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Gesundheit

Unangenehmer Körpergeruch

Was hilft gegen starkes Schwitzen?

Schwitzen ist eigentlich ein lebenswichtiger Schutzmechanismus - er bewahrt den Menschen vor Überhitzung. In manchen Fällen spielt unsere körpereigene Klimaanlage jedoch verrückt.

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Mittwoch, 09.08.2017   08:41 Uhr

Sommer, Sonne, Schweißflecken - bei normalem Schwitzen gibt es einfache Mittel, um gegenzusteuern und unangenehmen Geruch zu vermeiden. Viele Menschen kommen jedoch nicht so glimpflich davon. Sie schwitzen plötzlich so extrem, dass sie von Kopf bis Fuß nass sind - egal ob Sommer oder Winter, ob zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs. Das belastet, doch es gibt Therapien. Die wichtigsten Infos zum normalen und übermäßigen Schwitzen.

Warum schwitzt der Mensch?

Hunde hecheln, wenn ihnen zu warm ist. Der Mensch hat dagegen seine eigene Klimaanlage aus etwa zwei Millionen Schweißdrüsen. Steigt die Körpertemperatur auf mehr als 37 Grad Celsius, produzieren diese zunächst geruchlosen Schweiß. Dafür besitzt er zwei verschiedene Arten von Drüsen:

Der Schweiß kühlt den Körper, indem er an der Hautoberfläche verdunstet. Das schützt vor Überhitzung. Im Schnitt verlieren wir durchs Schwitzen an normalen Tagen etwa einen halben bis einen dreiviertel Liter Flüssigkeit. An heißen oder körperlich anstrengenden Tagen sind es rund zwei bis drei Liter Flüssigkeit, in Extremfällen sogar weit mehr. Die Schweißproduktion nimmt mit zunehmendem Alter ab. Bei älteren Menschen besteht daher ein höheres Risiko einer Überhitzung.

Wenn der Schweiß geruchslos ist, wieso riecht man dann unter den Achseln?

Schuld sind Bakterien. Die warmen und feuchten Achselhöhlen sowie die Achselhaare (falls vorhanden) bieten den Mikroorganismen perfekte Lebensbedingungen. Hinzu kommt, dass die Drüsensekrete die Bakterien ständig mit Nahrung versorgen. Bei der Zersetzung der Sekrete entstehen Stoffe wie ungesättigte kurzkettige Fettsäuren, die den Schweißgeruch verursachen.

Männer und Frauen haben eine unterschiedliche Achselflora, werden also von verschiedenen Bakterien bewohnt. Das erklärt Unterschiede beim Schweißgeruch. Das individuelle Bouquet hängt von weiteren Einflussfaktoren ab, zum Beispiel der Nahrung, den Genen und der Kleidung: Manche Bakterienstämme wachsen auf Synthetik besser als auf Baumwolle.

Wie wirken sich Emotionen aufs Schwitzen aus?

Das vegetative Nervensystem steuert die Schweißabgabe. Dabei handelt es sich um den Teil des Nervensystems, der unter anderem auch Puls, Blutdruck oder Atmung reguliert. Sind wir gestresst, aktiviert er die apokrinen Drüsen. Mit dem Angstschweiß werden Emotionen für andere Menschen riechbar. In der Frühzeit des Menschen war das wichtig, um anderen Mitgliedern der Gruppe Gefahr zu signalisieren.

Der Schweißgeruch scheint aber auch bei der Partnerwahl zu helfen, da er Informationen über die Immunausstattung des Gegenübers liefert. Eine gutes Immunsystem schützt das Überleben der Nachkommen - ebenfalls ein Relikt aus frühen Zeiten.

Wann schwitzen wir normalerweise?

Das vegetative Nervensystem dreht auf Geheiß des Hypothalamus - einer wichtigen Schaltzentrale im Gehirn - den Schweißhahn auf und zu. Über den Nervenbotenstoff Acetylcholin erteilen Nervenfasern den Drüsen den Befehl zur Schweißbildung: bei Stress und Angst vor Prüfungen, bei Aufregung, körperlicher Anstrengung, in der Sauna, in der prallen Sonne sowie beim stoffwechselanregenden Essen fetter, scharfer Speisen, bei üppigen Mahlzeiten, Alkoholkonsum oder bei hohem Fieber.

Was tun gegen Schweißgeruch?

Verbraucher haben die Wahl zwischen Deodorants und Antitranspirantien, die in der Achselhöhle aufgetragen werden. Deos enthalten bakterienhemmende Zusatzstoffe, die die Geruchsbildung dämpfen. Allerdings können sie nur richtig wirken, wenn der Körper frisch gewaschen ist. Ansonsten riecht der Mensch ja schon.

Antitranspirantien wirken noch umfassender. Sie hemmen die Bildung von Schweiß und Körpergeruch auf zweierlei Arten: Aluminiumsalze bilden eine gelförmige Substanz, die vorübergehend einen kleinen Pfropfen auf der Oberfläche der Schweißdrüse formen. Es gelangt folglich weniger Schweiß an die Hautoberfläche. Zugleich reduzieren antimikrobielle Stoffe die Bakterienzahl. Der Schweißgeruch fällt "milder" aus. Allerdings gibt es Studien, die Aluminiumdeos mit einem höheren Risiko für Brustkrebs in Verbindung bringen. Um etwaige Risiken klein zu halten, sollte man nur Antitranspirantien verwenden, deren Aluminiumgehalt unter 15 Prozent liegt, und sie maximal alle ein bis zwei Tage benutzen. Aluminumhaltige Deos sollten auch nicht auf frisch rasierte Haut aufgetragen werden.

Was passiert, wenn die Klimaanlage des Körpers völlig verrückt spielt?

Es gibt Menschen, die schwitzen gar nicht (Anhidrose) oder weniger, als normal ist (Hypohidrose) - und es gibt Menschen, die schwitzen übermäßig viel (Hyperhidrose). Die folgenden Fragen und Antworten beschäftigen sich mit Menschen, bei denen die Drüsen deutlich zu viel Schweiß absondern.

Welche Ursachen kann übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose) haben?

Rund fünf Prozent der Bevölkerung - möglicherweise sogar bis zu zehn Prozent - leiden an einer Hyperhidrose. Zwei Formen sind zu unterscheiden:

Was können Betroffene selbst gegen übermäßiges Schwitzen machen?

Es sind einfache Tipps, die aber zumindest unterstützend helfen können.

Wie kann der Arzt übermäßiges Schwitzen behandeln?

Welche Therapieoption der Arzt empfiehlt, hängt vor allem vom Schweregrad der Hyperhidrose ab. Bei leichter Hyperhidrose reichen vielleicht schon Antitranspirantien, bei sehr schweren Fällen wird möglicherweise ein Eingriff nötig. Bei der sekundären Hyperhidrose ist natürlich zuerst die Grunderkrankung zu behandeln.

Wie lässt sich psychischen Problemen infolge des Schwitzens vorbeugen?

Wer an einer primären Hyperhidrose leidet, kann vor vielen Situationen Angst entwickeln, in denen das übermäßige Schwitzen plötzlich auftreten könnte. Viele Betroffenen versuchen, die Situationen zu vermeiden, und ziehen sich zurück. Es droht Vereinsamung, zusätzlich zu den Ängsten kann schließlich auch eine Depression auftreten.

Entspannungstechniken können beruhigend auf das vegetative Nervensystem wirken, indem sie dazu beitragen, Stress abzubauen und innere Unruhe auszugleichen. Geeignet sind zum Beispiel Autogenes Training oder die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Noch wichtiger: sich klarzumachen, dass es Mittel gegen das Schwitzen gibt und mit seinem Problem zum Arzt gehen. Er kann nach den Ursachen suchen und schließlich auch nach der besten Therapie.

insgesamt 37 Beiträge
Pfaffenwinkel 09.08.2017
1. Schwitzen
ist in unserer Gesellschaft zu einem Tabuthema geworden, obwohl es für den Körper sinnvoll ist. Statt mit der chemischen Keule dagegen anzugehen, sollte man es mit Salbeitee und anderen natürlichen Hilfsmitteln versuchen, wie [...]
ist in unserer Gesellschaft zu einem Tabuthema geworden, obwohl es für den Körper sinnvoll ist. Statt mit der chemischen Keule dagegen anzugehen, sollte man es mit Salbeitee und anderen natürlichen Hilfsmitteln versuchen, wie vom Autor vorgeschlagen.
Phil2302 09.08.2017
2. Wissenschaftlich fragwürdig
Warum sollte ich Therapien ausprobieren, dir wissenschaftlich nicht belegt sind? Hey, putzen sie ihre Zähne nur noch mit Kreisbewegungen gegen den Uhrzeigersinn, ist zwar wissenschaftlich nicht belegt, aber probieren kann man es [...]
Warum sollte ich Therapien ausprobieren, dir wissenschaftlich nicht belegt sind? Hey, putzen sie ihre Zähne nur noch mit Kreisbewegungen gegen den Uhrzeigersinn, ist zwar wissenschaftlich nicht belegt, aber probieren kann man es ja?
neuss66 09.08.2017
3. Keine Aluminiumsalze!
Gebt Eure Gesundheit nicht fahrlässig für die Industrie her, die Euch mit blumigen Versprechungen auf bestimmte Wirkungen ködert! Die im Artikel angegebenen 15 % Aluminiumgehalt als Obergrenze für eine Unbedenklichkeit und [...]
Gebt Eure Gesundheit nicht fahrlässig für die Industrie her, die Euch mit blumigen Versprechungen auf bestimmte Wirkungen ködert! Die im Artikel angegebenen 15 % Aluminiumgehalt als Obergrenze für eine Unbedenklichkeit und die Dosierungstips sind völlig aus der Luft gegriffen! - Darum auch im Artikel durch nichts belegt! Das Deutsche Krebsforschungsinstitut (DKFZ) weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine Grenze gibt, unterhalb derer eine krebserregende Substanbz nicht mehr krebserregend ist! Und für alle die von der Gefährlichkeit von Aluminium für den menschlichen Körper (also bei Einnahme und intensivem Körperkontakt) noch nichts gehört haben, empfehle ich den folgenden Film aus der Sendereihe "Die Akte" (ZDF): "Die Akte Aluminium (Al)" https://www.youtube.com/watch?v=Wucz8nIrXYE
saldegracia 09.08.2017
4. Versuchts mal mit gluten-freier Ernährung
Ich hatte soweit ich zurückdenken kann Probleme mit übermässigem Schwitzen, sowohl wenn es einfach nur warm war als auch bei Nervosität. Mir sind dann oft Sturzbäche am Kopf runtergelaufen, was die Nervosität auch nicht [...]
Ich hatte soweit ich zurückdenken kann Probleme mit übermässigem Schwitzen, sowohl wenn es einfach nur warm war als auch bei Nervosität. Mir sind dann oft Sturzbäche am Kopf runtergelaufen, was die Nervosität auch nicht gerade gelindert hat. Das ging so weit, dass ich ich kaum noch unter die Leute wollte, wenn ich wusste, dass man sich in einem eher wärmeren Klima trifft (Clubs, Bars etc...) Nach vielen erfolglosen Arzbesuchen habe ich vor einigen Jahren dann einen Selbstversuch gestartet und mich glutenfrei ernährt, weil ich über längere Zeit hinweg Magen/Darm Probleme hatte. Nach kurzer Zeit hat sich da eine deutliche Besserung eingestellt, weshalb ich mich bis heute glutenfrei ernähre. Das Experiment hatte aber auch noch zwei äusserst angenehme Nebeneffekte: zum ersten habe ich seitdem keine Migräne mehr. Zuvor hatte ich migräne-bedingt mindestens einen "Wegwerf-Tag" im Monat. Und zum zweiten sind meine Schwitzprobleme verschwunden. Ich verbringe heutzutage viel Zeit in sehr heissen Regionen und habe absolut keine Probleme mehr. Ich schwitze natürlich noch, aber in "normalen Maßen" und nicht mehr so stark am Kopf. Ich habe natürlich keinen Beleg dafür, dass diese Nebeneffekte tatsächlich mit der glutenfreien Ernährung zusammenhängen, aber einen ganz deutlichen zeitlichen Zusammenhang gibt es auf jeden Fall. Es wäre also ein ziemlicher Zufall, wenn es diesen Zusammenhang nicht gäbe. Ich kann also jedem, der unter "Schwitzattacken" leidet, nur empfehlen, die glutenfreie Ernährung mal auszuprobieren. Von heute auf morgen wird sich da sicher nichts ändern, aber nach 3 oder 4 Monaten sollte man auf jeden Fall eine Verbesserung feststellen, so war es jedenfalls bei mir.
fahrgast07 09.08.2017
5. Hilft nicht - aber egal?
Warum schlägt die Autorin Mittel vor, von denen sie selber sagt, dass keine Wirkung bewiesen ist? Wie soll man das bitte selber "ausprobieren"? Noch nie vom Placebo-Effekt gehört? Man bräuchte einen [...]
Warum schlägt die Autorin Mittel vor, von denen sie selber sagt, dass keine Wirkung bewiesen ist? Wie soll man das bitte selber "ausprobieren"? Noch nie vom Placebo-Effekt gehört? Man bräuchte einen Doppelblindversuch mit hundert Patienten. Da beruhigt es mich, dass sie nicht noch mit Homöopathie, Schüsslersalzen, Pendeln etc. ankommt.

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