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Gesundheit

FSME und Borreliose

So schützt man sich vor Zecken

Sie lauern im Gebüsch und können gefährliche Krankheiten übertragen: Zecken haben derzeit Hochsaison. Wo ist das Infektionsrisiko am größten? Und wie entfernt man die Parasiten richtig? Der Überblick.

DPA

Eine Zecke auf der Haut eines Menschen

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Dienstag, 13.06.2017   05:46 Uhr

Das gute Wetter lockt die Menschen ins Grüne. Aber nicht nur die Sonne zeigt sich vermehrt im Juni, auch Zecken haben derzeit Hochsaison. Was viele nicht wissen: Man muss sich nicht unbedingt im Wald aufhalten, um von einem der Tiere gebissen zu werden. Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern lauern auf Grashalmen und Sträuchern.

Wie entfernt man die Tiere richtig? Wann besteht Infektionsgefahr? Und wie kann man sich schützen? Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Zeckensaison.

Ist ein Zeckenbiss gefährlich?

Meistens nicht. Manchmal übertragen Zecken aber doch gefährliche Krankheiten. Am häufigsten geben die Spinnentiere in Deutschland Erreger der Lyme-Borreliose an den Menschen weiter. Die Bakterien gibt es landesweit. Laut Robert Koch-Institut (RKI) tritt in Deutschland im Schnitt bei fünf von hundert Menschen nach einem Zeckenbiss eine Infektion auf.

Seltener können Zecken uns Menschen auch mit Viren infizieren, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen, eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Die Erreger sind vor allem im Süden Deutschlands verbreitet (siehe Karte unten), etwa in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Einzelne Risikogebiete befinden sich aber auch in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Sachsen. 2016 infizierten sich deutschlandweit 348 Menschen mit FSME. 2017 waren es bislang 28.

Wie entfernt man Zecken richtig?

Dabei ist vor allem Gefühl gefragt. Am besten greift man die Zecke mit einer spitzen Pinzette oder einer Zeckenkarte möglichste weit vorne an der Bissstelle. Notfalls tun es auch die Fingernägel als Werkzeug. Dann löst man die Parasiten vorsichtig durch leichtes Rütteln aus der Haut. Niemals sollte man dabei Druck auf den vollgesogenen Körper ausüben. Auch größere Drehbewegungen werden nicht empfohlen.

Ist die Zecke entfernt, sollte man die Bissstelle desinfizieren und prüfen, ob Teile stecken geblieben sind. Nicht immer ist das ein Problem. In der Regel stößt der Körper die Fremdkörper ähnlich wie einen Holzsplitter nach einer gewissen Zeit von selbst ab. Bildet sich doch eine Entzündung, sollte ein Arzt die Überreste entfernen.

Woran erkennt man eine Borreliose?

Die Borreliose zeigt sich häufig, aber nicht in allen Fällen, durch einen roten Ring um die Bissstelle der Zecke, der wächst oder wandert. Er kann auch noch Tage oder Wochen nach dem Biss entstehen, deshalb sollte man die Stelle aufmerksam beobachten. Um festzustellen, ob sich der Ring verändert, kann man die Rötung mit einem Kugelschreiber umrunden. Auch Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit können auf eine Borreliose hindeuten.

Wer sich nach einem Zeckenbiss unwohl fühlt oder einen roten Ring entdeckt, sollte zum Arzt gehen. Wird die Infektion rechtzeitig entdeckt, kann man sie mit Antibiotika behandeln. Breiten sich die Bakterien jedoch über längere Zeit ungehindert im Körper aus, lassen sie sich teils nicht mehr wirkungsvoll bekämpfen.

Schäden an verschiedenen Organen können die Folge sein - etwa Gelenkbeschwerden sowie vorübergehende Lähmungen und Entzündungen im Gehirn sind möglich. Sie können auch noch mehr als ein halbes Jahr nach dem Zeckenbiss entstehen. Bei Beschwerden ist es daher sinnvoll, den Arzt auch über länger zurückliegende Bisse zu informieren.

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Wie macht sich eine FSME-Infektion bemerkbar?

Bei FSME treten nur bei etwa 30 von 100 Betroffenen in den ersten ein bis zwei Wochen nach dem Biss Beschwerden auf. Dazu zählen Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen. Schreitet die Infektion fort, können Entzündungen im Gehirn und den Hirnhäuten entstehen. Extreme Müdigkeit, Bewusstseinsstörungen, Zittern und Gleichgewichtsstörungen sind die Folge.

Im Gegensatz zur Borreliose gibt es keine Medikamente zur FSME-Behandlung. Laut RKI heilt die Krankheit häufig nach einiger Zeit von selbst aus, auch nach schwerem Verlauf.

Was schützt vor FSME und Borreliose?

Gegen FSME gibt es eine Impfung. Die Ständige Impfkommission des RKI empfiehlt sie Menschen, die in Gebieten mit erhöhten Risiko für FSME leben (siehe Karte oben) und sich oft in der Natur, auf Wiesen und in Wäldern aufhalten.

Eine Infektion mit Borreliose lässt sich verhindern, indem man die Zecke möglichst schnell entfernt. Nach ungefähr zwölf bis 48 Stunden steigt das Risiko, dass die Bakterien von der Zecke auf den Menschen übergehen deutlich. Je zügiger das Tier also aus der Haut gezogen wird, desto besser. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht.

Am besten ist es daher, den Zeckenbiss von vornherein zu verhindern. Nach Ausflügen ins Grüne sollte man seinen Körper gründlich absuchen. Zecken laufen zunächst einige Zeit umher, bevor sie zubeißen. Lange Kleidung und in die Socken gesteckte Hosenbeine bieten ebenfalls Schutz. Sprays gegen Zecken können helfen, halten die Tiere aber nicht sicher ab.

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Beißen oder stechen? Anmerkung der Redaktion

Gern wird diskutiert, ob Zecken beißen oder stechen. Da sie die Haut mit ihrem Mundwerkzeug öffnen und sich darin festhaken, um anschließend mit einer Art Saugrüssel das Blut aufzusaugen, sind beide Bezeichnungen denkbar. Wir haben uns in diesem Fall nach Gesprächen mit Zeckenforschern für das Beißen entschieden, das RKI spricht dagegen lieber vom Zeckenstich.

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