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Gesundheit

Erstmals in USA

Baby nach Gebärmutter-Transplantation geboren

"Wenn man den Jungen sieht, fühlt man, dass Medizin etwas Gutes bewirkt": In den USA hat zum ersten Mal eine Frau ein Kind nach einer Gebärmutter-Transplantation geboren. Mutter und Baby sind wohlauf.

Foto: BAYLOR SCOTT & WHITE RESEARCH INSTITUTE
Dienstag, 05.12.2017   17:24 Uhr

In den USA ist erstmals ein Baby nach einer Gebärmutter-Transplantation auf die Welt gekommen. Der Mutter und ihrem Sohn geht es laut Krankenhaus gut. Die Frau habe die Klinik bereits verlassen können, teilten Ärzte der Baylor-Universität in Dallas im US-Bundesstaat Texas mit. Das Baby sei noch unter Beobachtung im Krankenhaus. "Wenn man diesen Jungen sieht, fühlt man, dass man etwas Schönes und Natürliches gemacht hat, und mit Medizin etwas Gutes bewirkt hat", sagte der zuständige Arzt Giuliano Testa.

Der im vergangenen Monat geborene Junge ist nach Angaben der Klinik das weltweit neunte Baby, das nach einem solchen Eingriff zur Welt gekommen ist. Als Pionier des Verfahrens gilt der Schwede Mats Brännström. In seiner Klinik in Göteborg wurde 2014 das erste Kind auf diese Weise geboren. Damals war der Schwedin Emelie Eriksson die Gebärmutter ihrer Mutter transplantiert worden. In Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals eine Gebärmutter transplantiert worden.

"Wir sind optimistisch, dass dieser anfängliche Erfolg in der Zukunft zu vielen weiteren führen wird", teilten die Eltern aus den USA mit. "Wir hoffen bescheiden darauf, dass unser kleiner Junge als Inspiration dienen kann für diejenigen, die mit Unfruchtbarkeit kämpfen, und dass er zeigen kann, dass egal welche Hürden im Weg stehen, mit dem richtigen Team alles möglich ist."

Unterfüllter Kinderwunsch

Um ihre Privatsphäre zu schützen, wollten die Eltern zunächst keine weiteren Einzelheiten zu sich und dem Baby bekannt geben.

An der Baylor-Universität in den USA bekamen seit 2016 bereits acht weitere Frauen eine gespendete Gebärmutter eingepflanzt. Noch im Jahr 2007 hielten viele Experten eine solche Prozedur für ethisch nicht vertretbar und für weit entfernt von einer vorstellbaren Realität.

koe/dpa

insgesamt 3 Beiträge
chrismuc2011 05.12.2017
1.
Toll! Gratulation! Jetzt fehlt mir als Mann nur noch eine Gebärmutterspenderin, damit ich unabhängig von Frauen, die Kinder als Ihren persönlichen Besitz innerhalb einer Paarbeziehung ansehen, Kinder alleine groß ziehen kann. [...]
Toll! Gratulation! Jetzt fehlt mir als Mann nur noch eine Gebärmutterspenderin, damit ich unabhängig von Frauen, die Kinder als Ihren persönlichen Besitz innerhalb einer Paarbeziehung ansehen, Kinder alleine groß ziehen kann. Das wäre ein Schritt zur Gleichberechtigung des Mannes in unserem zunehmend matriarchalischen Land.
Birs 05.12.2017
2. Warum werden die Eierstöcke nicht erwähnt?
Interessant wäre es zu wissen, ob den wirklich nur die Gebärmutter transplantiert wurde, oder, was in meinen Augen wahrscheinlicher ist, auch die Eierstöcke. Muss ob so einem Fall, wo genetisch ja eigentlich die Spenderin die [...]
Interessant wäre es zu wissen, ob den wirklich nur die Gebärmutter transplantiert wurde, oder, was in meinen Augen wahrscheinlicher ist, auch die Eierstöcke. Muss ob so einem Fall, wo genetisch ja eigentlich die Spenderin die Mutter des Kindes ist, eine Adoption erfolgen?
viconia 05.12.2017
3.
§ 1591 BGB: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.“
Zitat von BirsInteressant wäre es zu wissen, ob den wirklich nur die Gebärmutter transplantiert wurde, oder, was in meinen Augen wahrscheinlicher ist, auch die Eierstöcke. Muss ob so einem Fall, wo genetisch ja eigentlich die Spenderin die Mutter des Kindes ist, eine Adoption erfolgen?
§ 1591 BGB: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.“

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