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Italien: Forderung nach Schuldenerlass beunruhigt Finanzmärkte

AFP In einem Koalitionpapier der Parteien Lega Nord und Fünf Sterne steht die Forderung nach einem Staatsschuldenerlass für Italien in Höhe von 250 Milliarden Euro. Der Euro stürzte auf den tiefsten Stand seit Dezember.
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#1 - 16.05.2018, 17:10 von Brave

Da ein grosser Teil der

Papiere mittlerweile bei der EZB liegt, dürfte der wahre Verlierer feststehen. Es sind die Steuerzahler der jeweils anderen Mitgliedsländer. Alle die, die bei Euro Einführung kritisch die Südländer hinterfragt haben, haben Recht behalten. Alle Verträge von Maastricht sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurden. Staatenfinanzierung ist und war der EZB nicht erlaubt. Dank Dragi haben wir jetzt alle was davon.

#2 - 16.05.2018, 17:12 von giostamm11

alter Entwurf

die italienische Nachrichtenagentur spricht von einem alten Entwurf. Egal. Dass ein paar Worte gleich ein kleines Erdbeben auslösen zeigt wie nervös man in Europa ist.....und wie wichtig Italien. Dass dann die beiden kleinen deutschen Banken nach 60% der letzten Monate gleich nochmals 3% verlieren ist nur peinlich. Es tut Europa nur gut wenn es etwas geschüttelt wird. Das Rumeiern von Merkel mit Macron reicht auch.

#3 - 16.05.2018, 17:14 von Mach999

Auch wenn jetzt wieder das europa-Bashing losgehen wird, ist das Problem bei näherem Hinsehen nicht zuviel, sondern zuwenig Europa. In einem Europa der Nationalstaaten kann sich jeder Staat per einfachem Gesetz seine Schulden selbst erlassen. Europäische Verpflichtungen und deren rechtliche Durchsetzbarkeit halten Italien davon ab, dies zu tun.
Dennoch sollten wir mal darüber nachdenken, wie wir das Leistungsgefälle dämpfen. Deutschland profitiert massiv vom Euro. Die italienische Lira wäre früher einfach immer weiter abgewertet worden, wodurch sich die Exportchancen der deutschen Wirtschaft verschlechtert hätten. Das hat dann zu einem Ausgleich zwischen starken und schwachen Ländern geführt. Gibt es heute nicht mehr, wodurch starke Länder wie Deutschland profitieren, wähend schwache Länder darunter leiden und nicht mehr auf die Beine kommen. Das ist ungesund für alle Seiten. Hierfür brauchen wir neue Mechanismen. Und ja: Deutschland wird dafür bezahlen. Aber das wird deutlich billiger als eine immer stärker werdende D-Mark.

#4 - 16.05.2018, 17:41 von p-touch

Na super,

kaum ist Griechenland wieder halbwegs auf denn Beinen zeichnet sich die nächste Großbaustelle ab. Einen Austritt Italiens wird es wohl kaum geben, da selbst dem verbohrtesten Nationalisten klar sein dürfte das anschließend das Land kollabieren würde. Berlin muss sich jetzt mit aller Kraft gegen die Euro-Bond stemmen, sonst steuert die EU auf ein Desaster zu.

#5 - 16.05.2018, 17:41 von Freidenker10

Ich sehe schon kommen, am Ende werden die Briten als die großen Gewinner dastehen denn die haben mit dieser Schuldenunion nichts mehr zu tun! Deutschland muss die anderen EU Länder ja schon bezahlen damit die sich die deutschen Importgüter noch leisten können und Deutschland kann sie das dann auch nur durch Lohndumping leisten. Absurde Welt!

#6 - 16.05.2018, 17:49 von JaguarCat

Investoren wollen Stabilität und Verlässlichkeit von der Politik

Investoren wollen Stabilität und Verlässlichkeit von der Politik. Also genau das, was der "normale Bürger" auch will. Egal, wie links- oder rechtspopulistisch eine Regierung ist: Verträge sind nunmal Verträge, und wenn Italien versprochen hat, seine Schulden zu bezahlen, dann soll es das auch leisten. Klar steht es einem Land frei, zu sagen: "Ich zahle nicht mehr", doch dann steht es der Industrie frei, zu sagen: "Ich liefere nur noch gegen drastischen Aufpreis". Am Ende ist das deutlich teurer, als die Verpflichtungen doch korrekt zu erfüllen.

#7 - 16.05.2018, 17:49 von menefregista

Wer soll bezahlen ?

80 % der Schulden der Italienischen Notenbank sind Italiener im Inland selbst. Deutschland würde kaum geschoren werden, es sei man unterstützt Deutsche Banken beim Ausfall von Rückzahlungen des geliehenen Geldes an den Ital. Staat. Mein Mitgefühl für Bankmanger und deren Boni-Zurückzahlung hält sich in Grenzen. No risk - no fun .

#8 - 16.05.2018, 17:51 von bedireel

Dass die EU in ihrer derzeitigen Form und Verfassung ein Auslaufmodell ist und keinerlei demokratischen Anforderungen entspricht - ja, das ist doch hinlänglich bekannt.
Dass sich die EU-Länder durch den Klassenprimus Deutschland und ihrer Kanzlerin nicht mehr gängeln lassen werden, wurde spätestens mit der hausgemachten Flüchtlingskrise deutlich. Das mit der europäischen Armee sollte man darum auch Schnell vergessen. Der liebe Grieche und der Rest der Europäischen Völker werden einen Teufel tun um die Geldbörsen der Deutschen zu verteidigen. Pensionsfonds der Europaabgeordneten droht offenbar Pleite
Ein Fonds für die Renten der EU-Abgeordneten steht laut einem Zeitungsbericht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Für die Altersbezüge der Politiker fehlten Hunderte Millionen Euro. Nun müsse der Steuerzahler aushelfen. Wenn die Party zu Ende geht. Nervosität macht sich breit: Die Notenbanken beginnen mit dem Ausstieg aus dem Krisenmodus. Wann wird die Ära ultraniedriger Zinsen vorbei sein? Endet ein langer Boom letztlich mit einem spektakulären Crash?
M.f.G.

#9 - 16.05.2018, 17:52 von gerollheimer

kommt auf die Betrachtungsweise an

Zitat von Mach999
Dennoch sollten wir mal darüber nachdenken, wie wir das Leistungsgefälle dämpfen. Deutschland profitiert massiv vom Euro. Die italienische Lira wäre früher einfach immer weiter abgewertet worden, wodurch sich die Exportchancen der deutschen Wirtschaft verschlechtert hätten. Das hat dann zu einem Ausgleich zwischen starken und schwachen Ländern geführt. Gibt es heute nicht mehr, wodurch starke Länder wie Deutschland profitieren, wähend schwache Länder darunter leiden und nicht mehr auf die Beine kommen. Das ist ungesund für alle Seiten. Hierfür brauchen wir neue Mechanismen. Und ja: Deutschland wird dafür bezahlen. Aber das wird deutlich billiger als eine immer stärker werdende D-Mark.
Gesamtbetrachtung stimmt, aber man sollte sich immer vergegenwaertigen wer in D profitiert: es sind die Schuldner, die Konzerne und Spekulanten. Den Preis für die geringere Schuldenlast, für die Niedrigzinspolitik zahlen die Sparer, die privat vorsorgenden Menschen und der ehrliche Steuerzahler in D. Entsprechend konsequent waere eine deutsche Wirtschaftspolitik mit niedrigeren Steuern, hoeheren Loehnen und einer hoeheren Staats-Verschuldung im Kontext mit den anderen EU Länder konsequent und innerländisch für die breiten Bevölkerungsschichten gerecht.

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