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100 Tage Katar-Blockade: Der saudische Reinfall

DPA Im Juni schmiedete Saudi-Arabien ein Bündnis gegen den Nachbarstaat Katar, das kleine Land wurde blockiert. Panische Kataris stürmten die Supermärkte, die Gefahr eines Golfkriegs drohte. Doch die Boykotteure haben sich gründlich blamiert.
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#1 - 13.09.2017, 16:41 von Raisti

Hoffe nun stellen sich einige Leute mal nen paar Fragen

Erstmal muss ich anmerken danke SPON das ihr euch mal mehr den Saudis annehmt und dazu noch ein Forum schaltet. Ging ja gestern schon los mit dem Artikel zum Jemen.

Aber nun zur Kritik:
1. Vermisse ich stark in dem Artikel das die Saudischen Hacker beleuchtet werden die Ja ne Fake News bei Aljazeera platziert hatten und damit erst die Blockade losgetreten haben. Das ist erwiesen und sogar Spon hatte darüber berichtet sofern ich mich recht erinnere. Vondaher frage ich mich warum dieser zentrale Punkt im Artikel fehlt.

2. Ich finde es schon krass das folgendes im Text versteckt ist.
"Dutzende Male haben saudische Kampfjets Moscheen, Schulen oder Krankenhäuser bombardiert und Unbeteiligte getötet"
Man erinnere sich wie zeter und mordio geschrien wurde wenn dies in Syrien passiert ist. Da frage ich mich warum diese Verbrechen der Saudis nicht auch dauerhhaft als Aufmacher kritisch beleuchtet werden.

In beiden Fällen sind es Kriegsverbrechen aber in syrien wurde man nicht müde es täglich als Aufmacher ins öffentliche Bewusstsein zu drängen während es hier gerade mal einen Nebensatz wert ist.

#2 - 13.09.2017, 16:41 von bikerrolf

Alles in Butter?

Hauptsache die USA haben mal wieder im großen Stil Waffen verkauft, an beide Seiten natürlich. Fragt sich nur, ob sich die Herrscher aus 1001 Nacht ewig werden halten können, wenn Öl und Gas verbraucht oder wegen des Klimawandels nicht mehr abzusetzen sind. Und ob nicht eines Tages Israel - oder die USA in einem dritten Golfkrieg - mit den schönen Waffen Bekanntschaft machen. Al Jazeera und CNN werden dann in Full HD life berichten.

#3 - 13.09.2017, 17:21 von gandhiforever

Der Scheich pokert

Mohammed bin Salman al Saud weiss, dass er sich verspekuliert hat, denn die Anschuldigungen gegen Katar haben sich als erfunden erwiesen.

Doch so einer, der gibt nicht so schnell auf, sondern versucht, seine Koalition zu erweitern. Zu diesem Zweck hat sogar einen Besuch in Israel gemacht, in dem Israel, das offiziell der Erbfeind ist.

Und dieser Besuch ist eben nicht so ohne. Sich am Rand einer internationalen Konferenz kurz mit einem israelischen Diplomaten zu unterhalten ist nicht unueblich, aber ein Besuch und Gespraeche im offiziellen Feindesland.

Das koennte dem ausersehenen Nachfolger zum Verhaengnis werden, sollte der Widerstand innerhalb der Familie zunehmen.

#4 - 13.09.2017, 18:29 von treime

@ 1

Im Jemen gibt es nichts zu holen. Das BIP pro Kopf liegt unter 1.000 USD - bei ~27 Millionen Einwohnern ist der Jemen alles andere als relevant in der Politik von USA, Russland, China und Europa. 600.000 Menschen an Cholera erkrankt? Wehe sowas passiert in Indien, Australien oder gar Mexiko... Das jahrelange abschlachten im Sudan hat keine Sau interessiert, weil das liebe Öl weitergeflossen ist.
Oder interessiert es wirklich jemanden, das mehrere 100.000 Muslime in Südostasien auf der Flucht sind, weil sie mit Gewalt vertrieben werden? Dort steht eine Friedensnobelpreisträgerin an der Spitze.

Wir können uns auch weiterhin selber belügen und uns einreden, das wir die besseren Menschen sind. Aber von uns tut keiner was! (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Traurig, aber wahr. Die Welt stand gestern noch am Abgrund, heute ist sie....

#5 - 13.09.2017, 19:51 von fatal.justice

So ist es.

Zitat von treime
Im Jemen gibt es nichts zu holen. Das BIP pro Kopf liegt unter 1.000 USD - bei ~27 Millionen Einwohnern ist der Jemen alles andere als relevant in der Politik von USA, Russland, China und Europa. 600.000 Menschen an Cholera erkrankt? Wehe sowas passiert in Indien, Australien oder gar Mexiko... Das jahrelange abschlachten im Sudan hat keine Sau interessiert, weil das liebe Öl weitergeflossen ist. Oder interessiert es wirklich jemanden, das mehrere 100.000 Muslime in Südostasien auf der Flucht sind, weil sie mit Gewalt vertrieben werden? Dort steht eine Friedensnobelpreisträgerin an der Spitze. Wir können uns auch weiterhin selber belügen und uns einreden, das wir die besseren Menschen sind. Aber von uns tut keiner was! (Ausnahmen bestätigen die Regel) Traurig, aber wahr. Die Welt stand gestern noch am Abgrund, heute ist sie....
Wenn man Politik als Ausdruck des Volkswillens, und die Willensbildung des Volkes als ein vom weltweiten Journalismus beeinflusstes Gut begreift, muss man feststellen, dass die Medienwelt durchaus versagt, wenn es um die Betrachtung der Konflikte unserer Zeit geht. Die Relation scheint sich zu verlieren, wenn jede semi-stattliche Naturkatastrophe mit ihrer für die jeweilige Bevölkerung eher belanglosen Gefährdungslage die Zeitungsseiten füllt, aber kapitale Verbrechen gegen die Menschlichkeit - wie beispielsweise im Jemen oder in Nigeria und Myanmar derzeit - zur Randnotiz verkommen. Man muss es wohl auf kulturalistische Denkweisen zurückführen: Wenn ein wallonischer Belgier von einem Granatapfel erschlagen wird, ist mir das näher, als wenn ein Tahitianer von einer kapitalen Kokosnuss erschlagen wird...

#6 - 13.09.2017, 20:27 von eizboks

Der Autor hat offensichtlich...

...den Artikel am grünen Tisch geschrieben. Erst und zuallervorst handelte es sich um einen Konflikt im tribalen Format. Ohne Rücksicht auf die Folgen trafen hier Beduinenperzeptionen aufeinander. Man konnte sich solange zurücklegen und ohne jede Kriegsgefahr zuschauen, solange sich niemand einmischte. Das hatten alle, auch die Iranische Regierung die sich bis heute raushält verstanden. Kuwait ist deswegen zurückhaltend, weil es für jeden tribalen Konflikt im Nahen Osten einen potentiellen Vermittler geben muss. Und das genau spielt Kuwait, bislang mit mäßigem Erfolg, weil es noch keine Kompromissbereitschaft gibt. Als der Muslimbruder Erdogan sich als "Vermittler" anbot, wurde er zurecht von SAR abgewatscht. Die Bruderschaft wir von der anti- Qatarallianz als "Terroristen eingestuft. Sein Manöver war zu durchsichtig. Oman verstand sich immer als Brücke zwischen den sunnitischen Golfstaaten und dem schiitischen Iran. Die geopolitische Lage des Oman, als einziges GCC-Mitglied am indischen Ozean gelegen, ermöglicht das auch. Die USA spielen lediglich im Zusammenhang mit ihrem Stützpunkt eine Rolle. Auch sie wissen, dass sie da zur Zeit nichts zu löten haben. Jeder hält sich raus
Der Ruf nach Pressefreiheit für al Jezeera ist hohl. Der englischsprachige Teil ist harmlos; der arabische Teil klar auf Seiten der Moslembrüder.
Also: bevor hier von Krieg und Pleite gesprochen wird, sollte man sich das oben Gesagte vergegenwärtigen und auch zur Kenntnis nehmen, dass Qatar nach wie vor den Energiebedarf seines schärfsten Gegners, den VAE, zu 40 % abdeckt. Tribal disconcent!

#7 - 13.09.2017, 20:35 von oldman2016

Geld stinkt nicht und Reichtum macht blind

sagt der Kapitalist. Auf der arabischen Halbinsel sind dank der Erdöl- und Erdgasvorkommen viele Milliarden Dollars eingenommen worden. Viel Geld wird für fragwürdige Waffendeals ausgegeben und viel Geld fließt in Wolkenkratzer, die offenbar allen Luxus bieten. Die milliardenschweren Herrscherfamilien haben genug Geld, um weltweit massiv in die regenerative Energieerzeugung oder in Meerwasserentsalzungsanlagen zu investieren und damit neue zukunftsfähige und gewinnbringende Geschäftsfelder zu eröffnen, Das wäre sinnvoller, als sich als Großaktionäre bei Daimler oder anderen Autoherstellern einzukaufen. Die Kriege im Jemen und in Syrien und zuvor zwischen Irak und Irak sind auch auf Spannungen der beiden großen Religionsrichtungen zurück zu führen. Für mich sind sie auch Ausfluss fehlender Demokratie, wie wir sie in Westeuropa seit über 70 Jahren kennen.
Es scheint dass sich der Islam und Demokratie nicht zusammen passen. Das soll uns SPON-Leser aber nicht davon abhalten, morgen wieder mit Tempo 200 in unserer S-Klasse über die deutschen Autobahnen zu düsen. Die Herrscherfamilien freuen sich, wenn wir ihr Öl verbrauchen.

#8 - 13.09.2017, 21:27 von berndhopp

könnte klappen

"Schon übernächstes Jahrzehnt soll die Wirtschaft des stockkonservativen Königreichs nicht mehr überwiegend vom Öl bestimmt sein, verkündet der Thronfolger."

in dem Tempo, in dem gerade regenerative Energien ausgebaut werden, könnte das sogar hinhauen. Dann kann SA sich wieder auf seine Weltmarktführerschaft im Dattelexport und Mekka-Pilgerbewirtung konzentrieren.

#9 - 14.09.2017, 23:00 von eildon

Shopping ist nicht alles...

... die Flugraumsanktionen sind immer noch aktiv... unklar, wie lange das Qatar Airways aushält....

Doha - Khartum: 6h
Dubai - Khartum: 4h...

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