmen zu hoch gesetzt. Es kann nicht angehen, dass Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss keine Ausbildung mehr machen können.
Ich würde sagen, das hängt vom Beruf ab. Es gibt sicher viele Berufe, die stemmt man mit Quali locker. Für andere braucht man halt eher die mittlere Reife.

#15 - 10.01.2018, 12:02 von _gimli_

Die jungen Leute sind halt nicht blöd. Meine Tochter hat in ihrer Ausbildungsklasse zum Mechatroniker drei Leute sitzen, die eine Lehre zum Bäcker bzw. Konditor abgeschlossen haben, aufgrund der gemachten Erfahrungen hinsichtlich Arbeitszeit, Gehalt und Arbeitsklima aber das Weite gesucht haben. Da wurde von Konditor-Lehrlingen durchaus auch mal gefordert, ohne Rücksicht auf geltende Gesetze von 9 Uhr bis 3 Uhr früh zu arbeiten, um Engpässe zu kompensieren (natürlich ohne Lohnausgleich). Wäre das mein Kind gewesen, hätte diese Firma eine Anzeige beim Gewerbeaufsichtsamt am Hals gehabt.

Und selbst engagierte kleine Firmen außerhalb des Handwerks tun sich schwer, die jungen Leute entsprechend moderner Richtlinien auszubilden. Beispiel Mechatronik: Es gibt natürlich kleine Firmen, deren Schwerpunkt auf der Metallverarbeitung liegt und wo die ausbildenden Facharbeiter nicht unbedingt Experten in Elektrotechnik sind. Dort ausgebildete Azubis haben oft signifikante Wissens- und Praxis-Defizite in Elektrotechnik/Elektronik. Nicht jede Firmenleitung gesteht sich dies ehrlich ein und lässt ihre Azubis in diesen Feldern extern ausbilden. Das Ergebnis sind dann schlechte Abschlüsse der jungen Leute bzw. gar Durchfaller in der praktischen Prüfung (die es in sich hat). So etwas spricht sich natürlich rum.

#16 - 10.01.2018, 12:02 von SirWolfALot

Das Hauptproblem am Handwerk sind meiner Meinung die Bezahlung zur tatsächlich vollbrachten Leistung. Viele müssen unbezahlte Überstunden auf dem Bau leisten und werden dafür auch noch schlecht bezahlt, hinzu kommt auch noch die schwere körperliche Arbeit die einige Berufszweige mit sich bringen.

#17 - 10.01.2018, 12:03 von foobar3000

Zitat von tope1212
Es kann nicht angehen, dass Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss keine Ausbildung mehr machen können.
Quatsch! Schon seit Anfang der 90er kann man im Handwerk eine Ausbildung mit Hauptschulabschluß machen. Bestimmte Bereiche lassen sogar Schüler mit keinen Hauptschulabschluß und Nachqualifikation zu.

#18 - 10.01.2018, 12:03 von wire-less

Verdienst zu gering

wenn ich sehe auf welchem Stand die meisten Jugendlichen heute Leben (danke Papa, Mama, Oma und Opa) ist es schon fraglich ob das mit einem Handwerk zusammengeht. Damit verdienen sie nicht mal so viel wie sie jetzt als Jugendliche schon haben ohne zu Arbeiten. Klar das das nicht motiviert.
Und dann natürlich schon gar nicht "Drecks-Jobs". Tieren die Kehle aufzuschneiden, sie ausbluten zu lassen und dann zu verwursten ist nicht jedermanns Sache.

Man wird sich daran gewöhnen müssen für Jobs die man selber nicht machen mag besser zu bezahlen.

#19 - 10.01.2018, 12:03 von Lankoron

Man testet eine

4jährige duale Ausbildung......es wird also etwas getestet, was es in der DDR 30 Jahre erfolgreich (und nach 3 Jahren mit Abschluss!) gegeben hat. Wow....unser Bildungssystem muss wirklich Zeit für Forschung haben. Das Handwerk kann durch Ausbildungsplätze mit wirklicher Ausbildung beitragen und nicht als Billigersatzarbeiter, dazu gehören faire Bezahlung und faire Arbeitszeiten. Und der Staat muss ebenfalls dazu beitragen...Fahrtkostenerstattung, Unterkunftsbeihilfen etc. Wenn man von jungen Erwachsenen bei 500 Euro Lehrlingsgehalt volle Mobilität im ganzen Bundesgebiet fordert, muss man auch dafür sorgen, dass die Jugendlichen zu Arbeit und Schule gelangen können, ohne sich die Fahrkarten oder ihr Fahrzeug vom Mund abzusparen.

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