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Leben und Lernen

Ärger von Lehramtsstudenten: "Ich verstehe, dass so viele das Studium abbrechen"

Getty Images/Westend61 An deutschen Schulen fehlen Zehntausende Lehrer. Das Problem fängt schon an den Unis an: Fünf Lehramtsstudenten erzählen, was sich dringend ändern muss.
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#1 - 14.09.2018, 12:42 von ned divine

Absolut nachvollziehbar

Hut ab für die Lehrsmtsstudenten, die trotzdem durchziehen. In diesem verrückten Land, wo eine Schulreform die nächste jagt und die Studenten wirklich nicht oder schlecht auf die Praxis vorbereitet werden, grenzt es schon an ein Wunder, dass diesen Beruf überhaupt noch jemand ausüben möchte.
Dazu passt auch prima der Artikel von dem Wumsch sogenannter Forscher und Schreibtischtätern zur flexiblen Einschulung. Hauptsache immerzu was Neues, denn die neuen Besen kehren ja gut.
Was unterm Strich dabei rauskommt bzw. Unter den Teppich gekehrt wird am Ende, who cares?

#2 - 14.09.2018, 12:45 von Newspeak

....

Als MINT Student hatten wir teilweise mit Lehramtsstudenten zu tun. Das Niveau IST schon niedriger, weil diese mehrere Fächer studieren. Wer ein noch niedrigeres Niveau fordert, ist aus meiner Sicht schon ungeeignet für den Beruf. "Ich habe es einfach nicht mehr eingesehen, dass ich fachlich so viel wissen muss als Lehrer." Ja, ein Lehrer muss fachlich viel wissen. Und viel mehr als er im Unterricht braucht. Wer nur exakt das wissen will, was er seinen Schülern beibringt, ist ein schlechter Lehrer. Schüler, besonders interessierte, können ja auch mal etwas Spezielles fragen. Soll der Lehrer dann sagen, "Tut mir leid, ich kann nur das, was im Buch steht?". Was ist das denn für ein Berufsethos?

#3 - 14.09.2018, 12:51 von Tylenol

Bildung -who cares?

Tja, für diejenigen, die die Meinung vertreten, sie müssten nur etwas mehr wissen als Schüler und das Fachwissen sei egal: Dies ist ein Studium und keine Ausbildung. Vielleicht sollten wir die Lehramtsstudiengänge künftig deakademisieren und zu einer 3 jährigen Ausbildung reformieren. Dann gibt es aber später auch nicht mehr A13/14 sondern vielleicht noch mittleren oder gehobenen Dienst (zwischen A7 und A11). Und Akademiker ist man dann auch nicht mehr, sondern hat das Lehrerhandwerk erlernt. Der Staat würde enorm sparen, die Universitäten wären von fachunwilligen Studentinnen befreit und könnten sich intensiver ernsthafter Lehre und Forschung widmen.

#4 - 14.09.2018, 12:52 von fridericus1

Traurig, aber nachvollziehbar.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Aussicht auf heutige Schulklassen und Eltern schon dafür sorgt, eben nicht Lehrer werden zu wollen.

#5 - 14.09.2018, 12:52 von Mertrager

Gejammer

Ich saß neben solchen Studenten im Hörsaal. Wir hatten in Maschinenbau eine Ausfallquote bis zum Diplom von ca. 60 Prozent. Die der Pädagogen war deutlich niedriger. Wir haben damals viele Ausfälle bei den Lehramtsstudenten auch der Arbeisteinstellung zugeschrieben. Wir hatten als Studenten (MB) kaum "Ferien". Pädagogen scheinen das aber fest eingeplant zu haben.

#6 - 14.09.2018, 12:53 von immer1398

Was erwartet man vom Studium?

Ein Studium soll die Personen in erster Linie dazu befähigen sich eigenständig und qualitativ Sinvolles Wissen selbst aneignen zu können. So habe ich es bei Studienantritt verstanden und so wurde es mir auch vermittelt. Man kann sicher bemängeln das es vielfältigere Lehrangebote und Wahlmöglichkeiten an Unis geben sollte aber sich zu beschweren das die Grundlagen zu schwer sind, zeugt eher von Faulheit und Unverständnis. Ich möchte nicht das mein Kind einen Mathelehrer hat der weniger von dem Fach versteht als ich, dafür ist es nunmal notwendig nicht nur die Grundlagen zu kennen sondern auch Kenntnisse darüber hinaus zu besitzen und gegebenenfalls auch vermitteln zu können. Was die Lehrmethodik angeht steht es doch jedem frei nach einem Abschluss das anzuwenden was man für richtig und gut hält.

#7 - 14.09.2018, 12:54 von dr.joe.66

D a n k e ! !

Vielen Dank für diese Beiträge von hoffentlich angehenden Lehrerinnen und Lehrern.
Als betroffener Vater von drei Kindern am G8 weiß ich, wie wertvoll Lehrer sind, die sich kritisch mit ihren eigenen Methoden auseinander setzen. Davon bräuchte es noch viel mehr!
Aus meiner Sicht gibt es drei Arten von Lehrern: 1. Die guten Lehrer, die sich engagieren und selbst oft unzufrieden mit dem Schulsystem sind. Diese sind fast immer in der Lage, ihre SchülerInnen zu motivieren. 2. Der Mittelbau aus Lehrern, die ihren Job ganz o.k. machen, aber mehr auch nicht. Sie sind nicht schlecht, aber jetzt auch nicht besonders motivierend. 3. Die schlechten Lehrer, die entweder von Anfang an ihren Beruf verfehlt haben - wer sich für Geographie interessiert, ist noch lange kein guter Erdkunde-Lehrer; oder die in ihrer Lehrerlaufbahn vom System soweit frustriert sind, dass sie überhaupt keine Lust mehr haben sich zu engagieren. Und wie will ein lustloser Lehrer seine SchülerInnen motivieren?

Eines haben alle gemeinsam: An der Universität wurden sie so gut wie gar nicht auf ihre Laufbahn als LehrerIn vorbereitet. Und das ist ein Armutszeugnis für die Lehramtsstudiengänge.
Offenbar scheint es so zu sein, dass Lehrer ihre Ausbildung nicht wegen sondern trotz des Studiensystems erfolgreich absolvieren. Genau wie die meisten Schüler nicht wegen sondern trotz des Schulsystems ihre Schule schaffen. Und dann wundern sich die Schlaumeier unter den Wissenschaftlern und Politikern, warum Schulerfolg zu > 50% vom Elternhaus abhängt......

#8 - 14.09.2018, 12:56 von Sleeper_in_Metropolis

Zu Eva A.

Zitat : "Oft wird auch einfach davon ausgegangen, dass Schüler generell immer hochmotiviert sind, sich stets gute Ergebnisse erarbeiten und diese dann auch mit ihren Mitschülern teilen wollen. Doch Überraschung: Schüler sind nicht immer motiviert und teamfähig.

Eine Schwierigkeit ist vielleicht, dass Menschen Pädagogik und Didaktik lehren, die selbst gern in der Schule waren. Das ist meine Hypothese. Aber so ändert sich nichts. Ich selbst bin nicht gern zur Schule gegangen und werde in solchen Seminaren immer genau an das erinnert, was ich damals schon nicht mochte."

Ich glaube, die Frau hat den Kern (oder einen der Kerne) des Problems erkannt. Schade nur, das sie damit zu einer Minderheit zu gehören scheint.

Ich kann nur immer wieder den Kopf schütteln, wenn Lehrer nach dem Studium das erste mal "ich echt" eine Klasse unterrichten und dann total verwundert darüber sind, das die meisten Kinder nicht total begeistert sind, das sie nun etwas lernen "dürfen". Ich frage mich dann meist, auf welchem Planeten sich die Schule befand, die diese Lehrer damals selber besucht haben.

#9 - 14.09.2018, 13:06 von wahrsager26

Aber ich bitte,

das ist doch nichts Neues.Im Elfenbeinturm ist gut dozieren fernab der Praxis.Manch Dozent wäre nicht im Stande,auch nur annähernd im rauen Wind der Realität zu bestehen.Müssen wir über Professoren reden? Ich denke nicht......Ja,über welche Fakultät habe ich geschrieben? Nein , nicht über das Lehramt,sondern über die Medizin! Danke

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