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Gesundheit

WHO

Ebola-Impfstoff im Test erfolgreich

Zwischenergebnisse sahen bereits erfolgversprechend aus, nun hat die Weltgesundheitsorganisation offiziell bestätigt, dass ein Impfstoff gegen Ebola bei Tests "fast hundertprozentigen" Schutz gebracht hat.

AP/dpa

Impfstofftest in Liberia (im Februar 2015)

Freitag, 23.12.2016   08:40 Uhr

Das Virus wird über Körperflüssigkeiten übertragen, greift das Immunsystem und lebenswichtige Organe an. Ebola-Erkrankte bekommen Fieber, erbrechen sich, haben häufig mit lebensbedrohlichen inneren Blutungen und Schock zu kämpfen. Sobald Patienten Symptome aufweisen, ist die Krankheit hoch ansteckend. Doch nun könnte nach Einschätzung von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein "fast hundertprozentig" wirksamer Impfstoff gefunden sein.

Der in kanadischen Labors entwickelte Impfstoff rVSV-ZEBOV wurde im vergangenen Jahr im westafrikanischen Guinea getestet, erklärte Marie-Paule Kieny von WHO. Von den 6000 Menschen, die damit geimpft wurden, sei im vergangenen Jahr niemand an Ebola erkrankt. Hingegen habe es in Guinea 23 Ebola-Erkrankungen bei nicht geimpften Menschen gegeben. "Das legt nahe, dass der Impfstoff sehr effizient ist und eine bis zu hundertprozentige Wirksamkeit erreichen könnte", sagte Kieny.

Weitere Impfstoffe noch im Test

Guinea war das Land, in welchem das Ebola-Virus im Dezember 2013 zuerst aufgetreten war. Die Epidemie breitete sich anschließend auf die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia aus, einzelne Fälle gab es auch in Mali, Nigeria und im Senegal. Durch die Epidemie wurden laut WHO bei insgesamt 29.000 registrierten Fällen in mehreren Ländernrund 11.300 Menschen getötet. Viele Experten gehen allerdings von höheren Opferzahlen aus. Inzwischen ist auch klar, dass sich das Virus während der Epidemie besser an den Menschen angepasst hat.

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Die Testergebnisse zum Impfstoff wurden in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlicht. Der US-Forscher Thomas Beisbert zeigte sich überzeugt von dem neuen Mittel. "Nach 40 Jahren scheint es so zu sein, dass wir nun einen wirksamen Impfstoff gegen die Ebola-Krankheit haben", so Beisbert. Der US-Konzern Merck hat die Rechte an dem Medikament, das 2018 auf den Markt kommen könnte. Weitere Ebola-Impfstoffe anderer Hersteller werden derzeit getestet.

chs/AFP

insgesamt 85 Beiträge
msdelphin 23.12.2016
1. Endlich!
Endlich gibt es einen Impfstoff gegen diese grausame tödliche Krankheit. Eine Krankheit die spätestens seit 1967 als Marburger Fieber (einen Ableger von Ebola) Schrecken und Angst verbreitet. Eine Krankheit, die im Prinzip in [...]
Endlich gibt es einen Impfstoff gegen diese grausame tödliche Krankheit. Eine Krankheit die spätestens seit 1967 als Marburger Fieber (einen Ableger von Ebola) Schrecken und Angst verbreitet. Eine Krankheit, die im Prinzip in dem Film "Outbreak" verarbeitet wurde. Aber was lernen wir daraus? 1. Die Wissenschaftler schafft es in den meisten Fällen in relativ kurzer Zeit einen Impfstoff gegen schwere Krankheiten zu entwickeln. Das verstärkt das Vertrauen und die Hoffnung in die Forschung. 2. Die Pharma-Industrie kümmert sich erst um die Erforschung, wenn es für sie lukrativ wird. Ebola gibt es schon lange und in Afrika brachen immer wieder Epidemien aus und keiner konnte helfen. Als jetzt aber mit dem letzten Ebola Ausbruch die westliche Welt bedroht war, gibt es schnell einen Impfstoff. Die westliche Welt zahlt eben besser bzw. ist lukrativer. 3. Wieder ein Beweis gegen die Impfgegner: Die Impfgegner und Heiler und wie sie sich alle nennen, hatten viele Jahre lang Zeit gehabt mit ihren Mittelchen die Krankheit zu besiegen. Geschafft/Erreicht haben sie gar nichts. Aber jetzt gibt es einen Impfstoff und der wirkt. Das heisst: Impfen ist hochwirksam und der beste Schutz.
noalk 23.12.2016
2. Merck
Das hier als verkürzt als "Merck" bezeichnete US-Unternehmen firmiert tatsächlich unter "Merck Sharp & Dohme Corp." bzw. "Merck & Co., Inc." (Muttergesellschaft) und hat seit 1917 sowohl [...]
Das hier als verkürzt als "Merck" bezeichnete US-Unternehmen firmiert tatsächlich unter "Merck Sharp & Dohme Corp." bzw. "Merck & Co., Inc." (Muttergesellschaft) und hat seit 1917 sowohl wirtschaftlich als auch rechtlich nichts mehr mit dem Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen "Merck KGaA" zu tun.
ruhepuls 23.12.2016
3. Eigenartige Studie
Es geht aus dem Beitrag nicht klar hervor, ob es bei den Ungeimpften ebenfalls 6.000 waren. Ansonsten macht der Vergleich kaum Sinn. Wenn ich 6.000 Menschen der gesamten Restbevölkerung (die nicht geimpft wurde) von immerhin [...]
Es geht aus dem Beitrag nicht klar hervor, ob es bei den Ungeimpften ebenfalls 6.000 waren. Ansonsten macht der Vergleich kaum Sinn. Wenn ich 6.000 Menschen der gesamten Restbevölkerung (die nicht geimpft wurde) von immerhin 11.7 Millionen gegenüberstelle, ist es sehr gewagt, von einer nahezu 100%igen Wirksamkeit zu sprechen. Keine Impfung hat eine solch hohe Wirksamkeit. 23 Menschen von 11,7 Millionen sind weniger als 1/50.000. Rein statistisch würde also bei 6.000 Ungeimpften auch kein einziger Krankheitsfall auftauchen. Das Ergebnis ist also rein zufällig. Oder rechne ich falsch? So ein Wirksamkeitsbeweis ist ein Witz...
Thorongil 23.12.2016
4. Die Zahlen
Von den 6.000 Geimpften wurde keiner krank, aber von den 11.468.383 Nicht-Geimpften (Einwohnerzahl wikipedia Guinea - 6000) wurden 23 krank? Das sind ~ 0.0002% der Bevölkerung. 0,0002% von 6.000 = 1,2 Okay. Also weil von den [...]
Von den 6.000 Geimpften wurde keiner krank, aber von den 11.468.383 Nicht-Geimpften (Einwohnerzahl wikipedia Guinea - 6000) wurden 23 krank? Das sind ~ 0.0002% der Bevölkerung. 0,0002% von 6.000 = 1,2 Okay. Also weil von den 6000 Probanden statt zu erwartenden 1,2 Erkrankten nun zufällig NIEMAND (also 1,2 Erkrankte weniger als zu erwarten) erkrankt sind, handelt es sich um einen "hundertprozentigen Schutz vor Ebola". Es könnte auch sein, dass diese 6.000 Leute zufällig nicht mit dem Ebola-Erreger in Kontakt gekommen sind aufgrund ihrer räumlichen oder zeitlichen Distanz. Es geht also nichts über gut gemachte Studien....
schnurzpipe 23.12.2016
5. fast richtig
Hm. 23 Fälle in 11,4 Mio entspricht rund 1 Fall in 495.000. Da sind 6000 Nichtinfizierte nicht signifikant. Das Ergebnis oben (1,2) muss noch durch 100 geteilt werden gemäss z=K*p/100 ...
Zitat von ThorongilVon den 6.000 Geimpften wurde keiner krank, aber von den 11.468.383 Nicht-Geimpften (Einwohnerzahl wikipedia Guinea - 6000) wurden 23 krank? Das sind ~ 0.0002% der Bevölkerung. 0,0002% von 6.000 = 1,2 Okay. Also weil von den 6000 Probanden statt zu erwartenden 1,2 Erkrankten nun zufällig NIEMAND (also 1,2 Erkrankte weniger als zu erwarten) erkrankt sind, handelt es sich um einen "hundertprozentigen Schutz vor Ebola". Es könnte auch sein, dass diese 6.000 Leute zufällig nicht mit dem Ebola-Erreger in Kontakt gekommen sind aufgrund ihrer räumlichen oder zeitlichen Distanz. Es geht also nichts über gut gemachte Studien....
Hm. 23 Fälle in 11,4 Mio entspricht rund 1 Fall in 495.000. Da sind 6000 Nichtinfizierte nicht signifikant. Das Ergebnis oben (1,2) muss noch durch 100 geteilt werden gemäss z=K*p/100 ...
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