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01.02.2013
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Blutfette

Dritter Cholesterinwert gefährdet das Herz

Corbis

Gefahr fürs Herz: Übergewicht treibt die Cholesterinwerte nach oben

Gutes und schlechtes Cholesterin kennen die meisten Patienten. Dänische Wissenschaftler aber haben jetzt einen dritten Cholesterinwert untersucht, der es in sich hat: Zu viel davon verdreifacht das Risiko für Herzkrankheiten. Die Forscher tauften es "hässliches Cholesterin".

Der Cholesterinspiegel ist ein wichtiger Indikator dafür, wie es um die Gefäße und das Herz bestellt ist. Neben dem normalerweise schützenden HDL-Cholesterin und dem für Gefäßentzündungen verantwortlichen LDL-Cholesterin gibt es noch eine dritte Variante: Fachleute sprechen von Cholesterin-Remnants, den Abbauprodukten des Cholesterins.

Dänische Forscher haben in einer aktuellen Studie so negative Folgen der Cholesterin-Remnants auf die Gesundheit ermittelt, dass sie kurzerhand vom "hässlichen Cholesterin" (englisch "ugly cholesterol") sprechen. Anette Varbo und ihre Kollegen von der Universität Kopenhagen werteten die Daten von 73.000 Dänen aus. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit einem hohen Anteil an Cholesterin-Remnants ein dreifach erhöhtes Risiko für bestimmte Herzkrankheiten besitzen.

Bedeutung muss in Patientenstudien überprüft werden

Dass das hässliche Cholesterin schlecht für die Gesundheit sei, habe man schon vorher gewusst, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Journal of the American College of Cardiology". Streng genommen sind die Remnants eine Untergruppe des bekanntermaßen schädlichen LDL-Cholesterins. "Aber unsere Studie zeigt, dass es der direkte Auslöser von Arteriosklerose ist, die zu einer ischämischen Herzkrankheit und zum frühen Tod führt", erklärt Mitautor Børge Nordestgaard. Ein Anstieg des hässlichen Cholesterins habe demnach zur Folge, dass sich die das Herz versorgenden Arterien verengen, wodurch der Muskel nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann.

Um den direkten Zusammenhang zwischen den Cholesterin-Remnants und den Herzkrankheiten zu klären und Störfaktoren wie den individuellen Lebensstil als Ursache weitgehend auszuschließen, untersuchten die Mediziner Patienten mit einem Gendefekt. Dieser sorgt dafür, dass der Wert des hässlichen Cholesterins stets erhöht ist - unabhängig von ungesunden Gewohnheiten wie Rauchen oder einer fettreichen Ernährung, die das Krankheitsrisiko zusätzlich erhöhen. Dabei zeigte sich, dass die Studienteilnehmer mit erhöhten Werten für Cholesterin-Remnants auch ein erhöhtes Risiko für Krankheiten der Herzgefäße hatten.

"Hohe Anteile an 'hässlichem Cholesterin' sind die Folge eines hohen Fettgehalts im Blut", erklärt Nordestgaard. "Die Hauptursachen für einen erhöhten Anteil an hässlichem Cholesterin sind Übergewicht und Fettleibigkeit." Die dänischen Wissenschaftler geben selbst zu bedenken, dass ihre Studienergebnisse noch von anderen Forschern überprüft werden müssen. Bevor die Cholesterin-Remnants zum Beispiel medikamentös behandelt werden könnten, müsste in klinischen Studien herausgefunden werden, ob das für Patienten einen Vorteil bedeutet.

twn

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