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Katalonien: Der Tag der Spanier

AP Es ist die zweite pro-spanische Demonstration innerhalb weniger Tage: In Katalonien werden die Gegner der Unabhängigkeit immer lauter - sie haben aber ein Problem.
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#1 - 12.10.2017, 21:00 von keine Zensur nötig

Es ist Zeit für ein Zeichen -

durch die spanische Regierung und das Königshaus.

Entweder werden endlich die aufgehobenen Autonomierechte hergestellt oder es droht ein baskisches Szenario a la ETA. Erst deren terroristisches Agieren zwang Madrid zu Kompromissen. Nur - muss das sein?

Das Auftreten von Francisten und Faschisten schüttet Öl ins Feuer - und diffamiert alle, welche eine friedliche Lösung wollen.

Dass die EU-Führung dem Ganzen einfach zuschaut und sich jeglicher Meinung enthält - kein gutes Zeichen, da es eine stillschweigendes Einverständnis mit dem Madrider Gewaltkurs ist.

#2 - 12.10.2017, 21:09 von wauz

Neoliberalismus und Faschismus passen gut zusammen - Hintergründe

Wer die neoliberale Wirtschaftsideologie mit Gewalt durchsetzen will, wird zum Faschisten. Guido Westerwelle hat in Deutschland mit seiner Hetze der AfD den Boden bereitet. Im Königreich Spanien laufen die Dinge, der eigenen Geschichte wegen, etwas anders. Aber da gibt es eben immer noch den Überrest der Franco-Faschisten. Ein gut Teil davon ist in der PP des Regierungschefs Rajoy. Aber die Ciudadanos, als starke neoliberale Gruppe im neuen Gewand, ist da nicht weit entfernt. Und wir erinnern uns auch, dass unter Schröder und Fischer sich die SPD auf die neoliberale Seite gestellt hat. So muss man auch das "pro-spanische" Vorgehen der PSOE einschätzen. (Der Seeheimer Kreis könnte deren linker Flügel sein).
Der Konflikt in Katalonien zeigt auf, wie die ökonomischen Interessen das Geschehen bestimmen. Und dass die "Volkspartei" PP in Wahrheit eine Partei des Kapitals ist.

#3 - 12.10.2017, 21:10 von Reinhard Gehlen

Echt toll geschrieben

Warum wurde im Artikel vergessen, dass heute eine Eurofighter Militärmaschine wegen den Feierlichkeiten des Nationalfeuertags abgestürzt ist und der Pilot dabei starb.
Ist dass nicht erwähnenswert?

Weil wir davon schon an anderer Stelle berichtet haben...?! http://www.spiegel.de/panorama/spanien-eurofighter-stuerzt-nahe-militaerbasis-ab-pilot-tot-a-1172610.html ; MfG Redaktion Forum

#4 - 12.10.2017, 21:30 von kleinstaatengegner

Ist es denn schon wieder soweit???

Wer Rechtsbrecher unterstütz; will selbst das Recht brechen. Demokratie basiert immer auf der Anerkennung des Rechts. Wer in einer rechtsstaatlichen Demokratie das Recht missachtet oder bricht verlässt den Boden der Demokratie. Natürlich kann man innerhalb eines demokratischen Staates das Recht ändern, aber im Rahmen der geltenden Gesetze. Deshalb ist es völlig unverständlich, warum so viele Menschen der Meinung sind, dass nationalistische Rechtsbrecher unterstützt werden müssen.( Für diese Menschen ist es natürlich ein gefundenes Fressen, dass rechtsradikale Spinner auftauchen und die Einheitsbewegung in ihrem Sinne missbrauchen wollen.) Ist es denn schon wieder soweit, das Rechtsbruch gutgeheißen wird und Menschen ausgegrenzt werden? Soll Katalonien ein Spanierfreier Raum werden? So etwas ähnliches hatten wir in Deutschland schon mal und es ging gottseidank nach hinten los.

#5 - 12.10.2017, 21:33 von Velbert2

Schön und gut, aber...

Zitat von florian29
Ich weiß nicht wie die katalanische Polizei auf diese Zahl kommt. Ich könnte nur ein katalanisches Polizeiauto sehen, dessen Insassen von vielen tausenden beschimpft wurden. Sonst war die Stimmung perfekt. Freundlich. Optimistisch. Positiv. Anders als der Hass und die Gewalt der Separatisten. Es waren sicher hunderttausende dabei - im Gegensatz zum Dienstag am Triumpfbogen, als die wenigen Separatisten die Enttäuschung durch Puigdemont hinnehmen mußten. Mittlerweile verlassen Unternehmen reihenweise Katalonien. Die Angst hat die Separatisten gepackt - vor der Mehrheit der Unioniszen auf der Straße, der Wirtschaft, ihren eigenen aggressiven Anhängern.
... warum hat die spanische Regierung vor und während des Referendums dann so einen Aufstand gemacht und Soldaten geschickt, die Urnen und Wahlzettel beschlagnahmt und Wähler daran gehindert hat, zu wählen? Wenn die Stimmung so pro spanisch ist könnte das Referendum doch jederzeit wiederholt werden ohne Einmischung der spanischen Regierung.

#6 - 12.10.2017, 21:47 von joG

Also, ich lebe hier ziemlich....

....viel und sehe nicht dass die Katalonen Teil Spaniens bleiben wollen. Dem hingegen sind die Demonstranten in großen Zahlen Spanier aus anderen Provinzen. Und obschon das nun nicht von den Politikern oder Demonstranten thematisiert wird, ist eine wesentliche Triebfeder das gefühlte andauernde Unrecht. Eine der größten Punkte ist eine geradezu unverschämte Jährliche Zahlung an Madrid die bei geringerer Bevölkerung doppelt so hoch sind wie die bayerischen.

#7 - 12.10.2017, 21:48 von knok

Auch deshalb wäre ein rechtmäßiges Referendum wie in Schottland gut. Und eine EU, die ihren Namen auch verdient hat. Ich hoffe die Zeit, in der die Nationenfrage nicht mehr zu Gewalt und Instabilität führt, noch erleben zu dürfen. Als wären der 1. Weltkrieg, die Kriege auf dem Balkan in den 1990ern und der Konflikt auf der Krim nicht genug...

#8 - 12.10.2017, 21:49 von pepe-b

@ Reinhard Gehlen

Ja, genau weil es bereits einen Artikel dazu gibt. In dem Artikel zum heutigen Vorbeiflug eines Kometen finden Sie auch nichts über den Absturz. Und schlimmerweise auch nichts über diese Demo. Unverschämt.

#9 - 12.10.2017, 22:05 von lagoya

An joG, wenn Sie dort so viel

Zitat von joG
....viel und sehe nicht dass die Katalonen Teil Spaniens bleiben wollen. Dem hingegen sind die Demonstranten in großen Zahlen Spanier aus anderen Provinzen. Und obschon das nun nicht von den Politikern oder Demonstranten thematisiert wird, ist eine wesentliche Triebfeder das gefühlte andauernde Unrecht. Eine der größten Punkte ist eine geradezu unverschämte Jährliche Zahlung an Madrid die bei geringerer Bevölkerung doppelt so hoch sind wie die bayerischen.
leben ( oder erleben ? ) , dann sollten Sie wissen, dass es nicht Katalonen sondern Katalanen heisst. Das mit den Ausgleichszahlungen an Madrid ist auch wesentlich komplizierter als Sie es schildern . Z.B. hat Katalonien seit Jahren nur einen kleinen Teil gezahlt und über 50 Mrd. € Schulden bei der Zentralregierung oder wenn man so will bei den anderen Autonomien. Angeblich ist Madird Schuld, wenn das Personal in den Krankenhäusern mit prekären Vertägen abgespeist wird, aber gleichzeitig finanziert Katalonien auf der ganzen Welt Dutzende Botschaften, die ein Heidengeld an Personal- und Unterhaltskosten verschlingen.

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