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Gesundheit

Frankreich

Zehnjähriges Kind an Tollwut erkrankt

Ein Hund hatte das Kind in Sri Lanka gebissen: Ärzte stellten jetzt bei einem Zehnjährigen in Frankreich Tollwut fest. Die Krankheit verläuft fast immer tödlich, ist aber nicht ansteckend.

Getty Images

Tollwut-Erreger (Falschfarben-Darstellung)

Dienstag, 10.10.2017   18:06 Uhr

In Frankreich ist bei einem zehnjährigen Kind Tollwut nachgewiesen worden. Es habe sich bereits im August bei einem Aufenthalt in Sri Lanka infiziert, als es an einem Strand von einem Hund gebissen wurde. Das teilte die Gesundheitsbehörde der Region Auvergne-Rhône-Alpes in Lyon mit. Das Kind wird seit vergangener Woche im Krankenhaus betreut. Einmal ausgebrochen ist die Krankheit zu fast 100 Prozent tödlich.

Tollwut ist in Frankreich wie auch in Deutschland extrem selten: Seit 1970 wurden von französischen Behörden nur 23 Fälle registriert - bei allen hatten sich die Betroffenen im Ausland infiziert. Weltweit ist die Krankheit laut Weltgesundheitsorganisation WHO jedoch für rund 59.000 Todesfälle im Jahr verantwortlich, vor allem in Afrika und Asien. Übertragen werden die Viren von infizierten Säugetieren meist durch Bisse oder Kratzen. Es gibt wirksame Impfstoffe, die auch kurz nach einem Tierbiss noch helfen können.

In Deutschland seit 2006 kein infiziertes Tier

Die regionale französische Behörde in Lyon betonte, dass weltweit noch keine Ansteckung zwischen Menschen nachgewiesen worden sei - abgesehen von sehr seltenen Fällen, bei denen Organe eines infizierten Spenders transplantiert wurden. Trotzdem seien vorsichtshalber die Menschen identifiziert worden, die direkten Kontakt zu Speichel oder Tränen des betroffenen Kindes hatten - es werde nun von Fall zu Fall geprüft, ob sie geimpft werden sollten.

In Deutschland haben Behörden den letzten Tollwutfall bei einem Tier im Jahr 2006 bei einem Fuchs in der Nähe von Mainz beobachtet. Haus- und Wildtiere werden zwar noch immer überwacht, dabei handelt es sich jedoch nur um Sicherheitsmaßnahmen. Offiziell gilt Deutschland wie auch Frankreich als "tollwutfrei". Die Krankheit habe durch systematische Bekämpfungsmaßnahmen, vor allem durch die orale Immunisierung der Füchse, getilgt werden können, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI).

Der letzte Tollwutfall in Deutschland ereignete sich dem RKI zufolge 2007 bei einem Mann, der im Urlaub in Marokko von einem Hund gebissen worden war.

irb/dpa

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