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Urteil zu Bankformularen: Wie die Sparkassenrebellin Krämer doch zur Kundin werden kö

DPA Banken dürfen Frauen weiterhin mit männlichen Bezeichnungen ansprechen - "Kunde" statt "Kundin". So entschied es der Bundesgerichtshof. Doch bei der Urteilsverkündung hat der Vorsitzende Richter etwas unterschlagen.
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#1 - 13.03.2018, 18:00 von Nicolai

Naja, fast.

"Kunde" ist keine männliche Bezeichnung, sondern ein geschlechtsneutraler Begriff. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Geschlecht des Wortes und dem Geschlecht der Person, die das Wort beschreibt (Genus vs. Geschlecht).
Genauso wie auch Männer Personen sind (_die_ Person beschreibt trotzdem einen Mann), sind Frauen auch Menschen (_der_ Mensch) und Frauen auch Kunden (lustigerweise im Plural wie fast alles andere auch weiblich, dennoch geschlechtsneutral: _die_ Kunden).

Jede Person, die zur Bank ein geschäftliches Verhältnis pflegt ist daher ein Kunde. Jedoch nur Frauen sind Kundin/Kundinnen. Von daher kommen wir zum eigentlichen Problem: Wo ist die grammatikalische Form, die _nur_ einen Mann beschreibt? KundenER?

#2 - 13.03.2018, 18:04 von jewill

Sehr geehrter Herr Hipp,

ich habe eine Frage. Sie schreiben: "Karlsruher Insider konnten aber erkennen, dass ...", sind Sie sich hier 100% sicher, dass nicht auch eine Karlsruher Insiderin dies erkennen konnte? Oder sind Sie sprachlich nur genauso ignorant wie die Bank?

#3 - 13.03.2018, 18:07 von Newspeak

...

Ich sage es mal so. Eine Bank, die etwas von ihren Kundinnen haelt, wird sie einfach auch von sich aus so ansprechen. Aus Hoeflichkeit. Egal, ob dafuer Formulare umgeaendert werden muessen. Andere Banken werden nicht soviel Achtung vor ihren Kundinnen zeigen. Wenn sich nun alle entsprechend verhalten, dann sind die anderen Banken vielleicht irgendwann alle ihre Kundinnen als "Kunden" los und pleite. So wie es sich fuer Firmen, die ihre Kundschaft verachten, gehoert.

#4 - 13.03.2018, 18:09 von RalfHenrichs

Vor allem verstehe ich die Sparkassen nicht

Viele Frauen - wie viele weiß ich natürlich nicht, aber doch ein nennenswerter Anteil - fühlt sich mit "Kunden" unwohl. Das Argument, dass eine Umformulierung zu teuer ist, ist schlicht lächerlich in der heutigen Zeit. Das macht ein Praktikant nebenbei. Daher zeigt es, dass den Sparkassen die Zufriedenheit dieser Kundinnen unwichtig ist. Und das ist in der heutigen Zeit einfach Unverständlich. Kurz: Ich verstehe nicht, dass es zu einem solchen Prozeß kommen musste, aber ich verstehe eben die Sparkassen nicht.

#5 - 13.03.2018, 18:09 von fr8train

wenn man keine Probleme hat macht man sich welche!

Ich schlage vor, dass der selbsterklärt bessere und schlauere Teil der Gesellschaft einfach marktwirtschaftliche Alternativen sucht!

Es gibt Banken die Formulare in Doppelbezeichnung nutzen.
Besser noch ; Frau gründet eine Bank und verwendet dort nur weibliche Formen.

Aber das ist offensichtlich wieder zu viel Arbeit und Risiko für den emanzipierten Teil der Gesellschaft!?

#6 - 13.03.2018, 18:12 von wiescheid

Kundinnen

Wenn irgendwann der Duden sagt, dass der weibliche Plural auch für geschlechtsübergreifende Gruppen genutzt werden darf, dann kann man mich (männlich) auch gerne so ansprechen. Bis dahin ist das Beispiel in meinen Augen eher unglücklich.

Bin mal gespannt, wann der oder die erste aus DAS Mädchen eine Änderung auf DIE Mädchen fordert.

#7 - 13.03.2018, 18:12 von demiurg666

Solange Männer nicht Gleichstellungsbeauftragte werden können und Frauen sich nicht einklagen um eine 50% Quote für Frauen bei, zum Beispiel, der Müllabfuhr zu erwirken sind solche Klagen Verschwendung von Steuergeldern. Hier wird versucht die deutsche Sprache mit Klagen zu verändern. Aber nur für die positiv besetzen Begriffe. Ich sehe keine Klage das Medien grundsätzlich über Terroristinnen oder Fanatikerinnen berichten sollten. Aber mit meiner Steuer bezahle ich gerne unsinnige Klagen bzw. Klaginnen von Menschen die Sexismus nur einem Geschlecht zuschreiben.

#8 - 13.03.2018, 18:13 von harald441

Manche Leute haben einfach einen Knall!

Und diese Frau gehört dazu. Wenn in einem Schreiben steht "Lieber Kunde", dann sind selbstverständlich IMNMER beide Geschlechter gemeint, und jede normal denkende Frau sieht das ganz genauso. Zu meiner Geburtstagsfeier werde ich auch die Gäste begrüßen beginnend mit z. B. den Worten "Liebe Gäste, liebe Verwandte, liebe Freunde!"
Und nicht mit dem Schmarren: "Liebe Gäste und Gästinnen, liebe Verwandte und Verwandtinnen, liebe Freunde und Freundinnen!"
Besonders letztere Anrede würde meiner Frau überhaupt nicht schmecken und nur für unsinnigen Ehestreit hinterher sorgen.

#9 - 13.03.2018, 18:17 von DianaSimon

Wo ist das Problem?

Doch ganz bestimmt nicht da, wo eine einzelne Person angesprochen wird. Das kann der PC seit gefühlten 500 Jahren ein Anschreiben mit korrekter Anrede formulieren, wenn das Geschlecht hinterlegt ist. Schwieriger finde ich es bei der Benennung von gemischten Gruppen, da habe ich auch noch keine elegante Lösung gefunden.

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