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Ein Jahr #MeToo: "Für Frauen wird es online schnell besonders ekelhaft"

Getty Images Ohne das Internet hätte die #MeToo-Debatte nie eine solche Wucht entfaltet. Gleichzeitig werden Frauen gerade dort mit Hass überschüttet, sagt Autorin Ingrid Brodnig. So könnte sich das ändern.
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#1 - 10.10.2018, 10:26 von DerÜblicheVerdächtige

Einer der Gründe ist, dass Männer sich besonders "männlich" fühlen müssen, indem sie anderen eben jene Männlichkeit absprechen oder sich besonders "hart" verhalten.
Es werden nicht nur Frauen mit Hass überschüttet (teilweise auch gezielt, um der #me2 - Bewegung ihre gesamte Legitimität abzusprechen, sondern auch Männer als Schwuchteln, unmännlich, Nestbeschmutzer und ähnliches beschimpft.

Die ... ich scheue mich, sie Betroffe zu nennen ... die Ziele, welche die aktuelle Bewegung in ihrem abartigen Verhalten blossstellen will, fühlen sich bedroht und ihren "Status" und schalten auf Abwehr, um den Status quo zu erhalten. Auch wenn das natürlich nicht angemessen ist.

#2 - 10.10.2018, 10:34 von JensS

Jeder der eine öffentliche Plattform im Internet betreibt weiß, dass der Diskussionston vom Betreiber gesetzt wird. Nutzer versuchen die Grenzen auszutesten und wenn man sie gewähren lässt versinkt jede Plattform nach kurzer Zeit im Chaos. Ob das ein soziales Netzwerk oder eine Plattform zum Austausch von Kochrezepten oder Strickmustern ist, spielt da keine Rolle. Selbst bei den harmlosesten Themen findet sich irgendein Troll der dann die Diskussion vergiftet.
Wissen die Nutzer das beleidigende und unsachliche Beiträge sowieso nach kurzer Zeit gelöscht werden und sie im Wiederholungsfall gelöscht werden, dann erledigt sich das Problem recht schnell von alleine. Das hat auch nix mit Zensur zu tun, denn man kann auch Kontroverse Themen sachlich und ohne andere zu beleidigen diskutieren.
Letztendlich hilft hier auch die Abstimmung mit den Füßen. Wenn man merkt, das ein Betreiber sich nicht darum kümmert wie auf seiner Plattform diskutiert wird - Hauptsache das Geld fließt - dann sollte man sich eben mal überlegen ob man da weiterhin sein will.

#3 - 10.10.2018, 10:45 von touri

Ich benutze das Internet seit ca. Mitte der Neunziger u.a. als Spiele und Diskussionsplattform und kann bestätigen, dass Frauen (soweit sie sich als solche zu erkennen geben) härter, bzw. anders, angegangen werden als Männer. Meiner Erfahrung nach hängt das aber stark davon ab wo man sich im Internet aufhält.

Auf gut moderierten Diskussionsseiten gibt es in aller Regel keine Probleme. Jeder kennt die Regeln und Regelverstöße werden geandet, daher ziehen die wirklichen Frauenhasser weiter. Auch in MMORPGs (langjähriger Spieler gewesen) gibt es wenig Probleme, weil auch hier zum einen moderiert wird, zum anderen die Nutzergruppe mittlerweile vermutlich sich im Schnitt bei 25-30 Jahren bewegt (war Jahre selbst Gildenführer, der Älteste bei uns war über 65, die Jüngsten so im Anfang 20 Bereich, Schnitt vielleicht Mitte 30, übrigens sicherlich auch ca 40% weiblich).

Schlimm ist es dort wo nicht oder nur unzureichend moderiert wird, insbesondere wenn sich dort viele "kiddis" aufhalten. Nach meiner Erfahrung sind es nämlich meistens Kids die noch keine Umgangsformen gelernt haben und es "geil" finden anonym Leute zu mit den schlimmsten Kraftausdrücken zu belegen die ihnen einfallen. Ich würde vermuten, das die meisten nicht einmal spezifisch frauenfeindlich sind sondern auf diese weise Aufmerksamkeit generieren wollen. Und die sind bei Frauen leider in aller Regel sexistisch. Das Problem kenne ich insbesondere bei Shootern (PUPG wäre ein aktuelles Beispiel, wo ich auch in meiner aller ersten Runde gleich den Voicechat ausgemacht hab, nachdem alles was ich gehört habe "kurva" und ähnliches war). Auch sind manche Menschen der Meinung zu Beleidigungen greifen zu müssen, wenn ihnen die Argumente ausgehen. Und auch hier besteht das oben angesprochene Problem, das spezifische Frauenbeleidigungen häufig sexistisch sind. Das heißt nicht, das sich Männer weniger anhören müssen, es geht nur nicht so häufig unter die Gürtellinie.

#4 - 10.10.2018, 10:54 von rossie

Das sind vernünftige Vorschläge meines Erachtens. Was die #MeToo-Sache betrifft: Ich finde, es gibt schon Momente, wo Vorverurteilung droht - was natürlich vollkommen falsch ist - und wo einzelne Personen (also meistens Frauen) argumentativ/reaktiv über die Stränge schlagen. Das ist aber auch und vor allem schade, weil es die große Notwendigkeit und Richtigkeit der #Me-Too-Bewegung wiederum schwächen kann und als geschenkte Munition für deren Gegner dient. Wenn ich als Mann mitkriege, was manche andere Männer für (massenhafte) kranke Herabwürdigungen von Frauen und sexualisierte/gewaltätige Beleidigungen von und Drohungen gegen Frauen im Internet (und sonstwo) absondern, wird mir schlecht. Da ist tatsächlich ein ganz große Änderungsbedarf in der Gesellschaft und #MeToo ist auf jeden Fall, grundsätzlich, eine gute Sache.

#5 - 10.10.2018, 10:55 von Hanz Gruber

wieder ein sexistischer Artikel

Wieder ein Metoo Artikel der den tiefgreifenden Sexismus in der Öffentlichkeit zeigt. Wieder sind Frauen Opfer und Männer durchgängig die Täter (Rüpel). Diese altertümliche Ansicht vom schwachen Mädchen das unbedingt besonderen Schutz durch alle bekommen muss, scheint auch beim Spiegel tief verwurzelt zu sein. Hier zeigt sich tiefgreifender Sexismus der ernsthaft angegangen werden müsste, ansonsten kann man scheinheilige MeToo Debatten nur als lächerlich bezeichnen. Wirkliche Gleichberechtigung wird erst erfolgen wenn das tief verzehrte Genderbild der immer schwachen und hilflosen Frau und des immer starken und übergreifenden Mannes endlich verschwindet.
Hass im Internet ist ein generelles aber kein Gender spezifisches Problem. Nicht nur Frauen schlägt Hass im Internet entgegen, dies trift auch auf Männer zu. Kritische Beiträge von Gender Neutralen Nicknames werden ebenso heftig angegangen wie die von eindeutig weiblichen Autoren. Einen sexistischen Hintergrund haben wir hier aber schon, dieser sorgt auch dafür das Statistiken hier massiv verfälscht sind, Männer sind dazu erzogen mit Gegenwehr umzugehen und keine schwäche zu zeigen, Frauen hingegen ist es erlaubt unter Druck zusammen zu brechen. Würden sich Männer über Hasskommentare beschweren, würden diese im Gegenzug als Schwächlinge bezeichnet, eine Frau dagegen wird daraufhin als stark bezeichnet, die sich wehrt.

#6 - 10.10.2018, 10:57 von fk85

Nicht so ganz

Zitat von DerÜblicheVerdächtige
Einer der Gründe ist, dass Männer sich besonders "männlich" fühlen müssen, indem sie anderen eben jene Männlichkeit absprechen oder sich besonders "hart" verhalten. Es werden nicht nur Frauen mit Hass überschüttet (teilweise auch gezielt, um der #me2 - Bewegung ihre gesamte Legitimität abzusprechen, sondern auch Männer als Schwuchteln, unmännlich, Nestbeschmutzer und ähnliches beschimpft. Die ... ich scheue mich, sie Betroffe zu nennen ... die Ziele, welche die aktuelle Bewegung in ihrem abartigen Verhalten blossstellen will, fühlen sich bedroht und ihren "Status" und schalten auf Abwehr, um den Status quo zu erhalten. Auch wenn das natürlich nicht angemessen ist.
Die Männer die so handeln sind meistens die Alten ab 40. In den USA kann man feststellen, dass sich insbesondere die jüngere Generation überall zurückzieht. Sei es aus den sozialen Medien aller Art und aber auch aus Beziehungen. Die Gegenbewegung #MGTOW ist sehr groß geworden. Ich schätze, dass der Trend auch hierüber schwappt. Es ist kein Hass o.ä. gegenüber dem Weiblichen, sondern einfach eine Abwehrhaltung, die es so vorher nie gegeben hat. Frauen werden nun als Gefahr angesehen und nicht mehr als vertrauensvolle Zeitgenossen. Ich selbst bin noch offen und warte erstmal ab, wie der Trend weitergeht. Sollte die Misandrie weiter um sich schlagen, muss ich auch nach neuen Wegen suchen.

#7 - 10.10.2018, 11:04 von Ruck Ruck Taubenmensch

online wird es schnell besonders ekelhaft

Ich habe die Überschrift mal angepasst. Gilt für Frauen, Männer und alle anderen.

#8 - 10.10.2018, 11:06 von stefano.vitelli

Social-Media

Ein weiterer Vorteil für den eigenen Seelenfrieden ist es, wenn man dieses ganze Social-Media-Geplapper nicht allzu ernst nimmt. Wenn mir jemand nicht ins Gesicht sagen kann, was er anonym im Internet rauskrakeelt, dann existiert es einfach nicht für mich. Einfach nur Luftblase. Kann man jemanden wirklich ernst nehmen, der anonym vor der Tastatur jemandem wünscht "dass er endlich vergewaltigt wird"?. Ich kann Ihnen garantieren, dass es sich zu 99% um eine ganz arme, eigentlich bemitleidenswerte Kreatur handelt. Plattformen, die einen anständigen Umgangston nicht handeln können, sollten sowieso gemeidet werden. Und auch ansonsten sollte man wie gesagt die ganzen Debatten auf Social-Media nicht zu ernst nehmen. Das gilt für Mann wie Frau.

#9 - 10.10.2018, 11:14 von sven2016

Internet böse?

Das ist auch meine Erfahrung: Wenn in Foren und Spielen hart moderiert wird, verlieren die meisten Trolle schnell die Lust (schon 1-2 Tage muten hilft) und ziehen weiter.

Generell wird der Umgangston leider sehr oft beleidigend, z.B. in Themenforen wie bei Computerproblemen: einer oder zwei versuchen eine Problemlösung, die anderen dissen den Fragenden als dumm oder noob.

Man sollte sich wirklich nicht daran gewöhnen, sondern lieber öfter wechseln und direkt anmerken, weshalb man das tut.

Auf der Straße sind auch genügend Gestörte unterwegs, insofern bildet das Internet da nur eine Teilmenge verstärkt ab.

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