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Sascha Lobos Debatten-Podcast: Wie schlimm steht es um die deutsche Digitalpolitik wi

SPIEGEL ONLINE In seiner Kolumne "Mensch-Maschine" nahm Sascha Lobo am Mittwoch die Wahlprogramme der Parteien auseinander. Hören Sie in Folge 2 seines Podcasts, wie er auf Kritik von Lesern antwortet.
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#1 - 28.07.2017, 17:03 von Nobody X

Dieses Thema wird anscheinend hoffnungslos überbewertet

Es ist ja durch aus verständlich, dass ein junger Mensch und Technik-Freak wie Herr Lobo den möglicherweise minderbemittelten Breitband-Ausbau in D als immenses politisches Versagen anprangert. Aber zu erwarten, dass deshalb die große Mehrheit der Wähler auf diesen Zug aufspringt und ihre Priorität dahingehend festlegt, welche Partei ein noch schnelleres Daddeln ermöglicht, wäre doch wohl ziemlich albern. Wenn es keine anderen Probleme in diesem Land gibt, dann können wir uns wirklich beglückwünschen.

#2 - 28.07.2017, 18:40 von darkk

@nobody x

Naja ganz so unwichtig ist das Thema wohl nicht. Es gibt mittlerweile etliche Unternehmen, die auf eine gut ausgebaute Internetverbindung (breitband) angewiesen sind. Auch für Home-Office-Angestellte, sowie bsw. Selbständige Architekten (Versendung grosser Datenpakete), oder generell dezentral organisierte Unternehmen ist Breitband wichtig. Die ländlichen Gebiete Deutschlands werden so wirtschaftlich noch weiter abgehängt. Mal ganz davon abgesehen das der schlechte öffentliche W-Lan-Ausbau, sowie die schlechte mobile Internet-Versorgung einem technisch versietten Land wie Deutschland nicht gerade zur Ehre gereicht. Hier wird die Zukunft verschlafen.

#3 - 28.07.2017, 19:25 von noalk

Die digitalen Bemühungen der Parteien werden kritisiert.

Wie soll das gehen? Was es nicht gibt, kann nicht kritisiert werden.

#4 - 29.07.2017, 13:31 von Berg

Und ich bin verblüfft, dass so eine technische Aufgabe zur Sache von politischen Parteien gemacht wird. Und dann wird noch die Partei gesucht, die Recht hat. :-)

Leute, nun lasst mal die zuständigen Unternehmen, Betriebe, Organisationen handeln, und zwar nach technischen, ökonomischen, ökologischen, finanziellen, sicherheitstechnischen Gesichtspunkten, egal, welchem Parteiprogramm das entspricht.

#5 - 29.07.2017, 16:56 von tom_ppp

Was erwarten

Sie bitte von einer Kanzlerin für die das Internet vor wenigen Jahren noch Neuland war. Dazu kommt das dies ein Thema ist das genauso wie Bildung und Infrastruktur erst in der Zukunft Früchte abwirft, da ist Mutti längst unter der Erde.

#6 - 29.07.2017, 16:59 von diorder

Hauptsache wir haben darüber mal gesprochen

Zufällig mal reingehört. Muster : Erstmal ist doch viel Positives - aber: was Sascha zufällig für unverzichtbar hält. Bei den Beiträgen Anderer : Dasselbe Muster. Aber dort die Antworten aud dieese etwas ausfransend und vor allem unter dem Motto : Nur nicht zu grundsätzlich, nur nicht zu kritisch an der Politik und Lobby. Das sind natürlich dann nur Vorurteile. Immer wieder unterbrochen von Selbstbeweihräucherungen, daß S.L das auch schon mal kritisiert hat. Die Machtfrage zu stellen , ist im SPIGEL sicher auch nicht angebracht. Die Antwort von S.L. auf Machtkritik ist ein Glaubensbekenntnis : Ich glaube an die Debatte. Herrschaftfreier Diskurs ist aber eine Habermascher Utopie, die angesichts der Besitzverhältnisse in den Medien - mit Ausnahme der digitalen ! - wirklich ein Traum ist. Meine Erfahrung : Es herrscht medial der Extremismus der Mitte. Dem huldigt auch S.L. Meine Vorstellung von Demokratie ist aber - wie S.L. andeutet - auch der Diskurs mit den als extrem Abgestempelten - Linke wie Rechte.

#7 - 29.07.2017, 20:14 von quark2@mailinator.com

Mir fehlt der Uplink. Ich finde es eine technische Sauerei, daß in DE DSL nicht in beide Richtungen voll genutzt werden kann. Wenn man nicht nachdenkt, hört es sich ja schön logisch an, daß mehr Bandbreite für Downloads zur Verfügung steht, als für Uploads. Aber in Wirklichkeit könnte die volle Bandbreite dynamisch nach Bedarf die Richtung umschalten, d.h. wenn man Video streamen will, hat man vollen Upload, wenn man Video ansehen will, hat man vollen Download. Für Menschen mit normalen Bedürfnissen ist es in DE im Moment kaum möglich, ein Paket zu kaufen, welches wirklich signifikante Uploadbandbreite bereitstellt. Ich finde das vorsätzlich und schickanös. U.a. untergräbt es auch das Recht auf freie Meinungsäußerung, weil man so daran gehindert wird, z.B. seinen eigenen TV-Kanal zu betreiben, der eben nicht von Dritten kontrolliert wird. Ehrlich gesagt sind mir die Downloadmöglichkeiten in DE schon seit Längerem völlig ausreichend, aber der Upload hängt zurück.

#8 - 30.07.2017, 11:18 von diorder

Verluste sozialisieren - Gewinne privatisieren

Klar, es ist nötig in strukturschwachen Regionen staatlich zu investieren. Aber was danach kommt, ist eine Debatte durchaus wert. Ich sehe voraus :
Erst mit unserer aller Zustimmung "unrentable" Infrastruktur mit Steuermitteln ausbauen, dann die Nutzung privatisieren - wie bei der Post incl. Telekommunikation, Fluglotsen, Teil-Bahn, Krankenhäuser, Rente und anderen Unternehmen und Aufgaben in öffentlicher Hand. Ziel: die Taschen von Aktionären zu füllen. Umverteilung von unten nach oben. Lobo würde natürlich dazu sagen: Deutschland muß vorne bleiben. Nutzt doch allen. Ja, aber einigen besonders. Das ist doch diskussionswürdig, oder ist das schon zu radikal ? Wie insgesamt die Frage , was öffentlich und was privat sein soll, je nach politischer Mehrheit entschieden wird. Das GG ist darin zu schwammig: Eigentum soll dem Allgemeinwohl dienen.

#9 - 30.07.2017, 12:17 von Berg

Zitat von diorder
Klar, es ist nötig in strukturschwachen Regionen staatlich zu investieren. Aber was danach kommt, ist eine Debatte durchaus wert. Ich sehe voraus : Erst mit unserer aller Zustimmung "unrentable" Infrastruktur mit Steuermitteln ausbauen, dann die Nutzung privatisieren - wie bei der Post incl. Telekommunikation, Fluglotsen, Teil-Bahn, Krankenhäuser, Rente und anderen Unternehmen und Aufgaben in öffentlicher Hand. Ziel: die Taschen von Aktionären zu füllen. Umverteilung von unten nach oben. Lobo würde natürlich dazu sagen: Deutschland muß vorne bleiben. Nutzt doch allen. Ja, aber einigen besonders. Das ist doch diskussionswürdig, oder ist das schon zu radikal ? Wie insgesamt die Frage , was öffentlich und was privat sein soll, je nach politischer Mehrheit entschieden wird. Das GG ist darin zu schwammig: Eigentum soll dem Allgemeinwohl dienen.
"Eigentum" an Betrieben, Firmen, Unternehmen, Konzernen dient für jeden ersichtlich dem "Allgemeinwohl". Denn die deutsche Wirtschaft ist kapitalistisch und besteht aus eben diesen Privatbetrieben, die das Einkommen der Erwerbstätigen sichern. Es istparadox, dieses "Eigentum" in Frage zu stellen.

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