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Urteil zu Bankformularen: Wie die Sparkassenrebellin Krämer doch zur Kundin werden kö

DPA Banken dürfen Frauen weiterhin mit männlichen Bezeichnungen ansprechen - "Kunde" statt "Kundin". So entschied es der Bundesgerichtshof. Doch bei der Urteilsverkündung hat der Vorsitzende Richter etwas unterschlagen.
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#90 - 13.03.2018, 20:58 von dasP

Ob sich ein Krämer...

... über Kunden aufregen muss.

Langsam aber sich habe ich das Gefühl, dass wir vor lauter solcher Diskussionen die Tsunamis übersehen, die auf uns zurollen. Was kostet ein Pflegeplatz, wieviel verdient ein/e Pfleger/in, wie höchst luxuriös gestaltet sich das Dahinsiechen in der Pflege? Wie kann es sein, dass wir "nur" über den Umgang der Essener Tafel mit Menschen mit Migrationshintergrund sprechen? Vor allem echauffieren sich darüber Politker/innen, die in Gehaltssphären schweben, die es scheinbar nicht mehr zulassen, auch nur eine Ahnung davon zu haben, was 1 Liter Milch kostet und was das für eine/n Aufstocker/in bedeutet, der/die 40 Std. arbeitet? Müssten diese Personen nicht eher dafür sorgen, dass Tafeln sich vielleicht "nur" darum kümmern können, dass nicht zuviel Essen weggeworfen wird oder das Senior/inn/en Leergut sammeln müssen? Kinder/innen können kaum noch von einem/r Elter erzogen werden, weil das Geld hinten und vorne nicht reicht. Pardoxerweise geht aber das verdiente Geld dann doch wieder für den Kitaplatz usw. flöten. Und selbst das führt zu immer höherer Kindesarmut? Unsere Kommunen verscherbeln so viele Baugrundstücke und Sozialwohnungen an Heuschrecken und/oder Investoren, damit sie Ihre, teils durch windige Spekulationsgeschäfte, geschröpften Haushaltkassen nicht ganz ins Chaos stürzen. Gleichzeitig werden die Gelder dann an Privatiers als Miete bzw. Kredittilgung überwiesen um "armen" Menschen eine Wohnung zur Miete anbieten zu können. Komisch eigentlich, wo doch eine Ein-Zimmer-Wohnung in Ballungsgebieten nur rund 500 bis 1000 Euro kostet... Trinkwasser aus "die Leitungen" soll teurer werden, weil die Nitratbelastung per Kläranlagen immer schwieriger zu neutralisieren ist. Woher kommt diese Belastung? Welchen Anteil hat die Massentierhaltung? Klar: Das Fleisch wird ja auch konsumiert. Gut, ich bin Vegetarier. Gut, Fleisch und lebendiges Vieh ist ein Exportschlager - d.h. vieles davon wird hier eben nicht konsumiert, Böden und Grundwasser dennoch kontaminiert. Wo bleibt das Verursacher/innenprinzip? Mal den ethischen Aspekt der Tier-"Nutzung" ausgeblendet. Den Antibiotika-Einsatz sollten Carnivor/inn/en zumindest positiv bewerten, denn schließlich ist dieses im Fleisch nicht verschreibungspflichtig und viel günstiger als ein Rezept vom Arzt. Wegen der Resistenzen sollten wir uns keine Gedanken machen, die "Krankenhaus"-Keime sorgen ja noch für ausreichend Gesprächsthemen. Ich denke auch, dass nachfolgende Generationen uns dankbar sein sollten, dass bei ihnen keine Langeweile aufkommt, da sie noch lange Zeit auf unseren Atommüll aufpassen und diesen kühlen müssen. Auch können sie ein wenig im Salz herumwühlen, um ggfs. ein paar verklappte Tonnen Strahlungsmüll zu bergen, um abermals diesen überirdisch zu bewachen. Herr/Fraulich... Wir kümmern uns um ein Dieselfahrverbot in Hamburg auf den Straßen. Das Kreuzfahrtschiff lacht sich kaputt und Flugzeuge weinen subventionierte Kerosintränen vor Lachkrämpfen.

#91 - 13.03.2018, 20:59 von M. Michaelis

Kunde ist eine Rolle oder eine Funktion und ist daher sowenig männlich wie ein Tisch.

Man sollte endlich aufhören Sprache ideologisch zu vereinnahmen. Es ist verwunderlich dass der Feminismus ernsthaft einem orwellschen Sprachverständnis das Wort reden will.

#92 - 13.03.2018, 20:59 von andree_nalin

Was kommt als nächstes, Frau Krämer ?

Da wäre noch die Klage auf die Verwendung von GOTT Schrägstrich GÖTTIN oder meinetwegen auch in umgekehrter Reihenfolge. Aber da sei Gott vor ...

#93 - 13.03.2018, 20:59 von dasP

Ob sich ein Krämer...

...Vielleicht sollten wir aber einfach darauf bauen, dass China alles aufkauft und wir dann zu ganz einfachen Arbeiter/innen werden. Wir sichern damit deren aufkeimenden Wohlstand und passen künftig selbst auf unseren Plastik- und Elektronikmüll auf. Vielleicht klärt sich dann auch die "Flüchtlingsproblematik" - denn wem das Land gehört, der bestimmt. Wenn derjenige dann meint, dass er uns nicht mehr im Land haben will, dann schickt er uns (vielleicht samt der heutigen Flüchtlinge) auf die Flucht. Auf einmal im selben Boot mit Flüchtlingen? Als Flüchtling?
Ob dann die Menschlichkeit auflebt oder noch mehr Abgründe zu Tage kommen? Bis dahin können wir aber noch "faulen Griech/innen" oder den "von Amore lebenden Italiener/innen" für unsere Probleme verantwortlich machen. Kredite nur gewähren, wenn gleichzeitig davon U-Boote gekauft werden. Immer schön in die Taschen der DeutschInnen. Oder ist es vielleicht doch irgendwann mal klar, dass es nicht um Deutsch/inne, Griech/innen, Italiener/innen, Religionen oder sonst was geht, sondern um Arm gegen Reich? Natürlich ist Gleichberechtigung ein wichtiges Thema. In der Arbeitswelt wird meist versucht 98% zuerst zu realisieren, weil bekannt ist, dass die letzten 2% die schwierigsten sind. Vielleicht wäre es für Frau Krämer wichtiger, dafür zu kämpfen, dass sie Frau Krämerin heißt. Ich für meinen Teil denke mir, es gibt dringendere Themen. Bin gespannt, ob uns da nun ein Handelskrieg bevorsteht, wie vor dem zweiten Weltkrieg und ob dann die "Bätschi"-GroKo die richtigen Antworten auf den Gini-Koeffizienten hat?

#94 - 13.03.2018, 21:00 von FischerKielSchwerin

Männliche Ansprache

Da grundsätzlich alles und immer männlich angesprochen wird, ca. die Hälfe der weltweiten Bewohnerinnen allerdings weiblich sind, könnten wir alle einmal einen Perspektivenwechsel vertragen.
Wie wäre es denn, wenn wir in den nächsten..., sagen wir 100 Jahren, alles, was auch immer, in der weiblichen Form formulierten.
Ein guten Anfang. Finde ich.

#95 - 13.03.2018, 21:00 von b1964

Herr Hipp, Sie liegen falsch!

Wenn der Autor de Artikels über das AGG lamantiert und dem BGH hier Zirkelschlüsse vorwirft, zeigt er, dass er weder das AGG versteht noch Jurist sein kann. Das AGG verbietet Benachteiligungen (!) wegen des Geschlechts. Ein Nachteil verlangt eine objektive Schlechterstellung von zumindest spürbarer Relevanz. In der formularmäßigen (vermeintlich) falschen Geschlechtsansprache soll ein solcher Nachteil liegen? Bekommt die Frau schlechtere Bankkonditionen? Oh Gott, schenke dem Autor Erleuchtung, dass er sich künftig nur zu Themen äußert, von denen er was versteht! P.S. Ich bin Jurist mit jahrzehntelanger Berufserfahrung und nehme ausdrücklich Fachkunde zu Rechtsfragen für mich in Anspruch...

#96 - 13.03.2018, 21:02 von IntelliGenz

da lobe ich mir die englische Sprache

hier sind die Dame und der Herr ein "customer", der Trainer und die Trainerin sind ein "coach" . . .und weiter im Englischen tausende andere geschlechterneutrale Begriffe. Extra für ganz Dumme so gemacht, die bei uns in Deutschland nichts Besseres im Sinn haben als eine überflüssige Diskussion zu entfachen

#97 - 13.03.2018, 21:05 von w-j-s

Warum muss es überhaupt eine weibliche Form geben?

Zitat von carinanavis
ist "der Kunde" selbstverständlich nicht geschlechtsneutral.
Im Englischen müsste man ja auch die Endung -or für Frauen durch -ress ersetzen, wie etwa actor/actress. Es gibt dort die Möglichkeit einer weiblichen Endungen.
Bis vor 200 Jahren bekamen Frauen an ihren Nachnamen auch in Deutschland in vielen Gegenden ein -in angehängt.
Das -in im Nachnamen wurde im 19. Jahrhundert abgeschafft.
Ich finde es an der Zeit, es ganz abzuschaffen.
Und wenn einem die männliche Form dann nicht passt:
Es gibt im Deutschen auch ein Neutrum.
Das Kind, das Kunde, das Mensch, das Spinner und selbstverständlich "die Feminisma", denn alles andere wäre ja wohl eine Widersprüchin in sich.

#98 - 13.03.2018, 21:06 von rolfjae

Ich denke, dass man sich bei der Bezeichnung in einem Sparkassenformular (!) schon sehr anstrengen muss, um die Notwendigkeit der geschlechtsneutralen Formulierung zu begründen. Heiland! Dass in der persönlichen Begegnung eine geschlechtsbezogene Anrede (noch?) passend sein sollte (Guten Tag, Frau Müller), ist ebenso wie die geschlechtsneutrale Formulierung bei einer Stellenausschreibung sachlich geboten (da geht es schließlich um Chancengleichheit und Gleichbehandlung!). Manchmal sollte man aber m.E. (altmodischer Weise) weiterhin in der Lage sein, situationsbezogen zu (re-)agieren!? Bei einem Sparkassenformular kann ich das diskriminierende Element bei großer Anstrengung und bestem Willen nicht erkennen (wobei es natürlich angesichts des Zeitgeistes schlau von der Sparkasse gewesen wäre, das wunderbare Formular abzuändern - auch wenn noch 10.000 Stück der bisherigen Fassung im Formularkeller lagern!). Na, mal sehen, was das BVerfG und der EuGH der Sparkasse auf den Weg geben...- und welche Forderungen insoweit von denjenigen kommen werden, die auf zukünftigen Formularen weder männlich noch weiblich angesprochen werden wollen.

#99 - 13.03.2018, 21:06 von anonym123!

Vor wenigen Jahren wurde ich, als ich bei einer Bank für mich einen Vertrag abschließen wollte, doch glatt mit den Worten abgefertigt: "Das können wir nicht machen. Wenden Sie sich doch bitte an den Bankberater ihres Mannes." Diese Frechheit kann ich noch heute nicht fassen. Den Vertrag habe ich dann natürlich bei einem anderen Geldhaus abgeschlossen, die mich als wertvolle Kundin behandelt haben. Von daher: auch wenn ich persönlich mit der Anrede Kunde gut klarkomme, ziehe ich den Hut vor dieser Dame. Denn Veränderung passiert nun Mal nicht indem man die Hände in den Schoß legt. Ohne mutige Frauen würde der weibliche Teil der Bevölkerung auch heute nicht wählen oder arbeiten, geschweige denn Bankgeschäfte tätigen.

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