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US-Wahlkampf: Trumps Angstkampagne

AFP Die politische Debatte in den USA wird immer schriller. Der Präsident nennt seine Gegner "verrückt" und warnt vor Verhältnissen "wie in Venezuela", falls die Demokraten bei den Midterms gewinnen. Kann diese Taktik funktionieren?
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#1 - 11.10.2018, 09:37 von henninghuno

Gefahr für die Demokratie

Jetzt wirft Trump den Demokraten vor, sie seien eine "Gefahr für die Demokratie". Das wird als großer Skandal interpretiert. Aber genau das werfen die Demokraten doch seit Langem Trump vor. In dem Falle wird uns das aber als Realität präsentiert. Alles, was Trump seinen Gegnern vorwirft, sind doch fast wörtliche Zitate aus deren eigenem Wahlkampf. Warum das nun einmal furchtbare Entgleisungen, im anderen Falle aber völlig gerechtfertigt sein soll, erschließt sich mir nicht. Es ist aber ein deutlicher Hinweis auf die Einseitigkeit und Parteilichkeit unserer Medien.

#2 - 11.10.2018, 09:45 von sibbi78

Sollte diese "Taktik"

von Erfolg gekrönt sein, sind nicht nur die Demokraten - wie vom Trump-Darsteller groß getönt - verrückt, sondern der überwiegende Teil der amerikanischen Wählerschaft.
Die anfänglichen wirtschaftlichen Erfolge des Scheinriesen nivellieren sich gerade, bis zum November könnten die positven Zahlen wieder nach unten korrigiert sein, weil dann die negativen Folgen der Steuersenkungen und Strafzölle greifen könnten. Ich weiß, viele Konjunktive, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch sehr hoch.
Aber, wieso wundert man sich hier über das Wahlverhalten der US-Amerikaner? In unserem schönen Land stellt eine Partei die Mehrheit und die Regierungschefin, die mit "Weiter so!" - und sonst so gut wie nichts - die letzte Wahl gewonnen hat...

#3 - 11.10.2018, 09:46 von el_diego_de_la_gente

"Verhältnisse wie in Venezuela"

Damit meint er wahrscheinlich dass er die Entmachtung des Kongresses vorhat, sollte er die Mehrheit verlieren.

#4 - 11.10.2018, 09:49 von Actionscript

In diesem Wahlkampf geht es allein...

...um Trump. Die Kandidaten, die für die Republikaner zur Wahl stehen, sind streng treu zu Trump und vertreten dessen Politik und Meinung. Das wird die Trump getreuen Wähler dazu bewegen, republikanisch zu wählen aber nicht die unabhängigen Wähler, die sich in der Mehrzahl von Trump abgewandt haben. Auch viele Frauen sind verärgert über die im Endeffekt Frauen verachtenden Kommentare von Trump. Und nicht zu vergessen sind die Wähler, die Trump nur wegen H. Clinton in 2016 gewählt haben. Ob die nach dessen Amtszeit republikanisch wählen, bleibt dahingestellt.

Weiterhin hat die republikanische Partei mit ihrem Nichtstun in vielen Dingen, die Trump betreffen, und mit dem Pushing des Kavanaugh in den Supreme Court keine neuen Freunde gewonnen, im Gegenteil. Auch bleibt zu sehen, was die New Yorker Staatsanwaltschaft über Trumps "Steuer Probleme" herausfindet. Jeder Tag ist ein Tag mit neuen Eröffnungen über den Präsidenten.

#5 - 11.10.2018, 09:55 von der-junge-scharwenka

Natürlich funktioniert das

Ob diese Taktik funktionieren kann? Natürlich kann sie das. Und sie wird es auch. Der Dummheit und der Angst der Menschen sind keine Grenzen gesetzt. Man muss sie nur hinreichend stimulieren. Dann kann man sie auch instrumentalisieren. Das klappt in einem Teil unseres Landes ja auch schon recht gut. Da fürchtet sich zum Beispiel jeder Vierte oder Fünfte vor Menschen, die eine dunklere Hautfarbe haben als er und/oder ein Kopftuch tragen, selbst wenn sie/er so einen Menschen noch nie selbst gesehen hat. Also: Möglich ist alles.

#6 - 11.10.2018, 09:57 von Wolly

Hauptsache Werbung

Ich glaube das es fast egal ist was Trump sagt, es muss nur schrill sein und in aller Munde.
So bleibt man im Gespräch und wenn man im Gespräch ist, bleibt man in den Köpfen der Leute.
Haptsache Werbung, mit was ist egal, mittlerweile glaube ich das es kalkulierte Provokation ist.
Da man den US Mitbürgern, grade auf dem Land nachsagt, Bildungsfern zu sein, kommt sowas dann gut an.
Die nicht aus dieser Schicht kommen, haben andere Gründe, meist sind es die die am anderen Ende des Tisches sitzen, die Reichen.

#7 - 11.10.2018, 09:58 von Outdated

Trumps strategie ist wirklich simpel

und auch nicht wirklich neu. Man spalte das Volk mit seiner Erzählung um Macht zu gewinnen.
Natürlich machen das andere Leute auch, genaugenommen ist das eine der zeit sehr beliebte Strategie, man teile die Menschen in zwei Gruppen von denen die eine per definition die Schuld hat, niemand macht es aber so "wunderbar" ohne jede Zurückhaltung wie Trump.
Gewissermaßen ist da der Name programm. Wann immer seine Gegner eines draufsetzen geht er halt noch weiter.
Das ist sein Ding und genau dieser Wille zum ungehorsam zur Rebellion gegen die Norm macht ihn so attraktiv für seine Wähler.
Wird es für die Midterms reichen? möglich.
Viel wichtiger ist aber zu verstehen das jeder, der so wie trump, spalterisch argumentiert anstatt für die Gesamtheit, es immer nur für den eigenen Macht gewinn tut auf kosten des Ganzen.
Diesen Menschen geht es darum mehr Leute in ihr Lager zu locken in dem sie eine andere Gruppe im Land zu Feinden erklären, demonisieren.
und bevor mir alle zustimmen, es ist nicht nur die afd die in unserem Land so agiert.
:( naja habt einen schönen tag

#8 - 11.10.2018, 10:01 von snoopye

Zu # 1:

Vielleicht ist das ja deshalb ein Skandal, weil die Demokraten sich - im Gegensatz zu Trump - keine Entgleisungen übelster Sorte leisten?
Erschreckend, auf welchem Niveau das Demokratieverständnis inzwischen angekommen ist.

#9 - 11.10.2018, 10:18 von carlitom

Zitat von henninghuno
Jetzt wirft Trump den Demokraten vor, sie seien eine "Gefahr für die Demokratie". Das wird als großer Skandal interpretiert. Aber genau das werfen die Demokraten doch seit Langem Trump vor. In dem Falle wird uns das aber als Realität präsentiert. Alles, was Trump seinen Gegnern vorwirft, sind doch fast wörtliche Zitate aus deren eigenem Wahlkampf. Warum das nun einmal furchtbare Entgleisungen, im anderen Falle aber völlig gerechtfertigt sein soll, erschließt sich mir nicht. Es ist aber ein deutlicher Hinweis auf die Einseitigkeit und Parteilichkeit unserer Medien.
Nö, das ist eher ein Zeichen dafür, dass "unsere Medien" den Sinn von Demokratie verstanden haben und Trump nicht. In Trumps Augen wird die Demokratie angetastet, wenn er kritisiert wird oder gegen ihn demonstriert oder aufgerufen, die Republikaner nicht zu wählen. Weil Trump sich und nur sich meint, wenn er von "USA" oder "Demokratie" redet (Zweiteres ist noch dreister als Ersteres). Er ist es, der die Prinzipien der Demokratie missachtet (Presse-, Meinungsfreiheit, Rechtsstaat, Macht des Parlaments usw.), droht, dass Journalisten sich schon noch umsehen werden, dass die Tage Trump--kritischer Medien gezählt sind, dass alle seine Gegner vor ihm zittern sollen, weil er die Macht hat.

Und genau wegen all dieser Punkte (und noch weit mehr) ist der "Vorwurf", Trump gefährde die Demokratie gerechtfertigt.

Trumps Vorwurf, die Demokraten beschädigten die Demokratie, weil sie ihn kritisieren und bekämpfen (wie in jeder Demokratie üblich), dagegen entbehrt jeglichen Sinnes.

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