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Anlegemanöver: Affe schlägt Index

dpa Die Geschichte gehört zu den ältesten Börsianer-Mythen: Affen erzielen mit ihrer Aktienauswahl eine höhere Rendite als die meisten Investmentprofis. Nun ergab eine aufwändige Simulation: Das Zufalls-Portfolio ist offenbar auch Indexfonds überlegen. Wie kann das sein?
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#1 - 20.04.2013, 17:34 von Meshada

optional

Es gibt einen dritten Grund:

Aktien sind für Menschen ohne Insider-Infos reines Glücksspiel. Niemand kann voraussehen, wie die Wirtschaft sich in 2 Monaten, 6 Monaten oder gar 12 Monaten entwickelt. Niemand kann voraussehen, ob unvorhergesehene Ereignisse eintreten (Katastrophen, langer Winter, Ressourcenpreissteigerungen).

Aktien sind immer schon Zufall gewesen, wenn man keine Insider-Infos hat. Die gut bezahlten Finanzhelden sind schlicht Glücksspieler, die einem bestimmten System anhängen. Und halt oft damit auf die Schnauze fallen.

#2 - 20.04.2013, 17:57 von Obi-Wan-Kenobi

Zitat von sysop
Die Geschichte gehört zu den ältesten Börsianer-Mythen: Affen erzielen mit ihrer Aktienauswahl eine höhere Rendite als die meisten Investmentprofis. Nun ergab eine aufwändige Simulation: Das Zufalls-Portfolio ist offenbar auch Indexfonds überlegen. Wie kann das sein?

wundert mich nicht.
Testosteron schuld an Finanzkrise (14. Juli 2012, 06:15 Uhr)

würde ich mein Geld in Aktien investieren, würde mein Portfolio entweder eine Frau oder ein Affe verwalten, aber sicher kein Mann und schon gar keiner der sich Investmentprofi nennt.

#3 - 20.04.2013, 18:06 von ulijoergens

optional

Ich glaube, die Erklärung ist sehr einfach. Affen vertrauen einfach nicht auf Hilfsmittel, die sie nicht verstehen (z.B. Excel). Sie versuchen daher auch gar nicht erst, mit Hilfe solcher Hilfsmittel Zusammenhänge zu erklären, die sie nicht verstehen und Entwicklungen vorherzusagen, die sich gar nicht vorhersagen lassen.

#4 - 20.04.2013, 18:20 von glgg

Risikobetrachtung fehlt

Es fehlt eine Analyse der Portfoliorisiken. Ein large cap Portfolio besitzt eine andere Risikostruktur als ein small cap Portfolio.

#5 - 20.04.2013, 18:23 von Dumme Fragen

Normalverteilung

Ich vermute mal, sowohl bei den Affen als auch bei den Fondsmanagern findet sich eine Normalverteilung. Nur - bei den Affen dürfte die Streuung eventuell größer sein? Und damit auch die Anzahl der Affen, die besonders gut oder auch besonders schlecht "performen"?

Am besten sind Fonds, die möglichst breit gestreut sind und bei denen der Anteil einer einzelnen Firma verschwindend gering ist. Und man sollte nicht einmalig eine große Summe anlegen, sondern regelmäßig eine gleich große Summe anlegen. Wenn es dann mal einen starken Abschwung gibt und die Aktien sich stark verbilligen (wie am Anfang der Weltwirtschaftskrise), bekommt man viele Aktien sehr preiswert. Auch wenn einige Firmen pleite gehen - die übrig gebliebenen werden nach (!) der Krise wieder an Wert gewinnen. Und damit die Verluste mehr als wettmachen.

#6 - 20.04.2013, 18:28 von jenom

Affe schlägt nicht nur Index

Würde z.B. die jetzige deutsche Regierung durch Affen ersetzt, würden bessere Entscheidungen getroffen. Das liegt vor allen Dingen daran, dass so viele Fehlentscheidungen aufgrund von falschen Schlussfolgerungen und komplett von der Realität abgekoppelten Scheinwelten getroffen werden. Der Zufall würde deshalb nicht so oft falsch liegen.

#7 - 20.04.2013, 18:42 von theanalyst

Ist ja noch viel schlimmer

Tatsächlich fallen ja nicht nur die 2% Managementgebühren an, sondern auch noch versteckte Kosten für die Analysten in den Brokerhäusern, die über die Transaktions-fee mitbezahlt werden, wenn ein Fond mal etwas kauft oder verkauft. Das sind auch Managmentkosten des Fond. Hinzu kommen Ausgabeaufschläge, um die Vertriebskosten abzudecken.

Dafür pflegt dann einer (oder eine) für ein happiges Gehalt ein Portfolio, das so wenig vom Index abweicht, dass es diese Gebühren gar nicht wieder reinholen kann. Das diese Art Nepp nicht von der Regulierungsbehörde oder durch klare Preisangabeverordnungen verhindert wird,ist schon ein großes Rätsel der Gesetzgebung.

#8 - 20.04.2013, 19:00 von saddamatus

Zwei simple Gründe...

1. Die statistischen Modelle beruhen auf unterkomplexen Grundannahmen, alleine schon weil sie auch volkswirtschaftliche Aspekte berücksichtigen müssen. Die diesen zugrundeliegenden Algorithmen und Theorien sind nun mal selektiv, wirklichkeitsfremd und politisch indoktriniert.
2. Wer bei/über solche Fonds oder Berater geht, bekommt ohnehin nur zu 90% den Müll eingemischt und verkauft. Er spielt dann sozusagen Bad Bank und darf in Investment-Gammelfleisch anlegen.
Herzlichen Glückwunsch allen, die das Privileg haben, sich von "Starökonomen" ausplündern zu lassen..

#9 - 20.04.2013, 19:05 von HaPee

Wen wundert`s wirklich?

Zitat von sysop
Die Geschichte gehört zu den ältesten Börsianer-Mythen: Affen erzielen mit ihrer Aktienauswahl eine höhere Rendite als die meisten Investmentprofis. Nun ergab eine aufwändige Simulation: Das Zufalls-Portfolio ist offenbar auch Indexfonds überlegen. Wie kann das sein?
1.) Mathematische Rechenmodelle statt Glaskugel machen die Wahrsagerei nicht besser, auch nicht bei Aktien.
2.) Wer es trotzdem probiert gleicht einem Autofahrer, der bei geschwärzter Windschutzscheibe mit dem Rückspiegel nach vorn fährt.
3.) "Aktiensouveränität" gewinnt man nur, indem man sich selbst darum kümmert, handelt und die Klappe hält. In anderen Anlageformen gilt das entsprechend.
4.) Im Mittelalter nannte man Fondsmanager auch Alchemisten. Sie versprachen Gold zu machen. Immerhin kam Porzellan dabei heraus.
5.) Es ist nicht schlecht, immer daran zu denken: Gier frisst Hirn (soweit letzteres vorhanden)!!

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