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Gesundheit

Angst vor Ebola

USA schicken alle Reisenden aus Westafrika zum Fiebertest

Wer aus Sierra Leone, Guinea oder Liberia in die USA kommt, muss sich künftig 21 Tage lang überwachen lassen und zweimal täglich Fieber messen. Die neue Regel soll ohne Ausnahme für alle Reisenden gelten, auch für US-Bürger.

AP

Wieder gesund: Krankenschwester Amber Vinson hat Ebola überwunden

Donnerstag, 23.10.2014   06:25 Uhr

New York - Es ist die zweite Verschärfung der Einreisebedingungen in zwei Tagen: Die USA wollen künftig alle Reisende aus Sierra Leone, Guinea und Liberia nach ihrer Ankunft 21 Tage lang überwachen. Zweimal am Tag soll die Temperatur gemessen und einem Vertreter der Gesundheitsbehörde CDC gemeldet werden. Das kündigte die CDC an.

Ob die Reisenden ihre Temperatur selbst messen dürfen oder sich täglich von einem Arzt untersuchen lassen müssen, entscheiden die US-Bundesstaaten des jeweiligen Flughafens. Die Einreisenden müssen ihre Adresse und die eines Freundes oder Verwandten angeben. Wenn sie sich länger als 24 Stunden nicht melden, sollen sie sofort von Gesundheitsbeamten aufgesucht werden.

21 Tage sind die maximale Inkubationszeit von Ebola, also der Zeitraum zwischen Anstecken und Auftreten von Symptomen. Die neue Regelung soll am 27. Oktober in Kraft treten und für alle Reisenden gelten, also auch für Ärzte, Pfleger oder Journalisten mit US-Pass.

Erst am Dienstag hatte das US-Heimatschutzministerium die Einreise aus von Ebola betroffenen Ländern auf fünf Flughäfen begrenzt. Allerdings landen schon heute rund 94 Prozent aller Reisenden aus dem Ebola-Gebiet auf einem dieser fünf Flughäfen.

Dort gelten schon seit der vergangenen Woche schärfere Einreisekontrollen. Ankömmlinge aus den drei besonders von Ebola betroffenen Ländern müssen ihre Körpertemperatur messen lassen und einen Fragenkatalog beantworten. Weisen sie Symptome auf, werden sie von Seuchenexperten näher untersucht und möglicherweise unter Quarantäne gestellt.

Krankenschwester Amber Vinson wieder gesund

Etlichen US-Politikern geht das nicht weit genug: Sie fordern ein Einreiseverbot. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge wollen fast drei Viertel der Amerikaner Passagierflüge zwischen den USA und den drei von Ebola besonders stark betroffenen Ländern komplett verbieten lassen.

Präsident Barack Obama beurteilt die Situation in den USA inzwischen etwas zuversichtlicher. Es habe sich herausgestellt, dass Dutzende Menschen, die Kontakt mit dem Infizierten aus Liberia gehabt hätten, wohl nicht erkrankt seien, sagte Obama in Washington.

Nach der spanischen Krankenschwester und dem Kameramann des US-Fernsehsenders NBC hat nun anscheinend auch eine der beiden mit dem Ebola-Virus infizierten US-Pflegekräfte die Krankheit überwunden. US-Medien zitierten eine entsprechende Erklärung der Familie von Amber Vinson. Demnach hat die 29-Jährige das Virus nicht mehr, muss aber zur weiteren Behandlung noch einige Zeit im Krankenhaus bleiben, um "wieder zu Kräften zu kommen".

VERBREITUNG VON EBOLA

vet/dpa/AP

insgesamt 15 Beiträge
papayu 23.10.2014
1. Es sind nur die bekannten Sterbefaelle aufgefuehrt!
Die in den Doerfern befallen und nicht die Krankenhaeuser erreicht haben, wieviele sind es denn? Vorbeugend koennte man in Europa die Entwicklungshilfe einstellen, denn dort gibt es viele Helfer, die vllt auch noch nichts [...]
Die in den Doerfern befallen und nicht die Krankenhaeuser erreicht haben, wieviele sind es denn? Vorbeugend koennte man in Europa die Entwicklungshilfe einstellen, denn dort gibt es viele Helfer, die vllt auch noch nichts wissen, so im Binnenland in den Savannen.
kanikombolé 23.10.2014
2.
Seit wann bilden Liberia, Guinea und Sierra Leone das gesamte Westafrika? Solche Formulierungen tragen nur weiter zu Pauschalisierungen, Missinformation und Panikmache bei.
Seit wann bilden Liberia, Guinea und Sierra Leone das gesamte Westafrika? Solche Formulierungen tragen nur weiter zu Pauschalisierungen, Missinformation und Panikmache bei.
cirkular 23.10.2014
3. Am besten den Flugverkehr
vollständig einstellen. Infektionsrisiken gibt es immer, nicht nur wenn Ebola Saison hat.
vollständig einstellen. Infektionsrisiken gibt es immer, nicht nur wenn Ebola Saison hat.
kraichgau12 23.10.2014
4. vernünftige massnahme
wenigstens die USA fangen mit Verspätung nach dem Vorfall um Mr. Duncan mit den grundlegenden Vorkehrungen an. Bei der EU wird wohl erst nach Ausbruch eines eingeschleppten Falles agiert,wenn überhaupt...
wenigstens die USA fangen mit Verspätung nach dem Vorfall um Mr. Duncan mit den grundlegenden Vorkehrungen an. Bei der EU wird wohl erst nach Ausbruch eines eingeschleppten Falles agiert,wenn überhaupt...
tssd47 23.10.2014
5. konsequenter Eigenschutz
obwohl ich den Amerikanern im allgemeinen nicht viel positives abgewinnen kann, konsequent und rasch handelnd sind sie fast immer, und zwar zum eigenen Schutz. Ein bisschen weniger merkelsches Aussitzen täte uns gut.
obwohl ich den Amerikanern im allgemeinen nicht viel positives abgewinnen kann, konsequent und rasch handelnd sind sie fast immer, und zwar zum eigenen Schutz. Ein bisschen weniger merkelsches Aussitzen täte uns gut.

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