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Einigung im Namensstreit: Mazedonien soll künftig "Republik Nord Mazedonien" heißen

REUTERS "Wir haben einen Deal": Griechenlands Regierungschef Tsipras hat eine Lösung für den Namensstreit um die griechische Provinz und das Nachbarland Mazedonien verkündet.
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#1 - 12.06.2018, 18:54 von rosinci

Das kennen wir ja schon

Noch vor paar Wochen gabs auf der Standard die gleiche Verkündung, und jetzt wieder. Letztens hiess es, Mazedonien würde den Namen Ilindenska Makedonien annehmen, was den bezug zum ilinden aufstand von 1903 als eigentlichen namen hergeben. Republik nordmazedonien , wäre geographisch sogar korrekt. Na egal Hauptsache es kommt ruhe auf dem Pulverfasses.

#2 - 12.06.2018, 19:03 von noalk

Schon wieder ein Deal

Kaum jemand mag Donald Trump so richtig - vorsichtig formuliert. Aber alle übernehmen sein Vokabular. So war es schon immer: Sprache wird geprägt und verändert von Intellekt und Dummheit - von letzterer meistens mehr als von ersterem.

#3 - 12.06.2018, 19:05 von aurichter

Die Griechen

haben ja ansonsten keine anderen und wichtigeren Probleme, da muss man sich halt an diesem mehr als albernen Namensstreit hochziehen! Armes Griechenland kann man da nur sagen! Da fällt mir der Vogelschiss Vergleich ein von einem deutschen Gauleiter, nur dass hier ein Nachbar aktuell "bedroht" wird. Anstatt friedlich nebeneinander zu leben wir ein lächerlicher Streit vom Zaun gebrochen. Was für eine Welt.

#4 - 12.06.2018, 19:15 von Benjowi

Zitat von rosinci
Noch vor paar Wochen gabs auf der Standard die gleiche Verkündung, und jetzt wieder. Letztens hiess es, Mazedonien würde den Namen Ilindenska Makedonien annehmen, was den bezug zum ilinden aufstand von 1903 als eigentlichen namen hergeben. Republik nordmazedonien , wäre geographisch sogar korrekt. Na egal Hauptsache es kommt ruhe auf dem Pulverfasses.
Wenn sich diese Lösung bestätigt, kann man den Beteiligten nur ein Lob aussprechen. Genauso lösen vernunftbegabte Menschen irrationale Probleme und so sollte Politik gehen. Was da vorher gelaufen ist, war in Mitteleuropa ohnehin niemandem vermittelbar. Ähnlich verhält es sich im Übrigen mit dem Streit zwischen Kroatien und Slowenien wegen ein paar Kilometer Meeresarm: Sinnlos und kontraproduktiv besonders zwischen EU-Mitgliedern!

#5 - 12.06.2018, 19:24 von hellas2004

@ausrichter

Da sollte sich Deutschland doch bitte zurückhalten, was Namensstreitereien betrifft. Wer hat denn darauf gedrängt, dass die 4+2-Verträge nicht Friedensvertag genannt werden, um bloß keine Reparationszahlungen an alle (europäischen) Nachbarn zahlen zu müssen....Sie können doch gar nicht wissen, welche weitreichenden geografischen Anspruchsrechte erheben werden könnte, wenn sich die Republik aus Skopje 'Mazedonien' nennen dürfte. In den Schulbüchern dieser Republik wurden auch Karten des 'Großmazedonischen Reiches' abgebildet, das den kompletten Norden Griechenlands umfasst.

#6 - 12.06.2018, 19:53 von gunpot

Von 1996 bis 1999 war ich der

zuständige Referent in Brüssel, um Infrastrukturvorhaben in Mazedonien und Albanien zu finanzieren. Das machte 80% der jährlichen Zuwendungen der EU für die beiden Länder aus. Wenn die EU mit Rücksicht auf Griechenland Mazedonien offiziell unter FYROM (Former Yugoslav Republic of Macedonia) führte, sprachen wir intern von Mazedonien. Auch im internen Schriftverkehr mit Skopje war nie von FYROM die Rede, wir nahmen Rücksicht auf die nationalen Gefühle der Mazedonier. Somit konnten wir eine erträgliche Zusammenarbeit mit den Führungsspitzen des nur 1,2 Millionen Einwohner zählenden Landes herstellen, das etwa 25% Bürger albanischer Herkunft zählt. Ich habe die slawischen Mazedonier schätzen gelernt, waren und sind sie doch weniger korrupt als die Bulgaren, Rumänen oder Skipetaren (Albaner der Republik Albanien). Sie sind auch weniger "durstecherisch" als die Griechen, die die EU mehrheitlich immer als zu melkende Kuh betrachtet haben. Ich habe nie verstanden, warum die EU Griechenland gegenüber so zu Kreuze kroch. Als unsere Politiker beschlossen, Griechenland in die EU aufzunehmen, haben sie sicher an Griechenland die Wiege der Demokratie und einer gewissen Zivilisation gedacht. Ist ja nicht schlecht, wenn man geschichtsbewusst denkt. Meine Ernüchterung trat aber ein, als ich mit den Neugriechen zu tun hatte, besonders wenn es um Ausschreibungen ging. Ich hoffe, dass das zukünftige Nord-Mazedonien so schnell wie möglich der EU beitreten darf. Hätte ich die Wahl zwischen Mazedoniern und Griechen, so ist meine Präferenz klar.

#7 - 12.06.2018, 20:01 von franz01

Geographische Doppelbezeichnungen sind gängig

Die Provinz "Limburg" gibt es in Belgien und in den Niederlanden. Die "Provinz Luxemburg" ist belgisch, das "Großherzogtum Luxemburg" unabhängig. "Friesland" gibt es auf holländischer und deutscher Seite. "Navarra" gibt es in Frankreich und Spanien. "Pommern" und "Schlesien" teilen sich Polen und Deutschland. Die Region "Heilbronn-Franken" ist baden-württembergisch, "Unter-, Ober-, und Mittelfranken" bayerisch, und "fränkischer Bund" ist ein Zusammenschluss in Süd-Thüringen. "Schwaben" gibt es in Bayern und in Baden-Württemberg. An diesen Namen hängen kaum Gebietsansprüche, und Gebietsansprüche hängen nicht an Namen. Insofern sind hier pragmatische Lösungen sinnvoll.

#8 - 12.06.2018, 20:20 von manicmecanic

@hellas2004. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen

Ihr Vergleich mit dem 2+4 Vertrag ist voll daneben.Dieser Vertrag ist kein Friedensvertrag,sehen Sie sich mal richtige Friedensverträge an,egal zwischen wem und von wann dann wirds auch Ihnen auffallen.Es wurde kein Friedensvertrag zwischen Deutschland und den Siegermächten gemacht aus diversen Gründen.Der Hauptgrund war daß man die ehemaligen deutschen Ostgebiete wohl kaum noch hätte zurück geben können nachdem zig Jahrzehnte dort andere gelebt haben.Bei einem echten Friedensvertrag hätte aber genau das geschehen müssen.

#9 - 12.06.2018, 20:26 von yogtze

Eine schlechte Lösung! Skopje hätte auf jedweden Namen, der "Mazedonien" enthält, ein für alle Mal verzichten müssen.

Es ist eine Unverschämtheit, wie ein slawisches Volk, das mit der antiken griechisch-makedonischen Geschichte nicht das Geringste zu tun hat, sich in den letzten einhundert Jahren diesen Namen angeeignet hat. Ich kann die Griechen sehr gut verstehen, zudem nationalistische Skopjer sogar Anspruch auf griechisches Territorium erheben.

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