Schrift:
Ansicht Home:
Gesundheit

Deutschland

Zahl der Grippefälle steigt deutlich an

Die Grippe breitet sich in Deutschland aus, fast 9000 neue Fälle gab es binnen einer Woche. In Saarbrücken starb ein vierjähriges Mädchen an der Krankheit.

imago/ Science Photo Library

Grippeviren (Illustration)

Freitag, 02.02.2018   13:06 Uhr

Eine außergewöhnlich schwer verlaufende Grippe mit folgendem Organ- und Kreislaufversagen hat eine Vierjährige in Saarbrücken das Leben gekostet. Das Gesundheitsamt berichtete über den Todesfall, der sich am 25. Januar ereignete. Das Mädchen hatte sich mit dem Grippevirus H1N1 angesteckt.

Die Virusvariante kursiert seit der Schweinegrippe-Pandemie von 2009 weltweit. Auch im Dezember starb ein Kleinkind im Saarland an den Folgen einer Influenza. Zwischen den beiden Fällen gebe es keinen erkennbaren Zusammenhang, heißt es.

Laut dem Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) wurden in dieser Grippesaison bisher 43 Todesfälle dokumentiert. Vier Fünftel der Verstorbenen waren 60 Jahre alt oder älter.

Die AGI berichtet, dass in der Woche vom 20. bis 26. Januar fast 9000 neue Grippefälle in Deutschland gemeldet wurden. Knapp 1300 der Betroffenen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt gab es in dieser Grippesaison damit mehr als 20.500 Fälle in Deutschland.

Grippeimpfung wird weiter empfohlen

Die AGI empfiehlt weiterhin, dass sich Menschen gegen die Grippe impfen lassen, bei denen die Ständige Impfkommission dies explizit empfiehlt. Das sind unter anderem alle ab 60-Jährigen, viele chronisch Kranke sowie Schwangere (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel). Des Weiteren wird die Impfung auch Menschen nahegelegt, die ein größeres Risiko haben, im Krankheitsfall andere anzustecken, medizinisches Personal zum Beispiel.

MEHR ZUM THEMA

Bei gesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 60 wird die Impfung dagegen nicht explizit empfohlen. Deshalb ist es Entscheidung der Krankenkassen, ob sie die Kosten dafür übernehmen - viele Kassen tun dies aber.

In dieser Saison zeichnet sich allerdings ab, dass der am häufigsten verwendete Dreifachimpfstoff nur einen geringen Schutz bietet. Denn bislang zirkulieren vor allem bestimmte Influenza-B-Viren, die nicht in dem Dreierimpfstoff enthalten sind. Nur ein Vierfachimpfstoff, der ebenfalls erhältlich ist, schützt gegen diese B-Viren. Wer sich noch impfen lassen will, sollte diese Variante vorziehen, empfiehlt die Ständige Impfkommission. Ob die Kassen die Kosten dafür übernehmen, ist momentan noch nicht geklärt.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den letzten Satz geändert, in dem zuerst stand, die gesetzlichen Kassen würden die Kosten für die Vierfachimpfung tragen. Dies ist aktuell noch nicht beschlossen.

wbr

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP