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Gesundheit

Studie zur Notaufnahme

Mehrheit der Patienten ist kein Notfall

Die Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser sind überfüllt. Aber mehr als die Hälfte der Patienten ist dort fehl am Platz, enthüllt eine Studie.

DPA

Notaufnahme der Charité in Berlin

Donnerstag, 09.11.2017   17:57 Uhr

Mehr als die Hälfte der Patienten in Notaufnahmen von Krankenhäusern ist gar kein medizinischer Notfall. Zu diesem Ergebnis kommt eine im "Deutschen Ärzteblatt" veröffentlichte Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

In der Studie "PiNo-Nord" (Patienten in der Notaufnahme von norddeutschen Klinken) gaben 54,7 Prozent der 1175 befragten Patienten eine niedrige Behandlungsdringlichkeit an. Die Patienten kennen zudem oft keine alternative Möglichkeiten wie Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV).

Die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Patientenzahlen in den Notaufnahmen werden vor allem durch Patienten verursacht, die kein Notfall seien - diese Annahme werde durch die Studie belegt, so die Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Degam).

Patienten kommen aus eigenem Antrieb

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Die Gründe für den Besuch der Notaufnahme variieren der Studie zufolge. Am häufigsten kamen die Patienten mit niedriger Behandlungsdringlichkeit mit Problemen am Bewegungsapparat und Hautproblemen. Ein weiter Faktor war, dass Hausarztpraxen geschlossen waren.

Der Studie zufolge kamen 41,3 Prozent der Patienten auf eigene Initiative in die Notaufnahme. Dagegen hätten 17,0 Prozent eine Empfehlung beziehungsweise Einweisung durch den Hausarzt und 8,0 Prozent durch einen Fachspezialisten angegeben.

Die Degam fordert eine bessere Vernetzung des ambulanten Notdienstes und der Notaufnahmen. Dabei werde allgemeinmedizinische Expertise benötigt. Darüber hinaus sei es eine wichtige Aufgabe der Hausärzte, ihre Patienten für dieses Thema zu sensibilisieren und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken.

brt

insgesamt 196 Beiträge
Frank Zi. 09.11.2017
1.
Kann ich bestätigen. Bei uns an der Klinik haben wir schon die Triage eingeführt, ein Ampelsystem, rot, gelb, grün. Die Grünen können schon mal 20 Stunden warten, wenn das z.B. so ein Kunde ist der Freitags nachts mit [...]
Kann ich bestätigen. Bei uns an der Klinik haben wir schon die Triage eingeführt, ein Ampelsystem, rot, gelb, grün. Die Grünen können schon mal 20 Stunden warten, wenn das z.B. so ein Kunde ist der Freitags nachts mit Schnupfen in die NA kommt weil nichts tolles im TV läuft.
007er 09.11.2017
2. und Notfälle werden übersehen....
Notfälle werden übersehen, oder abgetan, weil der Warteraum voll ist und soviele meckern. Hätten die Damen und Herren in der Notaufnahme ihren Job korrekt gemacht, wäre meiner Mutter der septische Schock erspart geblieben, [...]
Notfälle werden übersehen, oder abgetan, weil der Warteraum voll ist und soviele meckern. Hätten die Damen und Herren in der Notaufnahme ihren Job korrekt gemacht, wäre meiner Mutter der septische Schock erspart geblieben, dem Gesundheitssystem eine Menge Geld gespart und meine Kinder hätten noch eine Grossmutter. Traurig aber wahr. Die Husten/Fieber/Zecken/blaue Flecken Patienten gehen nach einem EiEiEi nach Hause und sind happy. Die anderen, mit nicht total offensichtlichen 'Leiden' sterben.
mazzeltov 09.11.2017
3.
Und das diagnostizieren Sie so auf Anhieb, nur vom Angucken? Sofern Sie überhaupt selber gucken, jedenfalls. Dann, und da Sie sich ja offensichtlich sicher sind, ganz ehrlich, können Sie ihm auch sagen: "Sie haben nur [...]
Zitat von Frank Zi.Kann ich bestätigen. Bei uns an der Klinik haben wir schon die Triage eingeführt, ein Ampelsystem, rot, gelb, grün. Die Grünen können schon mal 20 Stunden warten, wenn das z.B. so ein Kunde ist der Freitags nachts mit Schnupfen in die NA kommt weil nichts tolles im TV läuft.
Und das diagnostizieren Sie so auf Anhieb, nur vom Angucken? Sofern Sie überhaupt selber gucken, jedenfalls. Dann, und da Sie sich ja offensichtlich sicher sind, ganz ehrlich, können Sie ihm auch sagen: "Sie haben nur einen Schnupfen", und ihn ohne 20 Stunden Wartezeit wieder nach Hause schicken. Mehr Service oder Hilfe hat er von Ihnen anscheinend ohnehin nicht zu erwarten.
eifrigerleser 09.11.2017
4. Das deutsche System in den Krankenhäusern...
grenzt ganz ehrlich an Unverschämtheit. Nicht wegen der Ärzte und des Personals, die sich wirklich Mühe geben. Sondern wegen der Organisation! Ich habe schon Ambulanzen und Notaufnahmen im Ausland kennengelernt, bei der man [...]
grenzt ganz ehrlich an Unverschämtheit. Nicht wegen der Ärzte und des Personals, die sich wirklich Mühe geben. Sondern wegen der Organisation! Ich habe schon Ambulanzen und Notaufnahmen im Ausland kennengelernt, bei der man selbst als ALLERERSTES SOFORT von einem Sachkundigen nach Schwere eingestuft wird! Das letzte mal hatte ich nur eine Platzwunde in Australien. Inklusive der Behandlung verbrachte ich nur 30 Minuten im Krankenhaus in der Ambulanz. Auch wurde meine Platzwunde nicht von einem Arzt zugeklebt. Denn die Ärzte haben wichtigeres in einem Krankenhaus zu tun. In Deutschland hätte ich mindestens 4 h dort verbracht.
Lankoron 09.11.2017
5. Es wäre doch einfach,
wenn der allgemeinärztliche Notdienst ein Behandlunszimmer in der NA hätte und eine Anfangsuntersuchung durchführen würde, bzw. wenn die Klinik einen Allgemein- oder Notfallmediziner dort standardmässig installiert und nicht [...]
wenn der allgemeinärztliche Notdienst ein Behandlunszimmer in der NA hätte und eine Anfangsuntersuchung durchführen würde, bzw. wenn die Klinik einen Allgemein- oder Notfallmediziner dort standardmässig installiert und nicht quasi auf "Abruf" bereithält.
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