18.07.2018

Azubis erzählen: "Dann sehe ich den Erfolg"

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SPIEGEL ONLINE

Jessica Gielzynski, 16, lässt sich im Hamburger Salon "Stefani Voß/Friseure" ausbilden: Ich wollte das zweiwöchige Berufspraktikum eigentlich im Kindergarten absolvieren, aber die Leitung hat mir ganz kurzfristig abgesagt. Ich habe dann bei einem Friseursalon bei uns um die Ecke angefragt. Meine Mutter hat mich darauf gebracht, weil sie immer Friseurin werden wollte. Ich erhielt sofort die Zusage. Im Salon habe ich von Anfang an viel gelernt: Ich durfte dem Puppenkopf die Haare schneiden, Strähnchen färben und eine Dauerwelle machen. Mir hat die Arbeit so gut gefallen, dass ich das Praktikum einfach verlängert habe. Ich bin jeden Tag in den Ferien in den Salon gegangen und als die Schule begann, immer nach dem Unterricht. Ich hätte mir auch vorstellen können, Architektin zu werden, aber ich habe mich in der Schule schon ziemlich mit Mathe herumgequält. Im Salon ist mir klargeworden, wie glücklich ich bin und mir beruflich nichts anderes mehr vorstellen kann, also wechselte ich vom Gymnasium auf eine Stadtteilschule. Dort hätte ich meinen Realschulabschluss ablegen können, aber dann hätte ich noch ein Jahr länger zur Schule gehen müssen. Ich habe schließlich den Hauptschulabschluss gemacht, um gleich mit der Ausbildung anfangen zu können. Meine Mutter wollte eigentlich, dass ich das Gymnasium beende, aber als sie gesehen hat, wie glücklich ich bin, war es okay für sie. Ich arbeite jetzt Dienstag bis Samstag, an den langen Tagen bin ich bis 20 Uhr da. Im ersten Ausbildungsjahr erhalte ich 300 Euro, ich habe auch weniger Freizeit, aber das finde ich nicht so schlimm.