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15.02.2013
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Marke Adept

Rückruf von künstlichen Hüftgelenken

DPA

Operation am Hüftgelenk (2005): Unerwartet hohe Austauschrate

Der US-Hersteller DePuy ruft künstliche Hüftgelenke zurück. Die Prothesen versagen häufiger, als zu erwarten wäre. Von den Metallgelenken der Marke Adept wurden 1800 nach Deutschland verkauft.

Der US-Hersteller DePuy ruft Hüftgelenksprothesen der Marke Adept zurück, die auch nach Deutschland verkauft worden sind. Das Unternehmen, eine Tochter des US-Konzerns Johnson & Johnson, hat Ärzte nach eigenen Angaben bereits im Januar aufgefordert, einen bestimmten Bestandteil der Metall-Hüftprothesen nicht mehr einzusetzen.

Betroffen ist der sogenannte Modularkopf "Adept 12/14". Laut einer am Freitagabend veröffentlichten Stellungnahme erklärte Johnson & Johnson Medical, der Grund seien Daten, die darauf hinwiesen, dass mehr Patienten mit der Prothese erneut operiert werden müssten, als zu erwarten wäre. Andere Adept-Prothesen seien nicht von dem Rückruf betroffen.

Von dem Produkt seien zwischen 2004 und September 2011 rund 7700 Stück in 21 Ländern verkauft worden, davon gingen nach Unternehmensangaben 1800 nach Deutschland. Johnson & Johnson empfiehlt Ärzten, vorrätige Implantate nicht mehr zu nutzen.

Patienten, die einen "Adept 12/14"-Modularkopf eingesetzt bekommen haben, sollten nach gültigen Behandlungsstandards weiterbehandelt werden. Betroffene Patienten sollten bei Beschwerden mit ihren behandelnden Ärzten über das richtige Vorgehen sprechen. Sowohl Kunden als auch zuständige Behörden habe das Unternehmen in Kenntnis gesetzt.

Zuvor hatte bereits das "Handelsblatt" über den Rückruf sogenannter Großkopfimplantate von Johnson & Johnson (J&J) berichtet. Laut J&J haben britische Studien ergeben, dass die Implantate bei rund zwölf Prozent der Patienten nach sieben Jahren ausgetauscht werden mussten. Aus australischen Statistiken gehe hervor, dass ein Wechsel bei sieben Prozent der Patienten nach drei Jahren notwendig wurde.

Der US-Konzern hatte bereits in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit seinen künstlichen Hüftgelenken. Außerdem musste das Unternehmen 2010 außer 93.000 Prothesen auch Kontaktlinsen und frei verkäufliche Medikamente vom Markt nehmen.

dba/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
1. Im klinkaltag ist das schon lange...
rompipalle 15.02.2013
bekannt. Bloß es scheint keinen zu stören oder aber die Mediziner können das Datum von dem Implantieren bis zur Entfernung einer prothese geistig nicht auseinander halten! Ich plädiere für ein Europa weites Melderegister, damit [...]
bekannt. Bloß es scheint keinen zu stören oder aber die Mediziner können das Datum von dem Implantieren bis zur Entfernung einer prothese geistig nicht auseinander halten! Ich plädiere für ein Europa weites Melderegister, damit jeder weiß ob es -zumindest statistisch eine gute Prothese ist. Viele Ärzte werden von Herstellern,indirekt bezahlt um selbst den billigsten Mist zu implantieren;denn es geht nur um Zahlen und Geld!!!
2. Vor 2 Jahren
hhhallo 15.02.2013
habe ich die Hüfte bekommen, noch ist alles ok. Würde mich freuen wenn Spon weiter darüber berichtet.
habe ich die Hüfte bekommen, noch ist alles ok. Würde mich freuen wenn Spon weiter darüber berichtet.
3. So ein Quatsch
abcd63 15.02.2013
... Viele Ärzte werden von Herstellern,indirekt bezahlt um selbst den billigsten Mist zu implantieren;denn es geht nur um Zahlen und Geld!!!.. So ein Blödsinn. Alle amerikanischen Hersteller müssen sich heute an bestimmte [...]
... Viele Ärzte werden von Herstellern,indirekt bezahlt um selbst den billigsten Mist zu implantieren;denn es geht nur um Zahlen und Geld!!!.. So ein Blödsinn. Alle amerikanischen Hersteller müssen sich heute an bestimmte Spielregeln halten (Compliance), sonst wird es für sie richtig teuer. Keine amerikanische Firma schmiert heute im Bereich Endoprothetik noch Ärzte, das kann und will sich keiner mehr leisten. Mit dem Geldkoffer rennen heute nur noch kleinere deutsche Firmen rum, die der Meinung sind für sie gibt es keine Compliance-Regeln. Außerdem war die Adept keine billige Prothese sondern ganz hochpreisig. Meiner Meinung nach hatte man die Technologie einfach nicht im Griff und hat die Anforderungen an die Operateure unterschätzt. Die sind nämlich heutzutage das größte Problem. Das fachliche sprich operationstechnische Know-How der Götter in Weiß.
4. hochwertig
kastaknokkel 16.02.2013
@abcd63 hochpreisig ist nicht gleich hochwertig.
@abcd63 hochpreisig ist nicht gleich hochwertig.
5. DePuy
hhhallo 16.02.2013
Ich habe mir die Product keys von DePuy und Finsbury geholt. Zum Glück bin ich nicht betroffen. Allerdings kann sich das ja noch ausweiten. Ist ja nicht das erste mal das es Probleme gibt.
Ich habe mir die Product keys von DePuy und Finsbury geholt. Zum Glück bin ich nicht betroffen. Allerdings kann sich das ja noch ausweiten. Ist ja nicht das erste mal das es Probleme gibt.

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