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03.08.2012
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Organspendeskandal

Ärztepräsident fordert schärfere Kontrollen

Montgomery (Juni 2011): "Die bekannt gewordenen Manipulationen haben nichts mit der Notwendigkeit zur Organspende zu tun."
DPA

Montgomery (Juni 2011): "Die bekannt gewordenen Manipulationen haben nichts mit der Notwendigkeit zur Organspende zu tun."

Harte Sanktionen für Ärzte, mehr Geld für Kontrolleure und mehr Personal: Nach dem Organspendeskandal in Göttingen fordert Frank Ulrich Montgomery weitreichende Konsequenzen. Von einer staatlichen Aufsicht des Verfahrens bei Transplantationen hält der oberste Ärztefunktionär aber nichts.

Berlin - Seit Mittwoch ist das neue Transplantationsgesetz in Kraft. Doch angesichts des Organspendeskandals in Göttingen und Regensburg fordert der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, noch schärfere Kontrollen - und mehr Geld für zusätzliche Prüfer.

Außerdem müsse es scharfe berufsrechtliche Konsequenzen geben. "Was die Selbstverwaltung braucht, sind weitere Kompetenzen", sagte der Ärztepräsident der Tageszeitung "Die Welt". Es solle nach dem amerikanischen Vorbild spezielle Prüfer geben, die flächendeckend kontrollieren, aber auch ganze Verläufe von Transplantationen begutachten könnten. "Dafür ist mehr Personal und mehr Geld nötig, darüber müssen wir sprechen", sagte Montgomery der Zeitung. Bisher könnten Prüfer nur Einzelfällen nachgehen.

"Ich halte überhaupt nichts von einer staatlichen Aufsicht oder von staatlichen Gremien", fügte der oberste Ärztefunktionär hinzu. Als Beleg führte er an, dass "weder das bayerische Wissenschaftsministerium noch die Strafverfolgungsbehörden ein Interesse gezeigt haben", die Unregelmäßigkeiten an der Uni-Klinik Regensburg vor rund sieben Jahren aufzuklären.

Als weitere Maßnahme forderte Montgomery, das berufsrechtliche Instrumentarium der Ärzte zu schärfen: "Wir müssen zu stärkeren Sanktionen kommen. Man könnte Ärzten, die sich nicht korrekt verhalten, bestimmte Tätigkeiten wie etwa Transplantationen verbieten."

Das neue Transplantationsgesetz beinhaltet unter anderem folgende zentrale Punkte:

Hinter der Reform steht das Ziel, die Zahl der Organspender in Deutschland zu erhöhen. Hierzulande spenden noch deutlich weniger Menschen Nieren, Herz oder Leber als etwa in Spanien, den USA oder Frankreich.

Montgomery rief potentielle Spender auf, sie sollten sich nicht von ihrem Willen zur Organspende abbringen lassen. Es gebe viele Patienten, die "dringend auf eine Spende angewiesen" seien, sagte er. "Die bekannt gewordenen Manipulationen haben nichts mit der Notwendigkeit zur Organspende zu tun."

cib/dpa

Forum

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insgesamt 22 Beiträge
1. Kaputtes System
wwwwalter 03.08.2012
Jaja diese Funktionäre, wie Montgomery, die dafür sorgen müssen, dass immer noch mehr Geld in die Kassen ihrer Mitglieder fließt. Logisch, dass so ein Mann keine staatliche Aufsicht haben möchte. Der ganze Beruf des Arztes ist [...]
Jaja diese Funktionäre, wie Montgomery, die dafür sorgen müssen, dass immer noch mehr Geld in die Kassen ihrer Mitglieder fließt. Logisch, dass so ein Mann keine staatliche Aufsicht haben möchte. Der ganze Beruf des Arztes ist inzwischen hauptsächlich darauf ausgerichtet, für sich, oder für die Klinik möglichst viel Geld zu generieren. Ist doch klar, dass so etwas dabei herauskommen muss. Ich fühle mich bei Ärzten inzwischen generell nicht mehr wohl. Viel zu oft werden einem Leistungen aufgeschwatzt, die von den Kassen gar nicht übernommen werden. Und man kann das meist gar nicht richtig einschätzen, ob die entsprechenden Leistung überhaupt sinnvoll und notwendig ist. Das zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten. Eine üble Entwicklung. Inzwischen bin ich so weit, dass ich gerne staatlich angestellte Ärzte hätte. Selbstverständlich müssten die gut bezahlt sein, mindestens wie Richter oder Oberstudienräte. Aber FDP und Co. haben ja genau das gewollt, was wir jetzt haben. Das ist die tolle Freiheit - die Freiheit, möglichst viel Kohle machen zu dürfen. Dieses Prinzip mag bei der Herstellung von Konsumprodukten sinnvoll sein, für das Gesundheitssystem ist aber tödlich.
2. optional
christian0061 03.08.2012
tja, das kommt davon, wenn man die dinge ganz neoliberal den märkten überlässt. und wenns um leben und tod geht und soviel geld im spiel ist, dann wird der mensch zum tier. die einen wollen leben, die anderen reich werden udn [...]
tja, das kommt davon, wenn man die dinge ganz neoliberal den märkten überlässt. und wenns um leben und tod geht und soviel geld im spiel ist, dann wird der mensch zum tier. die einen wollen leben, die anderen reich werden udn jeder nutzt seine chance. mit geld lässt sich gott spielen. deshalb: schmeisst eure organspendeausweise weg, holt euch nie einen neuen und wartet auf ein besseres organspendesystem!
3. Entnahmekrankenhäuser
ElRaton 03.08.2012
Den Begriff hatte ich so noch nicht gehört, schon ein bischen gruselig. Die Frage liegt nahe, ob es da auch solche Machenschaften gibt. Da sollte überhaupt keine Form von Kontrolle abgelehnt werden, und schon gar nicht von [...]
Zitat von sysopEntnahmekrankenhäuser Organspende-Skandal Göttingen: Montgomery fordert schärfere Kontrollen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/0,1518,847985,00.html)
Den Begriff hatte ich so noch nicht gehört, schon ein bischen gruselig. Die Frage liegt nahe, ob es da auch solche Machenschaften gibt. Da sollte überhaupt keine Form von Kontrolle abgelehnt werden, und schon gar nicht von den finanziellen Nutzniessern dieses Geschäfts. Denen kann man nicht genug auf die gierigen Finger schauen!
4. Geldgier
geku 03.08.2012
Mittlerweile kommt bei mir der Berufsstand der Mediziner mit deren Geldgier gleich hinter dem der Banker.
Mittlerweile kommt bei mir der Berufsstand der Mediziner mit deren Geldgier gleich hinter dem der Banker.
5. Selbstverwaltung mit mehr Kompetenzen?
Sventek 03.08.2012
Da sind sie wieder...die Hunde, die den Schlüssel für die Speisekammer bewachen wollen.
Da sind sie wieder...die Hunde, die den Schlüssel für die Speisekammer bewachen wollen.

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