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Gesundheit

Madagaskar

19 Menschen sterben bei Ausbruch der Pest

Die Pest ist nicht verschwunden, vor allem in Madagaskar kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Seit August haben sich in dem Inselstaat vermutlich mehr als hundert Menschen mit der Krankheit infiziert.

Institut Pasteur de Madagscar/ dpa

Pestbeule eines Patienten in Madagaskar (Archivbild)

Freitag, 29.09.2017   14:11 Uhr

In Madagaskar sind binnen zwei Monaten 19 Menschen an der Pest gestorben. Es handele sich um Opfer der gefährlichen Lungen- und der Beulenpest, erklärte Gesundheitsminister Mamy Lalatiana Andriamanarivo. Seit August gebe es insgesamt 104 Fälle, bei denen es sich wahrscheinlich um die Pest handelt.

Der Inselstaat vor der südöstlichen Küste Afrikas weist seit Jahren die meisten Pestfälle weltweit auf. Seit 2010 zählte die WHO in Madagaskar rund 500 Pesttote. Experten machen schlechte Hygiene und mangelhafte Gesundheitsversorgung für die immer wieder auftretenden Pestfälle auf der Insel verantwortlich.

Weltweit gab es laut WHO zwischen 2010 und 2015 rund 3250 Fälle der Pest, 584 Menschen starben.

Der Erreger - das Bakterium Yersinia pestis - wird oft von Flöhen übertragen, zumeist in ländlichen Gebieten. Die Blutsauger geben die Bakterien von infizierten Ratten an den Menschen weiter.

Bei einer frühen Diagnose sind die Heilungschancen der Beulenpest hoch. Denn die Erreger können mit Antibiotika bekämpft werden. Ohne Behandlung sterben drei bis sechs von zehn Erkrankten an den Folgen der Infektion.

Bedeutend seltener, aber gefährlicher ist die Lungenpest. Sie kann über die Atemluft von Mensch zu Mensch übertragen werden. Symptome sind unter anderem Husten und blutiger Auswurf. Unbehandelt führt die Lungenpest der Weltgesundheitsorganisation zufolge immer zum Tod.

wbr/dpa/AFP

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