20.05.2018

Wie die Zeit vergeht mit...: Marlon Brandos Ausschweifungen

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1941: Brando terrorisiert die Kadettenanstalt

Zucht und Ordnung sollte Marlon Brando schon in jungen Jahren lernen - jedenfalls, wenn es nach seinen Eltern gegangen wäre. Sein Vater meldete den 17-Jährigen 1941 an der sündhaft teuren Shattuck Military Academy in Minnesota an. Brandos bisherige Schulkarriere war eine einzige Katastrophe gewesen, was nicht zuletzt daran lag, dass der Junge keine Autoritäten akzeptieren konnte - oder wollte.

Die strenge Kadettenanstalt erwies sich dementsprechend auch als keine sonderlich gute Idee: Systematisch trieb Brando den Lehrkörper zur Weißglut. Als er sich etwa vom Lärm der Turmglocke belästigt fühlte, klaute der Bengel kurzerhand den Klöppel. Und auf eine Morgenandacht verübte er ein akustisches Attentat: Sechs Wecker, im Abstand von fünf Minuten gestellt, hatte Brando zuvor in der Kapelle versteckt. Als selbst nach intensiver Suche immer weitere Wecker losbimmelten, brach der Prediger verzweifelt den Gottesdienst ab. In punkto Ruhestörung hatte Brando allerdings noch mehr zu bieten - wie er unter Beweis stellte, als er mit dem Motorrad durch die Gänge der Militärakademie raste. Das Ergebnis seiner Exzesse: 1943 wurde Brando rausgeworfen.

Filmszene aus "Der Wilde", 1953