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G20-Ausschreitungen: Das Tabu der Gewalt

REUTERS Nach der Randale von Hamburg sind sich alle einig: Gewalt geht gar nicht. Aber so einfach ist es nicht.
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#1 - 17.07.2017, 16:45 von keine Zensur nötig

"Gibt es in der funktionierenden Demokratie......"

Das Problem ist bei dieser These, dass unsere Demokratie erhebliche Defizite ausweist. Der Lack bröcklet langsam und zum Vorschein kommt die hässliche Fratze totalitärer Systeme. Weitere Fragen dazu am Besten an den derzeit amtierenden Justizminister.
- Telekommunikationsgeheimnis, futsch
- Postgeheimnis, futsch
- Bankgeheimnis, futsch

Und all diese Untaten innerhalb weniger Wochen.

Das Grundproblem unserer Art Demokratie ist letzthin, dass ihre Glaubwürdigkeit durch eine gewissenlose Clique der Politelite zerstört wird.

Nichts desto trotz ist Gewalt nicht das Mittel der Wahl, auch wenn der olle Clausewitz sagte: Krieg ist die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln.

Wer allerdings in Hamburg jüngst die Kriegführenden waren, ist vollkommen offen. Die Frage für das kriminelle Wüten einer internationalen Bande namens Schwarzer Block lautet: Wem hat das einen Nutzen gebracht?

Und noch eine Frage - was wenn das alle militante und bewaffenete IS-Terroristen gewesen wären? Davon haben wir ja auch so einige importiert.

#2 - 17.07.2017, 16:47 von rolf sternberger

Gute Kolumne, aber

sie trifft das Thema der gegenwärtige Debatten nicht. Natürlich wird überall von Gewalt geredet und dem staatlichen Gewaltmonopol. Es geht aber um den allgemeine rechte Neugestaltung unserer Gesellschaft. Die Linken sind böse, die Medien auch, weil von den Linken beherrscht, auch die Politik und der Staat neigen zum gefährlichen PC - aber jetzt hat der Staat endlich mal gezeigt, was er kann - das freut das rechte Herz!!! Rechte Menschen mögen den Anblick von Gewalt, sie soll nur von den Starken ausgehen und die Schwachen treffen.

#3 - 17.07.2017, 16:50 von brille000

Wessen Gewalt?

Gewalt wir oftmals ganz einfach mit Kugelschreiber und Stempel ausgeübt. Da gibt es Anweisungen und Reglementierungen von "oben", die vielen Menschen ihre Freiheit und ihre Selbstbestimmung nimmt. Wenn diese dem nichts anderes entgegenzusetzen haben, dann bleibt nur das Mittel der Gewalt, aber dann in einer Form, bei der diese Menschen ihre eigenen Mittel einsetzen, weil ihnen keine anderen zur Verfügung stehen. Wasserwerfer, Schlagstöcke, Reizgas und Knebelketten haben die nun mal nicht, doch gerade diese Gewalt ist legitim, weil sie von staatlichen Schergen ausgeübt wird. Ja, Gewalt in diesem Sinne halte ich für legitim, wenn andere Wege nicht möglich sind oder wie hätte man dieses Treffen der 20 Globalverbrecher verhindern können?

#4 - 17.07.2017, 16:53 von schwaebischehausfrau

Diesen Kommentar..

werden sich viele an die Wand heften und sich bei ihren nächsten Krawallen darauf berufen. Aber nicht nur "linke" Gewalttäter, sondern auch "rechte" Gewalttäter. Ne Steilvorlage sozusagen. Denn diesen Spagat, dass es eben doch "gute" Gewalt (weil für die "richtige Sache") und "schlechte Gewalt" gibt und dass es einen Unterschied macht, wer Autos anzündet und wessen Autos angezündet werden, den kann auch Hr. Augstein nicht schaffen. Und so diese in seinem Kommentar gleich am Anfang gestellte Frage auch unbeantwortet.

#5 - 17.07.2017, 16:55 von Echt jetzt

Leider tickt unsere Gesellschaft so, dass es immer erst Tote geben muss, bevor sich etwas bewegt. Gewalt war und ist in der Menschheitsgeschichte immer nötig um Veränderungen zu bewirken. Ob im konkreten Fall des Hamburger Gipfels die Gewalt irgend etwas bewirkt hat, wage ich jedoch zu bezweifeln.

#6 - 17.07.2017, 16:55 von Epsola

Kaum eine der liberalen und sozialen Errungenschaften, in denen wir uns sonnen dürfen, wurde auf dem Rechtsweg erstritten, sondern im wahrsten Sinne des Wortes erkämpft. Ab wann Militanz gerechtfertigt ist und ab wann diese nicht nur passiv sondern auch aktiv sein darf, dafür gibt es keine goldene Regel. Die Geschichte und die Mehrheit entscheidet. Ich für meinen Teil sehe für die hamburger Ereignisse keinerlei Grundlage die aktive Militanz gegen den Staat und die Gesellschaft in der Form rechtfertigt. Allerdings bringt der Artikel es mit dem sehr schlauen Schlusssatz auf den Punkt. Die Militanz ging nicht nur von einer Seite aus, eine militante Gegenreaktion (von beiden Seiten) ist somit keine Frage von Schwarz/Weiß, sondern eine von Grautönen.

#7 - 17.07.2017, 16:57 von theanalyzer

Das kann man so sehen, Herr Augstein

Das kann man so sehen, Herr Augstein. Minderheiten -in Zukunft vielleicht sogar Mehrheiten- üben Gewalt aus, um Fakten zu schaffen, und um letztlich ihre Ziele durchzusetzen. Das kann man ok finden. Die eine Gruppe will keinen G20 Gipfel und verhindert diesen durch Gewalt. Das mag man legitim finden. Die andere Gruppe mag kein Asylantenheim und verhindert dieses mit Gewalt. Auch das mag man legitim finden. Ich für meinen Teil finde allerdings nur das Gewaltmonopol des Staates legitim. Sie nicht?

#8 - 17.07.2017, 16:59 von urbanism

Philosophieren und Gedankenspiele

Hä, zu erst einmal vorweg, auf dem Gipfel brannte nicht nur ein Auto, sondern ca. 100! Und wäre zu anderen Anlässen Horden durch die Strassen gezogen um 100 Autos anzuzünden wäre meine Reaktion die gleiche ablehnende Haltung! Man kann natürlich über die Gewalt Philosophieren und zum Abschluss der Gedankenspielereien zu dem Ergebnis kommen, dass man das Ganze tolerieren oder sogar Legitimieren sollte. Aber ehrlich, das ist nicht mein Verständnis für das friedliche Miteinander oder von Protest!!

#9 - 17.07.2017, 17:00 von muellerthomas

Zitat von keine Zensur nötig
Wem hat das einen Nutzen gebracht?
ah, die bei VTlern so beliebte Cui Bono Frage.

Ist ja immer wieder amüsant, wenn sich ausgerechnet Fans von Putin, Assad & Co. vorgeblich Sorgen um die Demokratie machen.

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