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Politik

Griechisch-mazedonische Einigung: Sieg des Westens, Debakel für Russland

REUTERS Gute Nachricht für die Europäische Union und die Nato: Griechenland und Mazedonien haben ihren jahrzehntelangen Namensdisput beigelegt. Dem Kreml dürfte das gar nicht passen.
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#1 - 13.06.2018, 17:38 von finchen0598

kompliziert

ich habe mich heute mit einem griechischen Kollegen unterhalten, der mir glaubhaft erklärt hat, dass eine Mehrheit an einer einvernehmlichen Lösung mit Mazedonien nicht interessiert sind. Das wäre genau dasselbe wenn sich Tschechien Bayern nennen würde und Tschechisch bayrisch nennen würde.
Was sich für mich als lösbares Problem darstellte, ist für die Menschen in Griechenland ein Identitätsbedrohend es Gefahr. Nach deren Meinung sollten diese "Slawen" sonst wie nennen. Da steckt meiner Meinung nach auch ein großes Stück Verachtung drin.....ich habe heute gelernt, dass das noch lange nicht erledigt ist

#2 - 13.06.2018, 17:46 von Ossifriese

Sieg!

Merkwürdig, Herr Christides führt jede Menge Vorbehalte der Menschen in Mazedonien und Griechenland an, bei denen der wichtigste Vorbehalt, die Konsequenzen, die aus einem EU-Beitritt Mazedoniens als direktem Nachbarn der Griechen entspringen, nur ganz am Rande erwähnt werden. Er nennt aber dieses noch nicht einmal fertige Abkommen ein "Debakel Russlands" und einen "Sieg des Westens"... bin mal gespannt, wohin sich dieser "Sieg" wirklich entwickelt...

#3 - 13.06.2018, 17:46 von Jens O Wagner

Erfreuliche Nachrichten aus einem wunderschönen Land!

Mazedonien hat in letzter Zeit große Fortschritte gemacht, hin zu Demokratie und Menschenrechten. Auch die Stimmung zwischen der Mehrheitsbevölkerung und der albanischen Minderheit hat sich verbessert. Eine gute Zusammenarbeit mit Griechenland und den anderen Nachbarländern ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass es weiter voran geht. Jetzt ist es wichtig, dass die Wirtschaft in Gang kommt und die Korruption bekämpft wird. Auch müssen die Lebensbedingungen der Roma endlich besser werden.
Ich habe Mazedonien als wunderschönes Land mit freundlichen Menschen und einer faszinierenden kulturellen Vielfalt kennengelernt. Ich freue mich, wenn wir dieses Land eines Tages in die EU und in die NATO aufnehmen können!

#4 - 13.06.2018, 17:54 von Frittenbude

Oha

Also wenn die letzte Entscheidung jeweils durch Referendum in den beiden Ländern getroffen wird, dann wird Moskau das Debakel wohl zu verhindern wissen.
Für Jubelmeldungen ist es noch eindeutig zu früh....

#5 - 13.06.2018, 18:03 von Dark Agenda

Unsinniges Problem

Für diesen Folklore-Pipifax habe ich noch nie Verständnis.
Immerhin hat man dies nach vielen Jahren mal hinbekommen.
Jetzt kann man auch mal Schulden, Arbeitslosigkeit, Euro und Einwanderung angehen.

#6 - 13.06.2018, 18:04 von Berliner42

Zitat von finchen0598
ich habe mich heute mit einem griechischen Kollegen unterhalten, der mir glaubhaft erklärt hat, dass eine Mehrheit an einer einvernehmlichen Lösung mit Mazedonien nicht interessiert sind. Das wäre genau dasselbe wenn sich Tschechien Bayern nennen würde und Tschechisch bayrisch nennen würde. Was sich für mich als lösbares Problem darstellte, ist für die Menschen in Griechenland ein Identitätsbedrohend es Gefahr. Nach deren Meinung sollten diese "Slawen" sonst wie nennen. Da steckt meiner Meinung nach auch ein großes Stück Verachtung drin.....ich habe heute gelernt, dass das noch lange nicht erledigt ist
Der Vergleich ist falsch. Die Tschechei war nie bayerisch. Mazedonien liegt aber nun mal auf dem historischen Gebiert Mazedoniens und das mit "diese Slawen" ist auch Käse. Die sprechen nur slawisch, weil sie unter bulgarischer Herrschaft waren.

Und die Griechen von heute sind auch nicht die gleichen wie die antikern Griechen, sondern aus dem Norden zugewandert.

#7 - 13.06.2018, 18:36 von Strichnid

Mit der Einschätzung, dass das ein Sieg der EU gegen Russland sei, verdeutlicht der Autor die in der West-EU weit verbreitete Selbsttäuschung über den Zustand der EU.

Ist die Aufnahme eines weiteren Landes, in dem weite Teile der Bevölkerung und der politischen Elite sich näher an Russland als an Berlin sehen, wirklich ein "Sieg" der EU, oder nicht doch eher ein weitere Spaltpilz? Wir haben schon Ungarn und Bulgarien, jetzt auch Italien, als Russlands Stellvertreter innerhalb der EU. Nehmen wir noch Serbien und Mazedonien auf, wird's nicht einfacher.

#8 - 13.06.2018, 18:38 von taanuu

Wortwahl

Diese Einigung, wenn sie denn tatsächlich kommt, wäre erfreulich. Aber die Wortwahl der Überschrift mit "Sieg" und "Niederlage" ist völlig daneben. Ich dachte, solche Formulierungen gehören der Vergangenheit an und dann findet man das ausgerechnet im Spiegel.

#9 - 13.06.2018, 18:41 von manno18

Mazedonien hat weniger Einwohner als Berlin.

Was EU - Nato hochpreisend zu feiern haben wissen wohl nur sie selber.
Ebenso ist kaum verständlich das dieses ebenso kleine, wie arme Land Mazedonien gleich von der EU - Nato zum Beitritt in beiden Bündnissen bedrängt wird, wo auf Grund der sehr kleinen Bevölkerung von knapp über 2 Mil. Bürger, kaum Industrie, große karge Landschaft zu keinen Bündnissen EU, wie Nato einen steigernden Beitrag leisten wird und eher ein ewiger EU Nettoempfänger der EU Mitgliedsländer sein wird.
Nicht einmal für die Nato ergebe sich durch den Nato Beitritt Mazedoniens ein strategischer Vorteil.
Darin einen Ausgleich zum Brexit zu konstruieren, wie der Autor im Artikel ist schon sehr vermessen ein maßlos übertriebener unseröser Hinweis.
Die Krisen - Politik, innere Spaltung der EU, wie der Brexit Englands - Trumps Handelskrieg - Flüchtlingschaos sind damit weder geringer noch gelöst oder vom Tisch.

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