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Gesundheit

Lungenkrankheit COPD

Wenn das Atmen zur Qual wird

Es ist eine schleichende Krankheit, die zu Atemversagen führen kann: Die Lungenkrankheit COPD wird häufig nicht rechtzeitig erkannt - mit gravierenden Folgen für die Betroffenen.

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Hustenanfall

Freitag, 10.11.2017   10:47 Uhr

Husten, Auswurf und Atemnot: Die Lungenerkrankung COPD entwickelt sich schleichend. Im Endstadium droht schließlich Atemversagen. Oft wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt - dabei ist Zeit für die Therapie ein wichtiger Faktor.

In Deutschland leiden schätzungsweise vier Millionen Menschen an COPD, der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung. Weltweit sind es rund 400 Millionen, Tendenz steigend. Eine Heilung gibt es nicht. Deswegen setzt die Medizin darauf, das Fortschreiten der Krankheit hinauszuzögern.

Es beginnt mit Husten, der allmählich häufiger und hartnäckiger wird. Hinzu kommen ein schleimiger Auswurf und Luftnot. Je nach Stadium schränke COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) den Alltag stark ein, berichtet Norbert Griffel, Betroffener und Gruppenleiter bei der "Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland" in Frankfurt. "Bei jeder Anstrengung bleibt die Luft weg."

Psychische Belastungen bei Atemnot

Schon das Reden kann für die Patienten kraftraubend sein. Zu den körperlichen Belastungen kommen die psychischen: "Wenn Sie Luftnot haben und Luft holen und keine bekommen, bedeutet das Angst und Panik", sagt Griffel. Viele Patienten litten unter Depressionen oder Angststörungen.

"Leider ist es überwiegend eine Erkrankung der Raucher", sagt Henrik Watz, Pneumologe und Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Lungenforschung. Zumindest in Deutschland sei der Griff zur Zigarette das größte Risiko dafür. "Deswegen ist Prävention so wichtig." Wahrscheinlich erkranke jeder dritte bis vierte Raucher daran, erläutert der Lungenarzt.

Auch manche Berufsgruppen wie Bergleute, die Umweltfaktoren wie Feinstaub ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko. In anderen Regionen der Welt, gerade in Schwellenländern Asiens, gelten auch das Kochen und Heizen mit offenem Feuer als Ursache.

Krankheit wird oft nicht bemerkt

Die Erkrankung schreitet langsam und oft unbemerkt voran. "Viele Menschen leben jahrelang mit den Anzeichen einer COPD, ohne zu wissen, dass es sich um diese schwere Krankheit handelt", heißt es beim "Kompetenzzentrum Asthma und COPD" im hessischen Marburg. Die Alarmzeichen sind: Husten vor allem am frühen Morgen, ausgeworfener zäher Schleim sowie Atemnot, die anfangs nur bei körperlicher Anstrengung auftritt.

"Ich dachte, das sei so, weil ich älter werde" - das berichteten Betroffene immer wieder, sagt Petra Knöpfle von der Kasseler Gruppe der "Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland". Die Erkrankung sei noch zu wenig bekannt.

Die Lungenkrankheit verändert auch das Leben von Partner und Familie: "COPD bedeutet 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Sorgen", sagt Knöpfle, deren Mann betroffen ist. Gemeinsam hat das Paar die Selbsthilfegruppe in Kassel ins Leben gerufen. "Es ist kein normaler Alltag möglich. Sie können keine Pläne schmieden."

Jederzeit könne es dem Kranken schlechter gehen, schon ein Wetterumschwung reiche aus. Bestimmte Reinigungsmittel im Haus seien ebenso tabu wie Kerzen. Eben alle Stoffe und Partikel, die der Lunge noch mehr zusetzen können.

Soziale Folgen

Die Krankheit hat auch soziale Folgen, sagt Knöpfle weiter. "Es besteht die Gefahr, sich in eine Spirale der Isolation hineinzubewegen." Aus Angst vor der Atemnot bewegten sich Betroffene immer weniger und blieben zu Hause. Zudem müssten sich Patienten mitunter gegen Vorwürfe von außen wehren: Hättest du mal nicht geraucht, hieße es dann.

Die Medizin unterscheidet mehrere Schweregrade der COPD: beginnend mit Husten am Morgen und Atemnot nur bei starker körperlicher Anstrengung bis hin zum Auflösen der Lungenbläschen und permanenter Atemnot - dann kann auch jede Erkältung lebensgefährlich sein.

Es gebe eine hohe Wahrscheinlichkeit, an der COPD oder an Begleiterkrankungen wie Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen oder Schlaganfall zu sterben, sagt Henrik Watz. Weltweit betrachtet ist die COPD nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO die vierthäufigste zum Tode führende Erkrankung.

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Zur Therapie gehört, die Lunge nicht weiter zu belasten - also das Rauchen aufzugeben oder sich von Stäuben fernzuhalten. Medikamente sollen den Patienten wieder leichteres Luftholen ermöglichen. Zudem müssen sie vor Infekten geschützt werden, denn die verschlimmern die Krankheit.

Also brauchen die Betroffenen einen guten Impfstatus. Ganz besonders wichtig sei aber regelmäßige Bewegung und spezieller Lungensport, sagt Pneumologe Watz. "Das ist das A und O." Ansonsten gerieten die Patienten in eine fatale Abwärtsspirale.

Carolin Eckenfels, dpa/brt

insgesamt 8 Beiträge
lesenbildetimmernoch 10.11.2017
1. Bin pflegende Angehörige
Mein Vater, Anfang 60, jahrzehntelanger Raucher, ist von dieser tödlichen Krankheit betroffen. Es ist ein langsamer, quälender Prozess. Wenn er Glück hat, macht irgendwann sein Herz schlapp. Wenn er Pech hat, wird er bei [...]
Mein Vater, Anfang 60, jahrzehntelanger Raucher, ist von dieser tödlichen Krankheit betroffen. Es ist ein langsamer, quälender Prozess. Wenn er Glück hat, macht irgendwann sein Herz schlapp. Wenn er Pech hat, wird er bei lebendigem Leib qualvoll ersticken. Jeder Atemzug ein rasseln und pfeifen. Es ist nicht die Frage, ob man stirbt, sondern wann und wie. Die Krankheit ist, im Gegensatz zu Asthma, relativ unbekannt, obwohl sie eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt darstellt. Es gibt keine Heilung, man kann den Tod nur herauszögern. 24h am Tag an der Sauerstoffflasche -so geht es aus, wenn man einfach weiterraucht, weil es doch 20 Jahre reibungslos funktioniert hat. An alle Raucher, die das hier lesen: ihr denkt, es würde euch schon nicht treffen. Aber das hat mein Vater auch gedacht. Wer länger raucht, ist früher tot. Oder kriegt Lungenkrebs, verliert ein Bein oder bekommt einen Schlaganfall. Hört auf zu rauchen, besser heute als Morgen. Einen solchen Tod kann sich niemand wünschen.
herbert.rippl 10.11.2017
2. Copd
Ich frage mich, warum all diese klugen Ärzte nicht darauf kommen, dass die meisten COPD- Fälle durch die Lüftungen in den Autos verursacht werden!!!
Ich frage mich, warum all diese klugen Ärzte nicht darauf kommen, dass die meisten COPD- Fälle durch die Lüftungen in den Autos verursacht werden!!!
warholandy 11.11.2017
3. Palliative Unterstützung
Hallo, die hoffentlich tröstliche Nachricht ist: Ihr Vater muss nicht qualvoll ersticken. Atemnot ist das am sichersten zu lindernde Symptom. Mein Tipp: Suchen Sie sich beizeiten Unterstützung von Palliativmedizinern. [...]
Zitat von lesenbildetimmernochMein Vater, Anfang 60, jahrzehntelanger Raucher, ist von dieser tödlichen Krankheit betroffen. Es ist ein langsamer, quälender Prozess. Wenn er Glück hat, macht irgendwann sein Herz schlapp. Wenn er Pech hat, wird er bei lebendigem Leib qualvoll ersticken. Jeder Atemzug ein rasseln und pfeifen. Es ist nicht die Frage, ob man stirbt, sondern wann und wie. Die Krankheit ist, im Gegensatz zu Asthma, relativ unbekannt, obwohl sie eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt darstellt. Es gibt keine Heilung, man kann den Tod nur herauszögern. 24h am Tag an der Sauerstoffflasche -so geht es aus, wenn man einfach weiterraucht, weil es doch 20 Jahre reibungslos funktioniert hat. An alle Raucher, die das hier lesen: ihr denkt, es würde euch schon nicht treffen. Aber das hat mein Vater auch gedacht. Wer länger raucht, ist früher tot. Oder kriegt Lungenkrebs, verliert ein Bein oder bekommt einen Schlaganfall. Hört auf zu rauchen, besser heute als Morgen. Einen solchen Tod kann sich niemand wünschen.
Hallo, die hoffentlich tröstliche Nachricht ist: Ihr Vater muss nicht qualvoll ersticken. Atemnot ist das am sichersten zu lindernde Symptom. Mein Tipp: Suchen Sie sich beizeiten Unterstützung von Palliativmedizinern. Beizeiten bedeutet, so früh wie möglich bzw. sobald die Atemnot die Lebensqualität beeinträchtigt. Nach Ihrer Schilderung vermutlich schon jetzt. Eine Palliativstation im Krankenhaus ist da ein guter Ansprechpartner ,vielleicht noch besser ein Spezialisierter ambulanter Palliativdienst in Ihrer Region. Einfach anrufen - Problem schildern - da wird Ihnen geholfen, viel Glück!
lagoya 11.11.2017
4. anfrage :
können Sie das begründen inwiefern die Lüftung COPD verursacht ? Vielleicht wenn man permanent mit dem Auto in einem Tunnel unterwegs wäre , wo es keine Zufuhr von Frischluft gäbe.
Zitat von herbert.ripplIch frage mich, warum all diese klugen Ärzte nicht darauf kommen, dass die meisten COPD- Fälle durch die Lüftungen in den Autos verursacht werden!!!
können Sie das begründen inwiefern die Lüftung COPD verursacht ? Vielleicht wenn man permanent mit dem Auto in einem Tunnel unterwegs wäre , wo es keine Zufuhr von Frischluft gäbe.
Sibylle1969 11.11.2017
5.
Ich bin wegen allergischem Asthma regelmäßig beim Pneumologen und sehe da im Wartezimmer jedesmal die COPD-Patienten. Echt nicht schön, wie die röcheln und um jeden Atemzug kämpfen müssen. Vielleicht würde es junge Raucher [...]
Ich bin wegen allergischem Asthma regelmäßig beim Pneumologen und sehe da im Wartezimmer jedesmal die COPD-Patienten. Echt nicht schön, wie die röcheln und um jeden Atemzug kämpfen müssen. Vielleicht würde es junge Raucher abschrecken, wenn sie mal mit Betroffenen der schlimmsten Rauch-Folgen konfrontiert würden: Lungenkrebs, COPD, Kehlkopfkrebs usw.

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