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Parteitag: Schulz bittet SPD um Entschuldigung

AFP "Es ist nicht leicht, hier zu stehen": Martin Schulz übernimmt beim Parteitag die Verantwortung für die historische Wahlschlappe. Er bittet die Genossen um Entschuldigung - und verspricht einen Neustart.
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#1 - 07.12.2017, 12:39 von ernstmoritzarndt

Neustart - was für eine Formulierung?

Die SPD startet doch dauernd neu, immer wieder mit überbordenden Ideen, die das ganze Land auf den Kopf stellen bzw. in eine blühende Zukunft führen sollen. Der letzte SPD - Kanzler, Herr Schröder, der tatsächlich etwas auf die Beine gestellt hat, wovon wir heute noch zehren, ist in den vergangenen Jahren nur noch niedergemacht worden, man will von ihm und seinen - tatsächlichen, nicht eingebildeten - Erfolgen nichts mehr wissen. Das hat man schon einmal vor mehreren Jahrzehnten gehabt. Helmut Schmidt galt lange Jahre als Schimpfwort in dieser Partei. Dabei waren weder Schmidt noch Schröder unfehlbar, aber sie haben beide etwas bewirkt.

Was will Herr Schulz also? Das Wort "Gerechtigkeit" neu definieren? Da kann er Schröder ja mal fragen. Die Ausländerpolitik auf den Kopf stellen? Das haben andere schon versucht und gerade die SPD scheut sich davor, in dieser Beziehung ernsthaft etwas zu unternehmen. Sie beantwortet die Frage nicht, was mit ausreisepflichtigen Kriminellen geschehen soll. Sie beantwortet auch nicht die weitere Frage, weshalb Deutschland mehr Flüchtlinge und Asylanten (das ist sauber zu unterscheiden) aufnehmen und durchfüttern soll, als die gesamte übrige EU. Wenn die SPD diese Fragen nämlich überzeugend beantworten würde, hätten wir heute die AfD nicht oder allenfalls in verkleinerter Form (Untergang wie NPD läßt grüßen!).

#2 - 07.12.2017, 12:46 von Mondlady

Wann merkt Schulz endlich mal, dass die Mehrheit der Parteimitglieder und der restlichen SPD-Wähler keinen Bock mehr haben auf eine GroKo! Das Gefasel von "Verantwortung für das Land", das einige SPD-Politiker von sich geben, soll doch nur dazu führen, wieder Pöstchen zu erhaschen - das falsch, falscher geht's nicht! Besinnt euch endlich auf die Urwerte der SPD und lasst Frau Merkel am langen Arm verhungern!

#3 - 07.12.2017, 12:46 von Forist2

Schröder regiert immer noch im Hitergrund mit !

Hat er der SPD nicht längst eine Agenda 2020 verpasst ?
Noch mehr Sozialabbau, noch mehr Druck auf die Mittelschicht ?
Die SPD kann sich nicht von Schröder trennen, hat man doch erst beim Wahlkampf wieder gesehen.
Euch glaubt keiner mehr, denn von allen bürgernahen Vorhaben, werde ihr nichts in einer großen Koalition mit Merkel umsetzen können.
Geht ihr die große Koalition dennoch ein, wird die SPD endgültig Geschichte sein.

#4 - 07.12.2017, 12:46 von Kurt-C. Hose

Neustart?

Ich dachte das wr im Kjanuar/Februar ein Neustart... Jetzt schon wieder?
Der Bart ist ab, Herr Schulz! Sie haben das nur noch nicht gemerkt, ansonsten hätten Sie sich längst wieder ein Plätzchen in Brüssel gesucht. Treten Sie endlich zurück, um den Neuanfang zu ermöglichen, von dem Sie immer nur reden!

#5 - 07.12.2017, 12:47 von The Restless

Recht hat er

Verloren sind die letzten 4 Wahlen, und die Hälfte der Wählerschaft. Jetzt warte ich darauf, zu erfahren, was die Konsequenzen sein sollen.

#6 - 07.12.2017, 12:47 von Lexington67

Unglaublich...

"Wir haben nicht nur diese Bundestagswahl verloren, sondern die letzten vier. Wir haben nicht nur dieses Mal 1,7 Millionen Stimmen verloren, sondern 10 Millionen seit 1998 - die Hälfte unserer Wählerschaft"

Die Worte vernehm ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Sollte nach all den Jahren die Message angekommen sein, das sich der einfache
Arbeiter durch die Agenda 2010 und durch die Politik seit Schröder in seiner Existenz bedroht sieht?
Das wäre ja ein erster Schritt hin zu einer Wandelung, allerdings sehe ich nicht wie dies unter einer Kanzlerin Merkel in einer großen Koalition gelingen kann.

#7 - 07.12.2017, 12:51 von post.scriptum

Martin Schulz will die ...

Vereinigten Staaten von Europa bis 2025, also in rund sieben Jahren. Langsam habe ich Bedenken, dass der Buchhändler aus Würselen noch richtig einschätzt, wovon er angesichts der Kompliziertheit der europäischen Materie mit Blick auf die Mitgliedstaaten spricht. Ganz davon abgesehen, was das für den deutschen Steuerzahler bedeuten würde, da dann ganz erheblich umverteilt werden würde, und zwar in den schlappen Süden. Schulz sollte zurück nach Brüssel.

#8 - 07.12.2017, 12:56 von fm2004

Die letzte 4 BT-Wahlen wurden verloren

nicht nur die letzte. Warum? Weil man seiner Klientel das Leben schwerer gemacht hat, weil man Abstiegsängste real gemacht hat, weil man die Schwachen im Stich gelassen hat und ihren keinen Aufstieg ermöglicht. Einmal unten, immer unten, das beweisen zwischenzeitlich die Statistiken, die Pisa-Studien. Die Möglichkeiten des Einzelnen folgen seiner sozialen Herkunft. Das ist eine Folge der Agendapolitik. Sie mag Deutschland vorübergehend geholfen haben in einer Zeit, in der man die Arbeit ins billigere europäische Ausland verlagerte. Auch heute wird noch Arbeit verlagert, es hat sich jedoch gezeigt, dass man Qualitätsarbeit nicht verlagern kann. Und deshalb muss Schluss sein mit Billigstlöhnen, mit Subunterwirtschaft, möglichst aus dem Ausland mit Bezahlung unter Mindestlohn. Lohndrückerei führt zu nichts als mieser Qualität. Wie wollen Sie denn Leute motivieren, die nichts erwarten haben, nichts erreichen können? Diese Wähler hat die SPD verloren, viele an die AFD, manche wählen nicht mehr. Der Niedriglohnsektor wächst weiter. Die Kosten dieses Niedriglohnsektors, von dem die Wirtschaft - die, die lieber die Aktionäre bezahlen, als die Mitarbeiter - profitiert, trägt am Ende der Steuerzahler. Der muss nämlich die Renten aufstocken, Wohngeld bezahlen und sonstige Kosten, für die niemand eintritt. Das ist Umverteilung von unten nach oben und bringt uns heute nicht mehr weiter. Der Mindestlohn muss rauf auf 12,00 Euro, die Entsendung von Billigarbeitern muss ausgeschlossen werden.

#9 - 07.12.2017, 12:59 von doubletrouble2

Schulz hatte seine Gelegenheit.

Die Parteitagsdelegierten der SPD haben heute eine historische Chance. Sie können einen sozial orientierten Neuanfang wagen, indem sie Merkel in eine Minderheitsregierung jagen und den profillosen Schulz abwählen. Dann müsste ein Kandidat gefunden werden, der für eine linksorientierte soziale Marktwirtschaft steht und der Agenda 2010 den Kampf ansagt. Der Slogan könnte lauten : Soziale Gerechtigkeit gibt es nur auf Augenhöhe. Dieses Arbeitnehmer-orientierte Profil kann die alte Tante SPD nur in der Opposition entwickeln. Darum sollte sie Schulz und Merkel in die Frührente schicken. Geschehen wird aber das genaue Gegenteil.

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