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Kambodscha: China kommt, die Demokratie geht

DPA NGOs, Oppositionelle oder Journalisten: Wer in Kambodscha Kritik übt, muss mit Repressionen rechnen. Die Regierung verabschiedet sich immer mehr von westlichen Werten - das liegt auch am Einfluss Chinas.
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#1 - 13.09.2017, 21:05 von fortelkas

Das ist doch

......auch völlig richtig, wenn sich Kambodscha politisch immer mehr von den "westlichen Werten" (was immer das bedeuten mag) entfernt. Das ist auch deshalb richtig, weil die USA (als Hauptbannerträger der "westlichen Werte", besser des Raubtierkapitalismus) seinerzeit mit einer dreisten politischen Lüge den Vietnam-Krieg erzwungen und damit diese gesamte Region destabilisiert haben. Ich kann nur sagen: Politisch weiter so! Diese Region gehört politisch nicht den "westlichen Werten", und diese haben schon seit langem politisch abgewirtschaftet.
Erwin Fortelka

#2 - 13.09.2017, 21:48 von gonggong

NGO`s und Imperialismus

NGO`s und ähnliche Organisationen sind – darüber muss man sich im Klaren sein – der Beginn einer westlich orientierten Infiltration. Aus westlicher Sicht mag Demokratie eine begehrenswerte Einrichtung zu sein. Die diese Form der Regierung innewohnende Streitkultur entsprich aber überhaupt nicht der Tradition und der Vorstellung von einem gewünschten Zusammenleben. Natürlich möchten Asiaten auch nur in Frieden leben und ihre Familien durchbringen. Aber bitte auf ihre Weise und ohne Störung von außen. Der Westen sollte erst einmal die Asiaten mit ihrer Lebensform verstehen und akzeptieren und nicht stets in –und so wird es verstanden – imperialistischer Weise diese Staaten umzuformen versuchen.

#3 - 13.09.2017, 21:58 von Atheist_Crusader

Ich persönlich halte ja westliche Werte (die Ideale nach denen wir Streben, nicht das gelegentlich nur zu menschliche Versagen diesen auch gerecht zu werden) für die besseren, aber das muss man nicht so sehen. Gerade wenn es um das Abwägen von Kollektiv vs. Individuum geht.

Vor allem kann ich verstehen wenn das in wenig entwickelten Ländern so ankommt. Denn das widerspricht ja auch unser eigenen Entwicklung. Wir haben unzählige Leben in sinnlosen Schlachten verheizt ehe es Demokratie gab, es wurden unzählige Arbeiter getötet und verstümmelt ehe es Arbeitssicherheit gab und man hat kolossale Summen verheizt ehe man etwas gegen Korruption unternommen hat.
Von Anderen von heute auf Morgen jene Werte zu verlangen die zu entwickeln wir selbst Jahrhunderte gebraucht haben, ist mehr als nur ein wenig naiv.

Meiner Ansicht nach wird sich Kambodscha (und auch China) irgendwann für westliche Werte entscheiden (oder ihre ganz eigene Version davon), aber ich kann gut verstehen dass man andere Prioritäten hat wenn man sich wirtschaftlich erst noch aus der Ursuppe ziehen will. Wer weder ein geheiztes Heim noch einen vollen Magen hat, schert sich wenig um Prinzipien wie Pressefreiheit.

#4 - 13.09.2017, 23:19 von gelbesvomei

Ich bin schon sehr überrascht, ...

wie hier im Forum ohne wenn und aber einer (Entwicklung zur) Diktatur das Wort geredet wird. Eigentlich bin ich sogar mehr als das ... Angewidert trifft es wohl eher.

#5 - 14.09.2017, 00:04 von gelbesvomei

Im Artikel wird der Weg in die Diktatur beschrieben ...

mit allem Drum und Dran bis hin zur Ermordung von Oppositionellen - und hier im Forum wird in bisher allen Beiträgen keinerlei Kritik daran geübt. Im Gegenteil. Verstörend ...

#6 - 14.09.2017, 03:18 von ludigel

Klar passen Demokratie und Asien zusammen

Obige Kommentare klingen so, als ob "Asiaten" so mit ihren "asiatischen Werten" beschäftigt sind, dass sie zwangsläufig einen Diktator brauchen. Da kann man nur den Kopf schütteln. Das ist Propaganda aus der VR-China, die so immer wieder den "Import" von Demokratie ablehnt. Aber ich sitze hier in TAIWAN aka "Republik China", wo es eine toll funktionierende parlamentarische Demokratie gibt. Trotz und mit alter chinesischer Kultur. Und Japan und Südkorea gibt es auch noch.

#7 - 14.09.2017, 09:36 von Sam M.

Da zeigt sich das wahre Gesicht

Kambodscha war noch nie demokratisch, so sorry. Das kann aber keine Entschuldigung dafür sein, daß Menschenrechte den Regierenden total egal sind. Hun Sen, ebenso wie viele Regierungs-Chefs der angrenzenden Länder, sind davon überzeugt, daß man nur mit Gewalt regieren kann. Da zählen dann Menschenleben weniger als Macht, und Redefreiheit, Versammlungsfreiheit etc sind dem eigenen Überleben nur hinderlich. Und das Maß an Demokratie der letzten Jahre war direkt abhängig von dem Betrag westlicher finanzieller Unterstützung. Mehr als 50% des Staatshaushalts Kambodschas kommt aus ausländischen Quellen. Seit vielen Jahren. 'Holiday in Cambodia', wer will noch?

#8 - 14.09.2017, 09:59 von christa.hans

Was Demokratie ...

Was Demokratie nach westlichem Vorbild bedeutet erlebt die arabische Welt seit einigen Jahren sehr deutlich. Das nun asiatische Länder diese Demokratie nicht unbedingt übernehmen wollen ist sicherlich verständlich. Wenn die westliche Welt und vor allem die USA das Selbstbestimmungsrecht der Völker etwas mehr akzeptieren würden, würden auch die westlichen Werte mehr im Blickfeld der Völker.

#9 - 14.09.2017, 10:00 von Guido F. Gebauer

Rassismus stimmt nachdenklich

Ich möchte mir erlauben, auf einen anderen Aspekt hinzuweisen, der aber fast nie thematisiert wird, wenn über Kambodscha geschrieben wird: Der Rassismus gegen womöglich einige Hunderttausend Menschen mit vietnamesischer Abstimmung. Ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich von "verrückten vietnamesischen Hunden" höre, wenn angeblich alle Verbrecher Vietnamesen seien und wenn auf Facebook-Seiten mit sehr vielen Likes unwidersprochen das Totschlagen von angeblichen vietnamesischen Dieben fordern. Auf den gleichen Seiten wird die Regierung Kambodschas als Handlanger der Vietnamesen dargestellt. Eines der größten Verbrechen des gegenwärtigen Premierministers scheint es demnach zu sein, Vietnamesisch sprechen zu können. Warum ich dies schreibe? Weil es mir sehr auffällt, dass nahezu alle Anhänger der Opposition sich durch einen oftmals extremen Hass gegen tatsächliche oder angebliche Vietnamesen auszeichnen, die für angeblich alle Probleme des Landes verantwortlich sind und die aus dem Land getrieben werden sollen. Dies tut umso mehr weh, als dass die Armut vietnamesischstämmiger Flußbewohner, die oftmals seit Generationen in Kambodscha leben und deren Kinder nicht einmal zur Schule können, weil ihnen kein Aufenthaltsstatuts gegeben wird, herzzerreißend ist. Mit aller Klarheit möchte ich die Tatsache benennen, dass nicht die Regierung, sondern die Opposition einen unerträglichen Rassismus fördert. Die Opposition behautet sogar, ohne jede Belege, dass die Regierung bei Wahlen Vietnamesen ins Land hole und diese mit Pässen zum Wählen ausstatte. Ich wundere mich doch sehr, dass im Namen der Menschenrechte eine solche Opposition oftmals unterstützt wird. Zur Cambodia Daily: Nun ja, sie hat ja jetzt eingeräumt, dass sie sich nach Jahrzehnten in Kambodscha erst vor vier Monaten bei der Steuer registriert hat. Es ist schon die Frage zu stellen, ob es hinnehmbar ist, dass westliche Unternehmen in einem armen Land seit 1993 keinen Zent Umsatzsteuer gezahlt haben? Als sie sich erstmals registrierte, fiel dies den Steuerbehörden auf. Dass die Regierung dies nun auch für eigene Zwecke nutzt, will ich nicht bestreiten. Schließlich etwas zur Meinungsfreiheit: In keinem Nachbarland Kambodschas können sich die Menschen so frei äußern. Diese Tatsache sollte auch zur Kenntnis genommen werden, in Thailand kommt man dafür Jahrzehnte ins Gefängnis. Jeder kann sich durch Lesen kambodschanischer Facebookseiten überzeugen, wie sich hier die Menschen bei voller Namensnennung äußern. Die totale Verdammung der Regierung unter voller Namensnennung ist hier bei Regierungsgegnern absoluter Standard. Richtig ist, dass es einige (sehr wenige) Verhaftungen gab. DIese sind zu diskutieren. Es geht meistens um die Behauptung, dass die kambodschanische Regierung angeblich ambodschanischen Boden an Vietnam gegeben habe und die Grenzen falsch seien. Damit hier nichts missverstanden wird: Informationen gegen die Regierung und für die Opposition in Kambodscha gibt es in den westlichen Medien genug, deshalb weise ich auf etwas andere hin. Dies bedeutet nicht, dass ich Anhänger der Regierung bin oder behaupten würde, es gäbe keine Menschenrechtsverletzungen in diesem Land.

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