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Interview mit Kim Dotcom: "Wir werden gewinnen"

AFP Kim Dotcom kämpft seit Jahren gegen seine Auslieferung an die USA, wo ihm eine lange Haftstrafe droht. Im SPIEGEL-Interview streitet er alle Vorwürfe ab - und erklärt, warum er Julian Assange für einen Helden hält.
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#1 - 15.04.2018, 21:29 von susuki

Die Betreiber von Tauschbörsen/Streamer dürften noch Jahre gute Geschäfte machen. Nur sehr wenige sitzen im Gefängnis. Das Risiko ist kalkulierbar,

#2 - 15.04.2018, 21:51 von saftfrucht

Faszinosum

Kim Schmitz ist ein absolutes Faszinosum. Ich habe ihn jahrelang für einen zwielichtigen Typen und Gangster gehalten, dann habe ich mich mit seinem Fall beschäftigt. Er ist absolut ohne Zweifel Opfer eines korrupten Netzwerks geworden, zu einem anderen Schluss kann man nach Studium seines Falls nicht kommen. Die Messer-Analogie kann man für dahergeholt halten, aber man sollte sie nicht einfach vom Tisch wischen. Klar spielt es eine Rolle, ob man ein Werkzeug für den legalen Zweck entwickelt und den illegalen Zweck in Kauf nimmt, oder umgekehrt. Nur ist ihm nicht nachzuweisen, dass Megaupload zu illegalen Zwecken gegründet wurde. Das gibt die Beweislage schlicht nicht her. Gleichzeitig gibt es Messerhersteller die ganz klar Waffen verkaufen und keine Brotmesser. Da sagt keiner was. Zurecht, denn der Verbrecher ist nicht der Messerhersteller, sondern derjenige, der das Messer benutzt. Ganz genau so ist es auch bei Onlineplatformen. Wer eine Zusammenarbeit mit den Behörden bzw. Copyright-Inhabern nachweisen kann, wie Megaupload, hätte in der analogen Welt eine absolut weiße Weste. Es wird Zeit, die selben Maßstäbe an die digitale Welt zu legen.
Kim Schmitz ist angeberisch, laut und oft peinlich. Aber er ist auch jemand, der, wenn auch unbeabsichtigt und aus Not, Licht in den ganzen Morast der korrupten Seilschaften der Politik bringt. Schande trifft hier nur die Presse, die darüber viel zu wenig berichtet.

#3 - 16.04.2018, 23:03 von Fuxx81

Farce

Zitat von
denn hier in Neuseeland kann man nicht richtig schnell Auto fahren
Na super, dann brettert er hier mit 150 durch die Ortschaft...

Ich muss sagen, dass mir dieser Kim zutiefst unsympatisch ist. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich die Vorwürfe gegen ihn für an den Haaren herbeigezogen halte. Ich sehe keinen logischen Grund, warum ein Filehoster für den Content seiner User haften sollte, mal ganz davon abgesehen, dass ich die veranschlagten Schadenssummen für systematisch überschätzt halte (längst nicht jeder illegale Download ist ein entgangener Verkauf).

#4 - 16.04.2018, 23:12 von TS_Alien

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Millionen Menschen dubiose Tausch-Plattformen nutzen, nur um ihre eigenen legalen Dateien zu verteilen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass solche Tausch-Plattformen für zwielichtige oder kriminelle Geschäfte verwendet werden.

Bis hin zur Geldwäsche. Es ist nicht abwegig zu vermuten, dass
zigtausende kostenpflichtige Accounts bei einem Dienst nur zu dem Zweck eingerichtet werden, Gelder von A nach B zu transferieren und sie dabei zu waschen. Natürlich muss der Betreiber eines Dienstes dabei eingeweiht sein.

In den USA wird jemand mit teuren Anwälten immer einen fairen Prozess erhalten. Eher wird die Justiz sich Sorgen machen müssen, das da nicht ein Krimineller freigesprochen wird.

#5 - 16.04.2018, 23:13 von CobCom

Einer der Vorkämpfer sicherer Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen, der damit indirekt viele gezwungen hat, nachzuziehen ... alleine das wiegt für mich alles auf, was er vielleicht auf dem Kerbholz haben könnte ... FALLS das überhaupt der Fall sein sollte.
Nicht die Liga von Snowden, aber auch extrem wichtig für die Entwicklung sicherer Kommunikationswege.

#6 - 16.04.2018, 23:25 von anaxi

Kim mochte ich zwar nie, besonders wegen seines Doppelspiels in den 80ern. Jedoch weiß er sich darzustellen und ist ständig voller Tatendrang und hat immer wieder gute Ideen. Projekte wie Megaupload, Mega und sein nun sein neuestes Projekt. Verschlüsselung und einflussreiche Technologieköpfe, welche nicht mit der Obrigkeit gemeinsame Sache machen (wollen), gefällt den Obrigkeiten nun mal gar nicht und Dotcom wie auch Assange, Snowden und einige andere sind Opfer genau eben dieser. Wir (die einfachen Leute) werden siegen. Früher oder später.

#7 - 16.04.2018, 23:30 von neodumont

Alles für lau...

Kaum ein "Fileshare"-Anbieter hat hat der Musikindustrie, der Filmbranche, CD Produzenten, Druckereien und Kreativen mehr Schaden zugefügt als Megaupload. Zwischen 2000 und 2010 waren Hundertausende von Files ohne Passwortschutz frei downloadbar. Sie enthielten Anwendersoftware, Computerspiele, Musik, Filme (auch Blueray scans), gescannte Comics, Noten, E-Books etc. Hat nur keiner gemerkt, oder ? Und Kim .com wusste natürlich von nix. Urheberrechtsverletzungen massenhafter Art fand dort statt und nicht "ein File geht an meinen Kumpel".
Alles für lau führt zu Qualität welche mau !
Wen wundert es, wenn aus Deutschland in Punkto Kultur und Musik überwiegend Trallala und Hopsassa Eintagsfliegen kommen und die Arbeit der ComputerKreativen so schlecht bezahlt wird, daß keiner davon ordentlich Leben kann ?
Wie wäre es eigentlich wenn Sotheby's in London massenhaft Falschkopien unter den Hammer bringen würde, würde man dann ein "bin nicht für verantwortlich, bin halt nur Platform" akzeptieren ?

Wünsche kim endlich seine Auslieferung und mindestens Verurteilung zur Entschädigung. Muß ja nicht gleich gesiebte Luft sein.

Ein Geschädigter

Dank an den American Eagle für den Megaupload und Filecrop Shutdown. Deutsch Politpappnasen schützen ihre arbeitende Bevölkerung eh nicht.

#8 - 16.04.2018, 00:30 von adal_

Zitat von saftfrucht
Nur ist ihm nicht nachzuweisen, dass Megaupload zu illegalen Zwecken gegründet wurde.
Unsinn, die Schadensersatzansprüche aus Kim Dotcoms Urheberrechtsverletzungen sind in Neuseeland bloß nicht vollstreckbar, das ist alles. Nach US-Recht handelt es sich sogar um einen Straftatbestand. Der Held machte sich mit dem geistigen Eigentum anderer Leute einen schlanken Fuß, darauf beruhte sein Geschäft mit Megaupload.

#9 - 16.04.2018, 03:12 von lotharbongartz

Einzel-Kämpfer

Kim gefiel sich schon immer als Einzel-Kämpfer. Er hatte aber auch kaum Alternativen. Die anderen von ihm erwähnten Plattformen Dropbox, YouTube, Facebook und Twitter sind sämtlich US-Firmen. Dort können sich die IT-Firmen der Unterstützung durch den Staat und die Presse sicher sein. Dadurch erst ist der Silicon-Valley Erfolg in den USA möglich gewesen. Lothar Bongartz, 1der1, auch Auckland

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