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Air-Berlin-Pleite: Diskussion um Sozialauswahl war Grund für Pilotenrevolte

REUTERS Nach zahlreichen Flugausfällen stellt Air Berlin für Donnerstag wieder Normalbetrieb in Aussicht. Viele Crews wollen wieder fliegen, nachdem der Insolvenzverwalter Gesprächsbereitschaft über einen Sozialplan signalisiert hat.
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#1 - 13.09.2017, 18:00 von gammoncrack

Schaut man sich in Deutschland die, inzwischen sehr rückläufige

Insolvenzquote an, dann erkennt man leicht, wie viele Arbeitnehmer Knall auf Fall Ihren Job verloren haben. Und das alles ohne Sozialplan.

Diese Menschen konnten einen solchen Druck nicht ausüben. Den Piloten würde es doch genau so gehen, wenn keine Übernahme durch ein anderen Unternehmen erfolgen könnte.

Irgendwie gefällt mir das nicht, wie diese Piloten mit der Situation umgehen. Ganz offensichtlich hat Air Berlin viele Piloten beschäftigt, die wenig stressresistent sind. Das ist also nicht jetzt bedenklich, sondern das war es wohl auch schon in der Vergangenheit. Denn von Piloten wird nun einmal erwartet, dass sie in Stresssituationen überlegt handeln können. Eine Voraussetzung für die sichere Beförderung von Passagieren.

Ich sehe das nun so, dass diese Piloten den falschen Job hatten. Darüber sollten die Interessenten einmal nachdenken. Mit diesen Piloten würde ich keine Fluglinie betreiben wollen.

#2 - 13.09.2017, 18:59 von darthmax

Krankmeldung

setzt auch einen Arzt voraus, der krank schreibt.
Entweder es wird jetzt von Seiten der Regierung unterstellt, dass diese Piloten nicht wirklich krank sind, dann müssen die Gesetze schnellstmöglich geändert werden oder sie entschuldigt sich bei den Betroffenen , denn es kommt wohl einer Beleidigung gleich.
Als Selbständiger dürften sie dies nie einem Arbeitnehmer so unterstellen.

#3 - 13.09.2017, 19:15 von INGXXL

#2

Man muss zwischen Krapnkmeldüung und einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt unterscheiden. ZUM Arzt muss man erst nach 3 Tagen gehen. Ausserdem ist das keine Unterstellung wenn sich plötzlich 150 Piloten krank melden. Das ist was faul, oder haben die alle in der Kantine mit Salmonellen versuchte Eier gegessen.

#4 - 13.09.2017, 22:08 von darthmax

Vergangenheit

Zitat von INGXXL
Man muss zwischen Krankmeldüung und einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt unterscheiden. ZUM Arzt muss man erst nach 3 Tagen gehen. Ausserdem ist das keine Unterstellung wenn sich plötzlich 150 Piloten krank melden. Das ist was faul, oder haben die alle in der Kantine mit Salmonellen versuchte Eier gegessen.
das mit den drei Tagen war wohl früher so, am dritten Tag muss die Krankmeldung ( der gelbe Schein ) spätestens vorliegen.
Typische Arztfrage : soll ich sie krankschreiben oder sind sie selbständig.
Wenn ein Arbeitnehmer sich ärgert, dann wird er erstmal krank... wie unsere Piloten.
Das ist leider normal.

#5 - 13.09.2017, 22:16 von skygirl

naja, irgendwie schon

Zitat von INGXXL
Ausserdem ist das keine Unterstellung wenn sich plötzlich 150 Piloten krank melden. Das ist was faul, oder haben die alle in der Kantine mit Salmonellen versuchte Eier gegessen.
Ohne das Verhalten der AB Kollegen bewerten zu wollen, muss ein Pilot keine physischen Symptome haben, um sich vom Flugdienst befreien zu lassen.
Folgende Vorschrift der EASA (europ. Flugsicherheitsbehörde) ist hier maßgeblich:
"The crew member shall not perform duties on an aircraft:
 if he/she knows or suspects that he/she is suffering from fatigue as referred to in 7.f of Annex IV to Regulation (EC) No 216/2008 or feels otherwise unfit, to the extent that the flight may be endangered.”

Wenn ich als verantwortlicher Luftfahrzeugführer also der Meinung bin dass persönliche Umstände (krankes Kind, Scheidung, Angst vor Arbeitsplatzverlust) eine sichere und unbelastete Flugdurchführung gefährden, melde ich mich "unfit to fly" Und Existenzängste in einem Unternehmen betreffen nunmal alle Arbeitnehmer dort.

#6 - 14.09.2017, 23:04 von fly59

Dem letzten Satz kann man nur zustimmen

Zitat von skygirl
Ohne das Verhalten der AB Kollegen bewerten zu wollen, muss ein Pilot keine physischen Symptome haben, um sich vom Flugdienst befreien zu lassen. Folgende Vorschrift der EASA (europ. Flugsicherheitsbehörde) ist hier maßgeblich: "The crew member shall not perform duties on an aircraft:  if he/she knows or suspects that he/she is suffering from fatigue as referred to in 7.f of Annex IV to Regulation (EC) No 216/2008 or feels otherwise unfit, to the extent that the flight may be endangered.” Wenn ich als verantwortlicher Luftfahrzeugführer also der Meinung bin dass persönliche Umstände (krankes Kind, Scheidung, Angst vor Arbeitsplatzverlust) eine sichere und unbelastete Flugdurchführung gefährden, melde ich mich "unfit to fly" Und Existenzängste in einem Unternehmen betreffen nunmal alle Arbeitnehmer dort.
Es wird meiner Ansicht nach zuviel auf die Piloten gehetzt (bin keiner),
aber das Management hat keine Skrupel, von heute auf morgen (ab 25.09) die ganzen Karibik Flüge auszusetzen: Können Sie sich hier vorstellen, was bei den Veranstaltern (TUI, DERTOUR etc) momentan los ist, da ja die Karibik schon absolut gut für den Winter gebucht ist.
und hier passt auch ein offener Brief von einem "kranken" Piloten dazu.
https://www.austrianwings.info/2017/09/feiern-nicht-krank-air-berlin-piloten-wehren-sich/

#7 - 14.09.2017, 23:24 von dermerkenfritzer

was wenn die Piloten wirklich krank sind?

Glauben wir doch einmal, dass die Piloten tatdächlich inndrhalb kürzester Zeit, 2-3 Stunden tatsächlich fluguntauglich krank geworden sind. Das kann sich dann bei jedem Flug wiederholen. Da möchte man mit Air Berlin -Piloten wirklich nicht mehr fliegen. Sind diese armen und belasteten Menschen denn überhaupt noch flugtauglich? Das sollte mal der Amtsarzt untersuchen.

#8 - 14.09.2017, 23:46 von kumi-ori

Zitat von darthmax
das mit den drei Tagen war wohl früher so, am dritten Tag muss die Krankmeldung ( der gelbe Schein ) spätestens vorliegen. Typische Arztfrage : soll ich sie krankschreiben oder sind sie selbständig. Wenn ein Arbeitnehmer sich ärgert, dann wird er erstmal krank... wie unsere Piloten. Das ist leider normal.
Bei uns ist das heute noch so. Die ersten zwei Tage kann man sich slebst krank "diagnostizieren". Das war sehr praktisch; alle sind verantwortlich mit dieser kleinen Freiheit umgegangen, dafür wurden wir mit einem kleinen Stück Vertrauen belohnt.

Aber natürlich kann man das auch anders haben.

#9 - 14.09.2017, 23:59 von neu68er

Lieber am Boden

Also ich bleib lieber am Boden und ärgere mich über einen ausgfallenen Flug, als dass ich mich von einem kranken Piloten pilotieren lasse. Niemand weiß, ob die Leute krank sind oder nur so tun. Aber wir alle haben uns empört, als bei Germanwings ein depressiver Co-Pilot im Cockpit sitzen durfte und 150 Leben auslöschen konnte.

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