Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Leben und Lernen

Mehr Gehalt: Länder buhlen mit Geld um Grundschullehrer

Getty Images In den kommenden Jahren werden zehntausende Grundschullehrer fehlen. Im Konkurrenzkampf um die Pädagogen erhöhen einige Länder die Einstiegsgehälter - und jetzt gibt es Streit.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/10   10  
#1 - 16.05.2018, 09:38 von NicolasMuschweck

Mit einer Mutter als Grundschullehrerin kann ich sagen, dass es schon lange überfällig ist Grundschullehrer genauso zu bezahlen wie alle anderen Lehrer, bzw. alle Lehrer gleich. Meiner Erfahrung nach haben Grundschullehrer mindestens genauso viel wenn nicht sogar mehr Arbeit daheim als Gymnasiallehrer (Vergleichen Sie doch mal das Zeugnis eines Fünftklässlers mit dem eines Grundschülers und sie werden sehen, dass das Zeugnis in der Grundschule heute fast einem Aufsatz gleicht, während im Gymnasium nur die Noten und eine kleine Bemerkung stehen) Außerdem müssen Grundschullehrer fast jeden Hefteintrag usw. korrigieren was EINE MENGE an Zeitaufwand bedeutet und müssen sich mit Eltern herumschlagen, die nicht einsehen wollen dass ihr Kind nicht der neue Einstein ist und vielleicht doch lieber auf die Realschule sollte...

#2 - 16.05.2018, 09:43 von trex#1

Gymnasiallehrer an Grundschulen

Es ist zweifellos richtig, dass der Zeitaufwand für Unterrichtsvorbereitung und Korrektur bei Gymnasiallehrern höher ist, auch das Studium ist anspruchsvoller.
Falls ein Gymnasiallehrer aber glaubt, als Grundschullehrer leichter sein Geld zu verdienen, spricht nichts dagegen, wenn er sich an eine Grundschule versetzen lässt.
Grundschullehrer sind sehr gefragt, Gymnasiallehrer weniger

#3 - 16.05.2018, 09:49 von chutoro

Schöne deutsche Neiddebatte

Keinem einzigen Gymnasiallehrer wird auch nur ein Euro genommen, wenn Grundschullehrer weniger weniger oder gar gleich viel verdienen. Aber Hauptsache scheint zu sein, dass die anderen weniger bekommen als man selbst. Widerlicher Standpunkt!
Natürlich ist der Stundenaufwand zuhause nicht der gleiche, aber das lässt sich ja regeln. Bekommt ein Religion/Sportlehrer weniger Geld als ein Deutsch/Mathelehrer?
Und Rechtspfleger und Richter mit Grundschullehrer und Gymnasiallehrer zu vergleichen ist eine absolute Frechheit.

#4 - 16.05.2018, 09:52 von dodgerone

Unfähige Politik!

Meine Frau ist Grundschullehrerin in BaWü und ich kann über die aktuelle Entwicklung nur den Kopf schütteln.
Wenn man Kleinstaaterei will muss man auch mit den negativen Folgen leben können.
Das Gymnasiallehrer sich für etwas besseres halten ist wohl in Deutschland eine (zu) lange Tradition. Aber nur weil Arbeiten und Prüfungen komplexer sind, heisst es nicht das es die eigene Arbeit auch ist. Dieser mittelalterliche Standesdünkel wirkt heute nur noch peinlich.
Wenn ich mir aber anschaue wie die meisten Bundesländer mit jungen Lehrern umgehen, so braucht sich die Politik nicht zu wundern.
Hier in BaWü versucht man die jungen Lehrer mit Zwang auf die Dörfer zu schicken. Die Konsequenz? Lehrer sind lieber arbeitssuchend oder wandern in umliegende Bundesländer ab.
Meine Frau kann aktuell nicht verbeamtet werden, da sie in der Ukraine studiert hat. Ihr geht es nicht um die Verbeamtung, aber um eine deutlich bessere Bezahlung als Beamte. Aktuell schauen wir wohin wir gehen, wenn das Schuljahr rum ist.

#5 - 16.05.2018, 09:55 von vooodooo

das dürfte sich aber

wieder ändern, nach Rückkehr zu G9.......
eigentlich die beste Gelegenheit die gesamte Schulausbildung 1 Jahr vorzuziehen, statt die Kinder nicht selten von unter 2 bis fast 7 in die Kita gehen zu lassen....... also ein Jahr früher in die Grundschule, ein Jahr früher aufs Gymnasium....... dann würde D gleichziehen mit dem größten Rest der Welt und bei Leistungsvergleichen nicht so dumm dastehen.

#6 - 16.05.2018, 09:56 von Freidenker10

Na endlich funktioniert der Markt mit Angebot und Nachfrage auch mal bei einem Job des Öffentlichen Dienstes! Die Gehälter dort sind doch in keinsterweise mehr marktgerecht. Jetzt muss es nur noch in der Pflege klick machen und man kann sich nicht mehr hinter lausigen Tarifverträgen verstecken sondern muss nach Marktlage bezahlen. Die Zeitabreitsfirmen mit denen man sich über Wasser hält kosten schließlich locker das Doppelte!

#7 - 16.05.2018, 09:57 von Drschlaumeierxy

Huch.....

.... wie konnte es nur passieren, dass bisherige Lehrkräfte etwa in den Ruhestand gehen? Und ach ja, neue Lehrkräfte kommen nicht nach, weil die Bedingungen seit Jahren verschlechtert wurden und bei Studienbeginn wird einem gesagt, das man eh keine Stelle bekommt? IMMER wieder reiben sich die Schulämter die Augen, wenn sie dann auf einmal sehen, dass das Problem doch nicht von allein verschwunden ist. Schildbürgerpolitik!!

#8 - 16.05.2018, 09:57 von Newspeak

...

"und einer von 28,5 auf 28 Wochenstunden reduzierten Lehrverpflichtung."

Direkt eine halbe Stunde weniger. Wow. Wie spendabel.

Ich finde es gut. Der Staat soll mal seine eigene Medizin von Wettbewerb, Angebot und Nachfrage, freiem Markt, und Flexibilität schlucken. Sonst wird immer nur davon geredet. Und hoffentlich kommt es zu einem echten Mangel auch in anderen Bereichen, damit Arbeitnehmer endlich einmal wieder ordentlich behandelt und bezahlt werden.

#9 - 16.05.2018, 10:03 von Veritas!!

Es ist eben kein Schwachsinn, dass Gym Lehrer mehr verdienen

Es ist eben kein Schwachsinn, dass Gymnasiallehrer mehr verdienen. Das Grundschullehramt ist fachlich ein Witz, weshalb auch meist die Leute, die z.B. Mathe auf Gym nicht schaffen, dann zum Grundschullehramt wechseln. Im übrigen gibt es in Europa kaum ein Land, in dem Lehrer allgemein so ein hohes Gehalt bekommen, wie in Deutschland. Man schaue sich an, welche Leute Lehrer werden und es wird einem klar, dass man die falschen Leute zu gut bezahlt, während die Leute, die fachlich wirklich was drauf haben, in irgendwelchen Unternehmen für 30% weniger Anfangsgehalt und ohne Jobsicherheit arbeiten müssen.

Im übrigen bin ich mir sicher, dass mehr Gehalt für Grundschullehrer ceteris parisbus zu einer geringeren Geburtenrate der Deutschen führen wird (der Effekt ist natürlich gering, wird aber meiner Meinung nach signifikant sein). Wer den Zusammenhang für absurd hält , dem empfehle ich Statistiken zum Geschlecht angehender Grundschullehrer zu betrachten und mal Hypergamie bei Google einzugeben und die Folgen mit simpler Logik abzuschätzen.

    Seite 1/10   10