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Gesundheit

Breites Interesse

Zwei Tonnen Cannabis für Schwerstkranke

Die neue Cannabisagentur des Bundes lässt im staatlichen Auftrag medizinisches Hanf anbauen - sehr viel sogar. Nach SPIEGEL-Informationen könnten die Apotheken bald mehr als 5000 Patienten versorgen.

DPA

Cannabis-Anbau

Von
Freitag, 14.04.2017   18:03 Uhr

Schwerstkranke und Schmerzpatienten haben lange auf dieses Gesetz gewartet: Seit März können sie Cannabisblüten zur Therapie in der Apotheke erhalten, wenn sie ein ärztliches Rezept vorlegen. Ganz legal - und auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung.

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Heft 16/2017
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Die neue Cannabisagentur des Bundes rechnet nun mit einem rasanten Anstieg der Nachfrage nach Medizinalhanf. Sie ist dafür zuständig, den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken zu steuern und zu kontrollieren. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

In 2021 und 2022 will die Agentur im staatlichen Auftrag bereits jährlich 2000 Kilogramm Cannabis in Deutschland ernten lassen, wie aus Unterlagen zum Vergabeverfahren hervorgeht, die das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstellt hat. Rechnerisch entsprechen 2000 Kilogramm dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von fast 5500 Patienten.

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Bislang hatten rund 1000 Patienten eine Sondergenehmigung zum Erwerb von Cannabis zu medizinischen Zwecken, ihr Jahresverbrauch lag nach BfArM-Angaben bei insgesamt 365 Kilogramm. Derzeit muss dieser Medizinalhanf importiert werden.

Von 2019 an soll er erstmals auch in Deutschland geerntet werden. Die Cannabisagentur hat dazu eine Ausschreibung gestartet. Viele Unternehmen haben dazu ein breites Interesse signalisiert. Der Ausgabepreis steht noch nicht fest.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 42 Beiträge
herm16 14.04.2017
1. nanu
5000 Patienten? Es gibt doch nur 500 Kranke die aufgrund ihrer Krankheit Kranke benötigen. Übrigens, die gelben Blüten sind, wenn man sie trocknet, Mariuna. Ist das der Grund?
5000 Patienten? Es gibt doch nur 500 Kranke die aufgrund ihrer Krankheit Kranke benötigen. Übrigens, die gelben Blüten sind, wenn man sie trocknet, Mariuna. Ist das der Grund?
magenbeschwerden 14.04.2017
2. Für alle die lesen können...
es sind 200 kg ausgeschrieben.... http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:131987-2017:TEXT:DE:HTML&src=0#id1042115-III.
es sind 200 kg ausgeschrieben.... http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:131987-2017:TEXT:DE:HTML&src=0#id1042115-III.
yosh 14.04.2017
3. beim lesen scrollen
@magenbeschwerden: Falls ich die Ausschreibung beim Punkt "Geplante Anzahl der Bewerber: 10" richtig verstehe, sind 10 x 200kg ausgeschrieben worden. Macht zusammen... 2 Tonnen. Gerechnet wird dann also wohl 1 Gramm [...]
@magenbeschwerden: Falls ich die Ausschreibung beim Punkt "Geplante Anzahl der Bewerber: 10" richtig verstehe, sind 10 x 200kg ausgeschrieben worden. Macht zusammen... 2 Tonnen. Gerechnet wird dann also wohl 1 Gramm pro Tag pro "Patient".
jorgeG 14.04.2017
4. Merkwürdig
Wieso kaufen die das Zeug nicht einfach billig in Afrika ein, ist doch genug da?
Wieso kaufen die das Zeug nicht einfach billig in Afrika ein, ist doch genug da?
hazebuster 14.04.2017
5. @JorgeG #4
weil natürlich die Qualität gewährleistet sein muss. Wenn man das Gras von Druglords aus Afrika kauft, dann ist das Hanf, der nur zu kommerziellen Zwecken hergestellt wurde und daher oft zu früh geerntet/zu stark gedüngt oder [...]
weil natürlich die Qualität gewährleistet sein muss. Wenn man das Gras von Druglords aus Afrika kauft, dann ist das Hanf, der nur zu kommerziellen Zwecken hergestellt wurde und daher oft zu früh geerntet/zu stark gedüngt oder sogar gestreckt wurde. Daher baut man es lieber zertifiziert in Deutschland an oder kauft es in Holland ein, wo die Hanfbauern auch zertifiziert sind und somit Qualitätsstandards einhalten müssen

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