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Ahnenforschung: DNA-Esoterik zum Sonderpreis

DPA Man schickt seine Speichelprobe an ein Unternehmen und wird vermeintlich über die eigene Herkunft aufgeklärt. Doch was bringt die Erkenntnis, dass man von einer Dynastie von Apothekern oder Axtmörderinnen abstammt?
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#1 - 20.02.2018, 16:45 von dasfred

Schön, dass hier auf Esoterik verwiesen wird

Vor Jahren gab es einen Höhlenfund im Harz, aus dem DNA isoliert und heute noch lebenden Nachfahren zugeordnet werden konnte. Hier gab es zumindest den Erkenntnisgewinn, dass es Familien gibt, die ihrem Standort sechstausend Jahre beibehalten haben. Rückwirkend schließen zu wollen, irgendeine Gen Sequenz, die auch auf Papua Neuguinea vorkommt hätte irgendeinen Einfluss auf mein Leben hier und jetzt ist absurd. Bestenfalls Rassentheoretiker würden versuchen, irgendwelche Ideologien zu untermauern, so wie sie schon an der Schädelvermessung gescheitert sind. Welchen Nutzen könnte man aus diesen Untersuchungen ziehen? Keinen.

#2 - 20.02.2018, 16:58 von RedEric

oh

Oh, Frau Stokowski hat mal ein anderes Thema über das sie sich aufregen kann.
Vielleicht ist dies besser als immer nur zu jammern, dass die Frauen von Männern unterdrückt werden.

Ps.: Übrigens jede DNA stammt zu 50% von einer Frau ab, bei dem Thema ist die Quote erfüllt. ;)

#3 - 20.02.2018, 16:59 von Breston

Verrannt

Als ich die Subüberschrift las, dachte ich: jetzt hat die Stokowski sich voll verrannt. Nun, nach dem Lesen des Artikels, muss ich sagen: nö, hat sie nicht.

#4 - 20.02.2018, 17:12 von christian0061

machem Sie doch erst mal selbst nen DNA-test, Frau Stokovsky

machen Sie doch erst mal selbst nen DNA-Test, Frau Stokovsky, bevor Sie hier ahnungslos rumkrakelen!

Nichts dient der Völkerverständigung mehr, als das Wissen um die eigene Herkunft. Nichts macht demütiger und toleranter gegenüber dem Fremden, als das Wissen um die eigene Fremdheit!

#5 - 20.02.2018, 17:14 von Atheist_Crusader

"...es ist zutiefst beunruhigend, wie wenig die Verknüpfung zwischen einer körperlichen Untersuchung und politischen Schlussfolgerungen hinterfragt wird. Müssen wir "alle Geflüchtete" sein, um Menschen, die Asyl suchen, Menschenrechte und Respekt zu gönnen?
Und was wäre der Umkehrschluss? Was wäre, wenn bei irgendwem rauskäme, dass die Vorfahren seit über zweitausend Jahren in einem verlassenen Dachsbau im Spreewald wohnen? Darf diese Person dann ihre Angst vor Überfremdung voll ausleben?"

Rasse ist ein überholtes Konzept und sagt nichts über einen Menschen aus. Kultur allerdings ist ein gewisser Indikator. Man kann kein Problem mit dunkelhäutigen Menschen haben - aber durchaus eines wenn Europa eine große Zahl an Menschen aufnimmt in deren Kultur Dinge wie Misogynie oder Antisemitismus eine starke Rolle einnehmen.

Ich finde hellhäutige Arschlöcher genauso widerwärtig wie dunkelhäutige. Aber es ist nunmal so dass vergleichsweise viele hellhäutige Arschlöcher einen deutschen Pass haben und nicht einfach rausgeworfen werden können - aber dann muss man eben NICHT der Fairness halber sagen "Nur weil es Sorte 1 hier gibt, muss Sorte 2 auch willkommen sein".
Ich fühle mich nicht der Gleichbehandlung von Arschlöchern verpflichtet. Es sollte eher unser Ziel sein, die Arschlochdichte so gering wie möglich zu halten. Und das fängt eben an damit dass man die Arschlöcher an der Grenze identifiziert und nicht hereinlässt - bzw. bei späterer Identifikation dann wieder rauswirft.

Nette Menschen wiederum sind mir in jeder Hautfarbe willkommen. Aber man muss schon zwischen den beiden unterscheiden dürfen.

#6 - 20.02.2018, 17:25 von aliof

Ein paar rationale Zahlen (zur Diskussion)

Mit jeder Generation (zurückblickend) verdoppelt sich in der Regel die Zahl der Vorfahren.

10 Generationen zurückzublicken könnte evtl. Sinn machen, um etwas über sich und seine gegenwärtige Einbindung in ihre Umgebung zu erfahren.
Das macht ca. 1000 direkten Vorfahren vor 200 bis 300 Jahren. Wo und wie haben die gelebt? Als Herren, Bauern oder Knechte ??
Zur Zeit Luthers (vor 500 Jahren) lebten also 1000 mal 1000 meiner Vorfahren in Deutschland, äh, in der Gegend.

Vor 1000 Jahren waren es rechnerisch 1000 Milliarden direkte Vorfahren, was ziemlich viel ist. - Man geht heute davon aus, daß zu der Zeit aber höchstens 300 Millionen Menschen auf der Welt lebten.
Die Zahl direkter Vorfahren jedes einzelnen heute lebenden Menschen vor 2000 Jahren ist 1000 Milliarden mal 1000 Milliarden.
Tja, ab wann macht es dann keinen wirklichen Sinn mehr, von individueller Abstammung zu sprechen ???

#7 - 20.02.2018, 17:35 von mucschwabe

Guter Artikel diesmal! Es gibt kein Axtmördergen oder Apothekerinnengen nachdem man anhand eines Gentests den Beruf oder den Charakter eines Menschen ablesen könnte. Was soll also der Quatsch wieviel Portugiese, Bayer, Afrikaner oder Lappe in einem steckt? Wir sollten einfach mal erkennen, dass wir alle Menschen vom selben Planeten sind. Es könnte so einfach sein!

#8 - 20.02.2018, 17:36 von Ella Einhoefer

Viele Menschen scheinen offenbar ein Bedürfnis zu haben, die Menschheit in Rassen einzuteilen, um über diese Einteilungen Voraussagen über Menschen treffen zu können. Seltsamerweise befördern diese DNA-Tests, die ja bei den meisten Menschen belegen werden, dass sie "Mischlinge" oder zu einem guten Prozentsatz aus anderen Regionen "Geflüchtete" sind, scheinbar diese Rassenklischees eher noch, statt sie abzubauen. In der Tat ist die Sehnsucht vieler Menschen, sich in einem DNA-Profil wiederzufinden, das die eigene ethnische Zusammensetzung und damit auch Persönlichkeit beschreiben soll, ein absonderliches, wenngleich verbreitetes Phänomen, anders ließe sich der Hype, der um diese Tests gemacht wird, nicht erklären. Dabei sind doch schon die Kategorisierungen, die die analysierenden Genetiker vorgeben, einigermaßen fragwürdig. "Europa" wird da grob in West, Ost und Nord aufgeteilt, während "Italien/Griechenland", "Iberisch" "Britisch" und "Irisch" ganz eigene Kategorien darstellen. Was soll die Kategorie "europäisch-jüdisch" bedeuten? Dass es also doch ein jüdisches Gen gibt? Dass man aufgrund der Gene sagen kann, das ist ein "Volljude" oder der ein "60%-Jude"? Gibt es bei diesen Analysen dann auch "afrikanisch-jüdisch"? Die prozentuale Aufschlüsselung der Herkunft von Menschen, begegnete mir das erste Mal bei Marc E. Babejs Fotoserie "Mischlinge" (auch der Spiegel berichtete) - als zur Reflexion nötigende Begleitnotiz zu seinen Fotos. Ich zweifelte von Anfang an stark an der scheinbaren Beweiskraft dieser DNA-Tests. Fasziniert sah ich seitdem immer wieder (im Internet findet man Hunderte von Videos von Menschen, die ihre DNA-Analysen präsentieren), wie viel Hoffnung manche Menschen in ihre Testergebnisse legen - der Begriff "Herkunfts-Romantik" (in Verbindung mit einem guten Teil latentem Rassismus) trifft es hier in der Tat wohl ganz gut. Irgendwelche diffusen Wunschvorstellungen sind verbunden mit dem Ergebnis, zu 5% Ire, zu 8% Polynesier, zu 2% indigen amerikanisch oder gar zu 95% fast reinrassiger Brite zu sein. Wahre Wettbewerbe scheint es zu geben, ob man unter oder über 80% "schwarz", d.h. subsaharischer afrikanischer Herkunft ist. Ein Dunkelhäutiger, der nicht über 80%, am besten über 85% bieten kann, hat offenbar keine so guten Karten in der Community. Die ganze Absurdität dieser Veranstaltung zeigte sich mir in einem Video, in dem eine Frau, die offenkundig zuvor einmal ein Mann gewesen war, ganz aus dem Häuschen vor Rührung war, als sie den Beweis präsentieren konnte, dass sie tatsächlich über 85% Afrika in sich hatte. Dass sie genetisch vermutlich zu 100% ein Mann war, scherte sie dagegen kein bisschen. Warum aber, so frage ich mich, misst jemand diesen Prozentzahlen so viel Bedeutung bei, wenn er sich in anderer Hinsicht komplett über seine genetischen Festlegungen hinwegsetzt? Was sagen denn die Gene über uns als Persönlichkeiten aus? Wann werden die Menschen endlich begreifen, dass mein Aussehen, mein biologisches Erbe, meine Herkunft über mich als Person noch gar nichts sagen? Das Denken in Kategorien von Rassen ist ein Irrweg - das, dachte ich, sei inzwischen erwiesen. Ein Irrweg, der leider zu boomen scheint.

#9 - 20.02.2018, 17:41 von hpg17

Des Teufels General

Und jetzt stellen Sie sich doch mal Ihre Ahnenreihe vor – seit Christi Geburt. Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. – Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flözer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsaß, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant – das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt – und – und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald, und – ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt – wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein – das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist Rasse. Seien Sie stolz darauf, Hartmann – und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter in den Abtritt. Prost

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