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23.01.2013
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Psychische Leiden

Bin ich noch normal oder schon krank?

Zwischen Alltagsproblemen und geisteskrank: Das Handbuch psychischer Störungen wird gerade überarbeitet, die neue Version enthält viele neue Krankheiten. Illustrator Tom Cool hat einige von ihnen illustriert - von der Angst vorm Arbeitsplatz bis hin zu unkontrollierten Fressattacken.

Ist der Junge nur ein zappeliges Kind - oder gestört? Braucht er mehr Bewegung an der frischen Luft - oder Tabletten? Die Karriere der Modediagnose Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) hat unter Psychiatern und Patienten eine Befürchtung geweckt: Werden eigentlich gesunde Menschen leichtfertig zu Kranken abgestempelt?

Weil die Psychiater gerade an der neuesten Version ihrer Diagnoseleitlinien arbeiten, die im Mai erscheinen soll, wird leidenschaftlich über neue Krankheiten gestritten, die im DSM-V getauften Katalog erstmals enthalten sein werden: Arbeitsplatzangst, die "Binge Eating"-Störung oder das Skin Picking.

Im aktuellen SPIEGEL berichten Gesundheitsexperten von ihren Befürchtungen, dass viele gesunde Menschen, die mit ihren Alltagsaufgaben überfordert sind, zu psychisch Kranken gemacht werden könnten. Die Titelgeschichte hat der Illustrator Tom Cool für den SPIEGEL einfallsreich illustriert. Hier sehen Sie Cools Zeichnungen.

irb/dba

Titelbild

Mehr dazu im SPIEGEL

Heft 4/2013
Die Psycho-Falle
Therapeuten streiten über die Grenze zwischen Gesundheit und seelischer Erkrankung

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insgesamt 6 Beiträge
1. Küchenpsychologie
albert schulz 23.01.2013
Die erwähnten Beispiele findet man in jeder Frauenzeitschrift mit entsprechenden Ratschlägen von hochmotivierten und beschlagenen Fachleuten. Alles extrem unnormal, kommt aber dauernd vor. Danach sind alle bekloppt. Oder wie der [...]
Die erwähnten Beispiele findet man in jeder Frauenzeitschrift mit entsprechenden Ratschlägen von hochmotivierten und beschlagenen Fachleuten. Alles extrem unnormal, kommt aber dauernd vor. Danach sind alle bekloppt. Oder wie der Kölner sagt: „Jeder Jeck ist anders (bekloppt).“ „Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.“ sagte Karl Kraus, der ein ähnlich positives Verhältnis zur Journaille hatte. Die Psychofreaks haben offensichtlich nichts zu tun und träumen von Wichtigkeit und Geld und Ruhm. Daß jemand gewaltig einen an der Waffel haben muß, um Psychologie zu studieren, wird man in dem DSM – Katalog vergeblich suchen. Der übrigens rein amerikanisch ist.
2. Jäger und Sammler waren besser dran
karlsiegfried 24.01.2013
Natürlich ist die heutige Menschheit krank und zwar fürchterlich krank. Vom ärmsten bis zum reichsten Menschen. Keiner von ihnen scheint wissen zu wollen, worin der Sinn des Lebens tatsächlich besteht. Zur Welt kommen, [...]
Natürlich ist die heutige Menschheit krank und zwar fürchterlich krank. Vom ärmsten bis zum reichsten Menschen. Keiner von ihnen scheint wissen zu wollen, worin der Sinn des Lebens tatsächlich besteht. Zur Welt kommen, wachsen, essen, trinken, zeugen, gebären und sterben. Nur ein Dach über dem Kopf, kein Auto, keine Versicherung, keine Handys und anderer Klumperquatsch. Die Jäger und Sammler waren tatsächlich besser dran, als die heutige ach so tolle Menscheit. So frei nach dem Motto, 'Hast du nichts, brauchst du nichts. Brauchst du nichts, kannst du glücklich sein.' Wer will dem widersprechen?
3. der Artikel trifft die reale Lage...
chr-jordan 25.01.2013
... hier wird im Interesse der Industrie (Farma, Kliniken ...) Gegen den eigentlichen Sinn des Patientenwohls gewirkt. Unklares wird noch unklarer unwissenschaftliches zu einer Farce. Erschreckend welche 'Diagnosen' möglich sind. [...]
... hier wird im Interesse der Industrie (Farma, Kliniken ...) Gegen den eigentlichen Sinn des Patientenwohls gewirkt. Unklares wird noch unklarer unwissenschaftliches zu einer Farce. Erschreckend welche 'Diagnosen' möglich sind. Erschreckender, das in Deutschland jüngst ein neues Gesetz zur "Zwangsbehandlung" auf den Weg gebracht wurde.
4. nene
rabenkrähe 25.01.2013
.... Erstmal ist diese Vorgabe schon völlig krank, nämlich schwarz-weiß, zwischen Problemen und Geisteskrankheit gibts dann schon noch einige Facetten. Dann ist in diesem Zusammenhang der Begriff der Krankheit [...]
Zitat von sysopTom Cool/ Jutta Fricke IllustratorsZwischen Alltagsproblemen und geisteskrank: Das Handbuch psychischer Störungen wird gerade überarbeitet, die neue Version enthält viele neue Krankheiten. Illustrator Tom Cool hat einige von ihnen illustriert - von der Angst vorm Arbeitsplatz bis hin zu unkontrollierten Fressattacken. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/psychologie-was-ist-noch-gesund-und-was-schon-krank-a-879250.html
.... Erstmal ist diese Vorgabe schon völlig krank, nämlich schwarz-weiß, zwischen Problemen und Geisteskrankheit gibts dann schon noch einige Facetten. Dann ist in diesem Zusammenhang der Begriff der Krankheit fragwürdig - Auffälligkeit oder Störung ist treffender und schließlich ist erstmal ziemlich einfach zu differenzieren: Wer seine Steuerungsfähigkeit behalten hat, ist intakt, bei wem die Steuerungsfähigkeit eingeschränkt oder nicht vorhanden ist, der hat wirklich ein Problem. rabenkrähe
5. Polemisch und übertrieben
sonnenkindjkg 27.01.2013
Ihr Artikel entbehrt leider nicht einiger Übertreibungen und einer gewissen Polemik. Ganz davon abgesehen entbehrt er leider auch psychologischer Fachkenntnis. Wenn Sie eine Depression nicht von einem gewöhnlichen Trauerprozess [...]
Ihr Artikel entbehrt leider nicht einiger Übertreibungen und einer gewissen Polemik. Ganz davon abgesehen entbehrt er leider auch psychologischer Fachkenntnis. Wenn Sie eine Depression nicht von einem gewöhnlichen Trauerprozess unterscheiden können, oder aber Patienten mit einer Essanfallsstörung für gesunde Menschen halten, die mal etwas zu viel essen, dann mag es Ihnen wohl nachgesehen sein, dass Sie sich derartig über das DSM-V auslassen. Allerdings haben Sie ganz offensichtlich keine Erfahrung mit dem Erleben von Betroffenen. Ich versichere Ihnen als ehemalige Betroffene und Studentin der Psychologie, dass eine Depression herzlich wenig zu tun hat mit gewöhnlicher Traurigkeit. Und eine Essstörung wie die Bulimie (der die Esssanfallsstörung stark ähnelt, letztere grenzt sich von der Bulimie lediglich dadurch ab, dass keine purging-Maßnahmen wie selbtsinduziertes Erbrechen, Laxantienabusus oder übermäßiger sportlicher Betätigung ergriffen werden) erzeugt wesentlich mehr Leid, als Sie es sich möglicherweise vorstellen können. Wenn Sie Alltagsprobleme für psychische Störungen halten, mag das daran liegen, dass Sie noch an keiner solchen Störung gelitten haben und kein Verständnis für die Unterschiede pathologischen und nicht pathologischen Verhaltens entwickelt haben. Die Psychiatrie orientiert sich zwar in vielerlei Hinsicht an der kategorialen Diagnostik des DSM, lehnt aber ein dimensionales Verständnis psychischer durchaus nicht ab. Wer zu einem Therapeuten geht um sich behandeln zu lassen, leidet gewöhnlich. Das Ziel sollte es sein, dieses Leiden zu verringern, unabhängig davon, welches Etikett auf dem Antragsschein steht.

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