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Gesundheit

Gefährliches Virus

17 Kinder in Rumänien an Masern gestorben

Bei einem Masern-Ausbruch in Rumänien sind seit September 17 Kinder gestorben, mehrere Tausend haben sich infiziert. Auch in Deutschland gibt es wieder mehr Krankheitsfälle.

DPA

Masernvirus

Sonntag, 12.03.2017   15:43 Uhr

Das Masernvirus gehört zu den ansteckendsten Erregern, die es gibt. Seit September verbreitet es sich in Rumänien, bei der Krankheitswelle sind bis jetzt 17 Kinder gestorben. Keines der Opfer sei geimpft gewesen, sagte Gesundheitsminister Florian Bodog am Samstag laut rumänischen Medienberichten. Seit Februar vergangenen Jahres erkrankten demnach mehr als 3400 Menschen - gegenüber lediglich sieben Fällen im Jahr zuvor.

Bodog forderte die Menschen auf, sich impfen zu lassen. Nach seinen Worten erhalten lediglich 80 Prozent der Rumänen die erste der zwei von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Impfdosen, nur 50 Prozent lassen sich ein zweites Mal impfen. Grund für die geringe Impfquote der Bevölkerung sind Armut, mangelnder Zugang zu Gesundheitsvorsorge sowie Anti-Impf-Kampagnen religiöser Gruppen.

Deutschland: Wieder mehr Masernfälle

Auch in Deutschland kommt es - trotz guter Gesundheitsversorgung - noch immer zu Maserninfektionen. Aktuell steigen die Fallzahlen wieder an, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). Bis zum ersten März 2017 registrierte das RKI bundesweit 203 bestätigte Maserninfektionen. Im gesamten Jahr 2016 waren es nur 326.

"Im Moment verbreiten sich Masern vor allem innerhalb von Familien. Aber auch Schulen sind betroffen", sagte Dorothea Matysiak-Klose, RKI-Expertin für Impfprävention. Grund dafür seien in erster Linie Impflücken bei Kleinkindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Vor allem für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich

Neben Säuglingen und Kindern im ersten Lebensjahr haben Erwachsene über 20 Jahren eine besonders hohe Gefahr von Komplikationen. Darüber hinaus erhöhen Masern die Gefahr für eine Gehirnerkrankung, die erst Jahre nach der Infektion zum Tragen kommt und tödlich endet. "Sie ist sehr selten. Aber das Risiko ist wahrscheinlich doch höher, als man früher gedacht hat", sagt Matysiak-Klose. In Hessen war im November ein sechsjähriges Mädchen an der Spätfolge gestorben. Es hatte sich kurz nach der Geburt mit den Viren infiziert.

Kleinkinder können ab dem neunten Monat eine erste Masernimpfung erhalten. Eine zweite sollte bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs erfolgen. Nach RKI-Angaben sind nur rund 70 Prozent der Zweijährigen in Deutschland auch zweimal geimpft. Wünschenswert wären 95 Prozent.

irb/AFP/dpa

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